Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Back to the Future: Science-Fiction-Vision wird Wirklichkeit

06.10.2015

TU Wien und TriLite Technologies präsentieren einen neuen Prototypen für ein 3D-Display, das ohne 3D-Brillen auskommt – rechtzeitig zum „Back to the Future Day“ am 21. Oktober 2015.

Schwebende Autos, Hoverboards und Video-Chat – eine ziemlich gewagte, futuristische Vision für das Jahr 2015 zeichnete der Science-Fiction-Klassiker „Back to the Future Part II” aus dem Jahr 1989. Nun, kurz vor dem „Back to the Future Day“ am 21. Oktober 2015, lässt sich Bilanz ziehen, wo die Wirklichkeit mit den hoch gesetzten Erwartungen Schritt halten konnte.


Der zweite Prototyp des 3D-Displays, der unterschiedliche Bilder in unterschiedlicher Richtungen sendet und dadurch eine 3D-Anzeige ohne 3D-Brille ermöglicht.

TriLite


Ungefähr so könnten Werbetafeln in Zukunft auf uns wirken.

TriLite

Eine der technischen Neuerungen, mit denen in diesem Film der Fortschritt illustriert wird, ist ein riesengroßes 3D-Display. In diesem Punkt hatte Hollywood beinahe recht: Solche Displays werden tatsächlich bald möglich sein.

Die TU Wien und TriLite Technologies präsentieren ein Display-Element, das mittels spezieller Mikrooptiken und beweglicher Mikrospiegel unterschiedliche Bilder in unterschiedliche Richtungen sendet. Dadurch wird eine 3D-Anzeige ohne 3D-Brille möglich.

3D-Bilder auf großen Outdoor-Displays

Marty McFly, der Held des Films „Back to the Future Part II” wird mit einer Zeitmaschine aus dem Jahr 1985 in den 21. Oktober 2015 transportiert. In der aus damaliger Sicht utopisch-hochtechnologisierten Welt der Zukunft erlebt Marty viele Überraschungen.

Eine davon ist ein überdimensionales Display über einem Kino, aus dem ein zähnefletschender Hai dreidimensional auf Marty zuzukommen scheint. Realistische Konzepte für solche 3D-Bildschirme gab es damals, als der Film entstand, freilich noch nicht. Heute jedoch ist eine solche Technologie in Griffweite.

Einen ersten Prototyp entwickelte die Firma TriLite Technologies gemeinsam mit der TU Wien bereits vor einigen Monaten: Jedes einzelne 3D-Pixel (genannt „TrixelTM“) des Bildschirms besteht aus einem Laser und einem beweglichen Spiegel. Der Spiegel lenkt die Lichtstrahlen immer wieder über das gesamte Sichtfeld, von ganz links bis ganz rechts. Währenddessen kann der Bildinhalt laufend verändert werden. Mit diesem Ansatz kann man dem linken Auge ein anderes Bild anzeigen als dem rechten, wodurch ein 3D-Effekt entsteht.

Neuer Prototyp, rechtzeitig zum Back to the Future Day

Nun wurde ein zweiter, deutlich leistungsfähigerer Prototyp vorgestellt. Im Gegensatz zur ersten Version handelt es sich nun um ein Farbdisplay, dafür mussten in jeden einzelnen Trixel drei verschiedenfarbige Laser für Rot, Grün und Blau eingebaut werden. Das Modul hat 12x9 Trixel, man kann nach Belieben eine größere Zahl solcher Module zu einem großen Outdoor-Bildschirm zusammenfügen.

„Die Software für die Steuerung der Module und die Anzeige von Filmen haben wir auch bereits entwickelt“ sagt Jörg Reitterer (TriLite Technologies und Doktorand von Prof. Ulrich Schmid am Institut für Sensor- und Aktuatorsysteme der TU Wien). „Man kann einen handelsüblichen Datenträger eines 3D-Films einlegen und auf unserem Display abspielen.“

„Die Basistechnologie wurde bereits 2011 von TriLite Technologies erfunden. An der TU Wien wurde an drei Instituten unter anderem an der Steuerung der Trixel und an ihrer Verbindung untereinander gearbeitet. Die Technologie ist heute bereits marktreif und wir sind derzeit weltweit auf der Suche nach Partnern für die Massenproduktion.“ sagt Dr. Franz Fidler, CTO von TriLite Technologies.

Rückfragehinweis:
Jörg Reitterer
TU Wien / TriLite Technologies GmbH
Trappelgasse 4, 1040 Wien
Tel.: +43 720 347290 30
reitterer@trilite-tech.com

Weitere Informationen:

https://www.tuwien.ac.at/aktuelles/news_detail/article/9249/ Nachlese mit Zusatzinfo
https://www.osapublishing.org/oe/abstract.cfm?uri=oe-22-22-27063 Originalpublikation in "Optics Express"
https://www.tuwien.ac.at/dle/pr/aktuelles/downloads/2015/backtothefuture/ Weitere Bilder

Dr. Florian Aigner | Technische Universität Wien

Weitere Berichte zu: 3D-Bilder 3D-Bildschirme Aktuatorsysteme CTO Laser Prototyp Sichtfeld Spiegel Steuerung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Effizienter produzieren dank digitaler Simulation
24.01.2020 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

nachricht Schnelles & langsames Denken: Neues DFKI-Projekt soll Deep-Learning-Verfahren verlässlicher machen
23.01.2020 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie man ein Bild von einem Lichtpuls macht

Um die Form von Lichtpulsen zu messen, brauchte man bisher komplizierte Messanlagen. Ein Team von MPI Garching, LMU München und TU Wien schafft das nun viel einfacher.

Mit modernen Lasern lassen sich heute extrem kurze Lichtpulse erzeugen, mit denen man dann Materialien untersuchen oder sogar medizinische Diagnosen erstellen...

Im Focus: Ein ultraschnelles Mikroskop für die Quantenwelt

Was in winzigen elektronischen Bauteilen oder in Molekülen geschieht, lässt sich nun auf einige 100 Attosekunden und ein Atom genau filmen

Wie Bauteile für künftige Computer arbeiten, lässt sich jetzt gewissermaßen in HD-Qualität filmen. Manish Garg und Klaus Kern, die am Max-Planck-Institut für...

Im Focus: Integrierte Mikrochips für elektronische Haut

Forscher aus Dresden und Osaka präsentieren das erste vollintegrierte Bauelement aus Magnetsensoren und organischer Elektronik und schaffen eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung von elektronischer Haut.

Die menschliche Haut ist faszinierend und hat viele Funktionen. Eine davon ist der Tastsinn, bei dem vielfältige Informationen aus der Umgebung verarbeitet...

Im Focus: Dresdner Forscher entdecken Mechanismus bei aggressivem Krebs

Enzym blockiert Wächterfunktion gegen unkontrollierte Zellteilung

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) haben gemeinsam mit einem...

Im Focus: Integrate Micro Chips for electronic Skin

Researchers from Dresden and Osaka present the first fully integrated flexible electronics made of magnetic sensors and organic circuits which opens the path towards the development of electronic skin.

Human skin is a fascinating and multifunctional organ with unique properties originating from its flexible and compliant nature. It allows for interfacing with...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

HDT-Tagung: Sensortechnologien im Automobil

24.01.2020 | Veranstaltungen

Tagung befasst sich mit der Zukunft der Mobilität

22.01.2020 | Veranstaltungen

ENERGIE – Wende. Wandel. Wissen.

22.01.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Physik lebender Systeme - Wie Proteine die Zellachse finden

27.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

Bioreaktor Kuh - Antikörper aus der Kuh ersetzen Antibiotika

27.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

INNOVENT startet Innovatives Anwenderprojekt (INNAP) „Sol-Gel-Beschichtungen für temperaturempfindliche Substrate“

27.01.2020 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics