Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Passwörter und PINs auf dem Handy immer sicher dabei

12.06.2008
Fraunhofer-Institut bietet Software "MobileSitter" online an. MobileSitter treibt Hacker zur Verzweiflung

Passwörter vergisst man leicht, und aufschreiben ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Doch jetzt kann man sie auf dem Handy wirklich sicher speichern, einfach und erschwinglich.

Die Forscher des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informations-Technologie SIT in Darmstadt haben ihr Downloadportal http://www.mobilesitter.de online geschaltet, auf dem jedermann für 9,90 € ein Programm für Java-fähige Mobiltelefone findet, mit dem man beliebig viele Passwörter sicher verwalten kann. Man muss sich nur noch ein Hauptpasswort merken und damit den "MobileSitter" aktivieren.

Die Lizenz bleibt ein Jahr lang gültig und muss danach erneuert werden. Wenn das Endgerät gewechselt wird, lassen sich jederzeit kostenfrei andere Softwarevarianten herunterladen und installieren.

... mehr zu:
»Handy »Masterpasswort »PIN

"Wie lautet noch gleich mein Passwort?" "Wie war noch meine PIN?" Fast jeder musste sich diese Fragen schon mal stellen, als ihm die Geheimkombinationen partout nicht einfallen wollten. Gerade nach der Urlaubszeit, wenn man seine Passwörter für mehrere Tage nicht eingeben musste, kann man sich an diese oft einfach nicht mehr erinnern. Unter diesem heute allgegenwärtigen Passwort-Dilemma haben nicht nur Computer-Spezialisten zu leiden, sondern jeder, der einen Computer beruflich oder privat nutzt, im Internet unterwegs ist oder EC- oder Kreditkarten in seiner Brieftasche hat.

Wörterbuchangriffe helfen nicht

Die Fraunhofer-Forscher haben ein Verfahren zur Passwortspeicherung entwickelt, das bei korrekter Bedienung resistent gegen Hackerangriffe mit sogenannten Wörterbuchlisten ist. Gibt ein Handy-Dieb das falsche Hauptpasswort ein, rechnet der MobileSitter auf dieser Basis ein Passwort aus, zum Beispiel eine vierstellige PIN (Persönliche Identifikations-Nummer) für die EC-Karte am Bankautomaten. Nur, Pech für den Dieb, diese PIN ist falsch - auch wenn sie echt aussieht. Gleiches gilt für gespeicherte Passwörter.

Die MobileSitter-Software wurde für mobile Geräte wie Handy oder PDA auf Java-Basis entwickelt. Da mobile Geräte heute zu ständigen Begleitern geworden sind, hat man seine Geheimkombinationen somit immer parat. Eine Version der Software für den PC ist angekündigt, mit der man seine Geheimdaten zwischen PC und Mobilgerät synchronisieren kann.

"Mit MobileSitter lassen wir den Angreifer ins Leere laufen", berichtet Dr. Markus Schneider, beim Fraunhofer SIT verantwortlich für das Innovationsmanagement. Denn wenn jedes beliebige Masterpasswort akzeptiert wird und dafür dann falsche Einzelpasswörter ausgeliefert werden, hat der Dieb spätestens am Bankautomaten ein Problem - nach drei falschen Eingaben wird das Konto ganz gesperrt und die Karte eingezogen, sodass nichts gestohlen werden kann. "Damit jedoch der Eigentümer des Passworts nicht in die gleiche Falle tappt, wenn er sich bei der Eingabe seines Masterpassworts vertippt, haben wir noch einen Sicherungsmechanismus eingebaut.

Wer sein Masterpasswort richtig eingegeben hat, bekommt zur Bestätigung ein Bild gezeigt. Er muss sich merken, was sein richtiges Bild ist, dann kann er erkennen, dass ein Tippfehler vorliegt und das Masterpasswort neu eingeben." Auch der Dieb bekommt ein Bildchen angezeigt - aber ob es das Richtige ist, weiß er natürlich nicht.

Bei anderen Passwortspeichern, die Passwörter verschlüsselt auf Computern speichern und bei denen man sich als Benutzer nur noch ein Master-Passwort zur Ver- und Entschlüsselung merken muss, "raten wir zur Vorsicht, da es im Internet frei herunterladbare Hackerwerkzeuge gibt, mit denen Wörterbuchangriffe durchgeführt werden können", so Schneider.

Bei Wörterbuchangriffen werden einfach Millionen von Master-Passwörtern ausprobiert, was bei der heutigen Rechenleistung normaler PCs in sehr kurzer Zeit möglich ist. Bei falschen Kandidaten wird der Zugriff verwehrt. Wird jedoch das richtige Master-Passwort gefunden, ist sofort der Weg zu allen gespeicherten Geheimkombinationen frei. Der Unterschied zum MobileSitter: Hier können sowohl Hackerprogramme als auch Hacker selber sofort erkennen, wenn sie fündig geworden sind. "Mit Wörterbuchangriffen", sagt Schneider, "lassen sich auch in der Praxis andere Passwortspeicher aufbrechen, selbst wenn diese starke Verschlüsselungsverfahren verwenden".

Auf dem Portal http://www.mobilesitter.de finden sich neben dem Zugang zum MobileSitter-Shop ausführliche Informationen zur Technologie und zu den Mobiltelefonen, auf denen MobileSitter arbeitet.

Fraunhofer-Institut für
Sichere Informations-Technologie
Rheinstr. 75, 64295 Darmstadt
Pressekontakt: Michael Kip
Tel. +49 69 97 20 20 56
Fax +49 69 17 23 72
m.kip@mpr-frankfurt.de
(Urlaubsvertretung für Oliver Küch)

Michael Kip | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.sit.fraunhofer.de
http://www.mobilesitter.de
http://www.sit.fraunhofer.de/pressedownloads/index.jsp

Weitere Berichte zu: Handy Masterpasswort PIN

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Maschinelles Lernen: Neue Methode ermöglicht genaue Extrapolation
13.07.2018 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Gegen das Verblassen historischer Dokumente
11.07.2018 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vernetzte Beleuchtung: Weg mit dem blinden Fleck

18.07.2018 | Energie und Elektrotechnik

BIAS erhält Bremens größten 3D-Drucker für metallische Luffahrtkomponenten

18.07.2018 | Verfahrenstechnologie

Verminderte Hirnleistung bei schwachem Herz

18.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics