Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Message to Anywhere (M2A)

11.07.2003


Neue Software-Technologien bieten hervorragende Konzepte zur universellen und mobilen Anlagensteuerung. Das Problem: Bisherige Anwendungen scheiterten am Beweis ihrer Praxistauglichkeit. Jetzt wird das universelle und mobile Kommunikationsframework M2A "Message to Anywhere" in Hightech-Branchen realisiert. Ob es sich am Markt behaupten kann, zeigt die mobile Ansteuerung von analytischen Laborgeräten und prozessierenden Equipments aus der Halbleiterfertigung.



Jederzeit und an jedem Ort alle notwendigen Informationen zu erhalten - unabhängig von verwendeten Ein-/Ausgabegeräten, Betriebssystemen oder Technologien - ist der Wunschtraum jedes Managers und Prozessverantwortlichen. Der Nutzen für die Industrie ist eindeutig: Entscheidungen könnten sofort und fundiert durch vollständige Informationsversorgung gefällt werden. Die langen Integrationszeiten von Anlagen, Geräten und Applikationen in bestehende IT-Infrastrukturen würden entfallen und Kompatibilitätsprobleme wären nicht mehr existent.

... mehr zu:
»Ansteuerung »Equipment »Kontamination »M2A


Umso erstaunlicher scheint es, dass gegenwärtig die auf dem Markt angebotenen Frameworks in der Industrie keine Akzeptanz finden. Dafür gibt es mehrere Gründe. Ein Grund ist sicherlich in der hochkomplexen Produktion heutiger Firmen zu suchen. Die Verwendung von Prototypen bzw. nichtverifizierter und nichtvalidierter Software würde ein zu großes Risiko darstellen. Die Kosten für eine stillstehende Produktion wären fatal. So verursacht in der Halbleiterfertigung ein Produktionsausfall von nur wenigen Minuten Verluste im fünfstelligen Euro-Bereich. Anwendungen müssen also ihre Praxistauglichkeit garantieren.

Zum anderen: Wer z. B. in der Mikroproduktion das Equipment in ein Manufacturing-Execution-System (MES) integrieren will, muss 30 Tage investieren. Dieser problematische Zeit- und Kapitalaufwand kommt dadurch zustande, dass die Ansteuerung nicht universell funktioniert. Die Equipment-Hersteller bieten nur einen Quasi-Standard (SEMI, SECS, GEM) an, der durch proprietäre Erweiterungen ausgehebelt wird.

Eine weitere Anforderung an die Software zeigt sich bei der Reinstproduktion. Durch eine mobile Ansteuerung der Anlagen wird diese deutlich flexibler. So müssen sich Laborarbeiter wesentlich seltener umkleiden, da von jedem beliebigen Ort aus eine im Reinraum befindliche Anlage angesteuert werden kann. Die Zeiteinsparungen belaufen sich leicht auf einige Arbeitsstunden im Monat. Außerdem wird das Risiko der Kontamination bei dem zu fertigenden Produkt verringert. Innerhalb biotechnischer Labore kann die Gefahr einer Kontamination des Laborarbeiters durch gesundheitsschädliche oder sogar lebensbedrohliche Substanzen mit Hilfe der mobilen Ansteuerung entscheidend begrenzt werden.

Ein vom Fraunhofer IPA entwickeltes modulares und integratives Software-Produkt berücksichtigt die genannten Anforderungen: Durch "M2A-Kommunikationsframeworks" können Unternehmen ihre Applikationen, Anlagen und Equipments einheitlich und mobil ansteuern. Das Framework besteht aus einer Kommunikationsschicht, die allen aktuellen Standards entspricht und besonders die Ankopplung von mobilen Endgeräten unterstützt. Durch das Busy-and-Run-Prinzip ist keine Installation von Software auf dem Endgerät notwendig. Ein generischer Adapter ermöglicht die schnelle Anbindung von Anlagen und Equipments direkt an die Kommunikationsschicht. Die Anbindung ist durch eine einfache Konfiguration unter Zuhilfenahme der Service-Description-Markup-Language (SDML) möglich. Eine Visualisierungskomponente, unabhängig vom Ein-/Ausgabegerät, bildet direkt das semantische Modell des generischen Adapters ab. Weitere Vorteile von M2A sind die Transparenz aller Daten, die konsistente Datenhaltung, der schnellere Wechsel zwischen unterschiedlichen Prozessschritten, die weltweite FAB-Steuerung und die Web-basierte Wartung von Anlagen und Geräten.

Das M2A-Kommunikationsframework wurde vom VDI/VDE-IT empfohlen und wird innerhalb eines InnoNet Verbundprojekts vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) weiterentwickelt. Fünf kleine und mittelständische Firmen aus High-Tech- Branchen entwickeln zusammen mit dem Fraunhofer IPA ein am Markt akzeptiertes und validiertes Software-Produkt. Bei Endanwendern in der Mikroproduktion und in der Labortechnik wird durch die Integration des M2A-Kommunikationsframeworks ein durchgängiges Konzept geschaffen. An der Entwicklung sind folgende Firmen beteiligt: trustsec GmbH, acp-IT AG, acp GmbH, Qualitype AG, Systema GmbH.

Die Vorführung des M2A-Prototyps fand hohe Akzeptanz auf den Messen Semicon 2002 und 2003 sowie auf der Systems 2002.


Ihre Ansprechpartner für weitere Informationen:
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Dipl.-Inf. Gerald Knoll
Telefon: 0711/970-1604, E-Mail: gerald.knoll@ipa.fraunhofer.de
Dipl.-Ing. Frank Bölstler
Telefon: 0711/970-1151, E-Mail: frank.boelstler@ipa.fraunhofer.de

Dipl.-Ing. Michaela Neuner | idw

Weitere Berichte zu: Ansteuerung Equipment Kontamination M2A

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Maschinelles Lernen: Neue Methode ermöglicht genaue Extrapolation
13.07.2018 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Gegen das Verblassen historischer Dokumente
11.07.2018 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vertikales Begrünungssystem Biolit Vertical Green<sup>®</sup> auf Landesgartenschau Würzburg

16.07.2018 | Architektur Bauwesen

Feinstaub macht Bäume anfälliger gegen Trockenheit

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Krebszellen Winterschlaf halten

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics