Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Wearable Computing" für den mobilen Arbeiter der Zukunft

05.07.2004


Die Hände sind frei: Das Display ist am Kopf befestigt


Computer in der Kleidung, Displays in der Brille, sprachgesteuerte Systeme: Ziel der mobilen Computertechnologien ist, die für die Arbeit notwendigen Informationen in den Arbeitsprozess zu geben, ohne einen Computer zu bedienen. Wissenschaftler vom Technologie-Zentrum Informatik (TZI) der Universität Bremen haben den Zuschlag für die Koordination des europäischen Großprojektes "wearIT@work" erhalten.


Wearable Computing - Computer in der Kleidung, Displays in der Brille, sprachgesteuerte Systeme und Anwender, die mit dem, nicht mehr am Computer arbeiten: High-tech für den mobilen Arbeiter. Das ist keine Zukunftsmusik mehr: Die Entwicklung mobiler Computertechnologien hat in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte gemacht. Der Rechner in der Gürtelschnalle oder ein Brillenglas mit eingebautem Bildschirm sind Realität geworden. Mit an der Spitze der europäischen Forschung für mobile Technologien stehen die Wissenschaftler vom Technologie-Zentrum Informatik (TZI) der Universität Bremen. Diese Führungsposition wurde jetzt bestätigt: Der Zuschlag für das europäische Großprojekt "wearIT@work - Empowering the mobile Worker by Wearable Computing" ist von der Europäischen Union unter 48 Mitbewerbern an das TZI vergeben worden. WearIT@Work ist das weltweit größte Projekt zum Thema "Wearable Computing": Mit einer Laufzeit von viereinhalb Jahren verfügt es über ein Finanzvolumen von 24 Millionen Euro, von denen allein vier Millionen Euro auf den Standort Bremen entfallen.

Die europäischen Spitzenreiter unterschiedlicher Disziplinen haben sich in diesem Projekt zusammengeschlossen, um Europa auf dem zukunftsträchtigen Gebiet nachhaltig in eine führende Position zu bringen. Unter den 36 Partnern sind neben Bremer Unternehmen auch internationale Spitzenunternehmen wie EADS, Hewlett Packard, Microsoft, SAP, Siemens, Skoda, Thales und Zeiss. "Wir sind sehr zufrieden, dass wir ein so hochkarätiges Team für dieses Projekt zusammenstellen konnten. Dabei hat sich das kontinuierliche Engagement des TZI bewährt, das Thema "Mobile Computing" langfristig aufzubauen und in den wirtschaftlichen Wertschöpfungsprozess einzubringen,", so Projektleiter und Initiator Dr. Michael Boronowsky. Der Koordinator des Projektes und Sprecher des TZI Professor Otthein Herzog erklärte bei der Pressekonferenz zum Projektstart in Bremen: "Das Projekt ist für das Bundesland Bremen ein wichtiger Meilenstein, um die Ziele der Innovationsoffensive "InnoVision 2010" zu erreichen und unterstreicht, dass die Universität Bremen mit dem TZI und dem neuen "Mobile Technology Research Center" zur Spitzengruppe auf dem Gebiet innovativer mobiler Lösungen gehört. Die Universität hat hier eine Leitfunktion übernommen und wird zusammen mit vielen mittelständischen und großen Unternehmen eine Plattform schaffen, um innovative mobile Informationstechnologien in die Anwendungen zu bringen."


Arbeitsplatz der Zukunft

"WearIT@work" befasst sich mit mobilen Lösungen für den Arbeitsplatz der Zukunft. Die neuen Technologien sollen nicht am Anwender vorbei entwickelt werden. Es wird ein Nutzer-zentrierter Ansatz verfolgt, so dass die Belange der Anwender und der Nutzen neuer Technologien wesentlichen Einfluss haben. Ausgehend von vier unterschiedlichen Anwendungsszenarien werden Hardware- und Software-Aspekte, Bekleidungstechnik und Design behandelt, auch wirtschaftliche und soziale Faktoren werden berücksichtigt. Die Anwendungen konzentrieren sich dabei auf die Unterstützung mobiler Tätigkeiten bei der Autoproduktion, der Flugzeugwartung, dem Katastropheneinsatz und im Krankenhaus. Ziel ist es, die für die Arbeit notwendigen Informationen zielgerichtet in den Arbeitsprozess zu geben, ohne dass man dabei den Computer ständig mit Maus und Tastatur bedienen muss. Dabei soll der Computer selbständig den Arbeitszusammenhang erkennen, um die "richtigen Informationen zum richtigen Zeitpunkt" anzubieten. Hierfür können in der Kleidung angebrachte Sensoren verwendet werden

Die Realisierung solcher neuartigen Funktionen erfordert die Integration von Forschungsarbeiten, die an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, am Fraunhofer-Institut FIT in Bonn, dem Heinz Nixdorff Institut in Paderborn, am Multitel ASBL in Mons, Belgien, an der Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik in Innsbruck und am Bremer Institut für Betriebstechnik und angewandte Arbeitswissenschaft (BIBA), dem Zentrum für Informations- und Kommunikationstechnologie (ikom) und dem TZI in Bremen durchgeführt werden. Die Forschungen können bereits auf ein sehr hohes technisches Niveau aufbauen, das in dieser Kombination auf der Welt einmalig ist. Für eine zukünftige internationale Standardisierung wird im Rahmen des Projektes eine Open Wearable Computing Group (OWCG) gegründet, in der Standards für Hardware und Software entwickelt werden.

Der Antrag für das Projekt wurde von der Universität Bremen, den Bremer Ressorts für Wissenschaft und Wirtschaft und der Bremer Innovationsagentur BIA unterstützt. Die Bremer Firma InfoConsult GmbH hat den Prozess der Antragstellung kompetent begleitet und einen wertvollen Beitrag für den Erfolg des Antrages geleistet. Die Vorbereitungsarbeiten für dieses Projekt beanspruchten mehr als zwei Jahre und kosteten mehr als 200.000 ?. In enger Zusammenarbeit mit dem hochkarätigen Konsortium konnte so ein überzeugender Antrag erstellt werden, der bei der EU an der ersten Stelle der förderungswürdigen Projekte landete. Am 5. und 6.Juli 2004 fällt der offizielle Startschuss zu diesem zukunftsorientierten Projekt, bei dem sich über 60 Projektteilnehmer aus 15 Ländern in Bremen treffen.

Weitere Informationen:

Universität Bremen
TZI - Technologie-Zentrum Informatik
Dr. Michael Boronowsky
Universitätsallee 21-23
D-28359 Bremen
Fon: (0421) 218-7272
Fax: (0421) 218-7820
E-Mail: mb@tzi.de

Angelika Rockel | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bremen.de
http://www.wearable-computing.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Maschinelles Lernen: Neue Methode ermöglicht genaue Extrapolation
13.07.2018 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Gegen das Verblassen historischer Dokumente
11.07.2018 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Im Focus: Magnetic vortices: Two independent magnetic skyrmion phases discovered in a single material

For the first time a team of researchers have discovered two different phases of magnetic skyrmions in a single material. Physicists of the Technical Universities of Munich and Dresden and the University of Cologne can now better study and understand the properties of these magnetic structures, which are important for both basic research and applications.

Whirlpools are an everyday experience in a bath tub: When the water is drained a circular vortex is formed. Typically, such whirls are rather stable. Similar...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinelles Lernen: Neue Methode ermöglicht genaue Extrapolation

13.07.2018 | Informationstechnologie

Fachhochschule Südwestfalen entwickelt innovative Zinklamellenbeschichtung

13.07.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics