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Umweltschutz und Sicherheit für den Bergbau: Ein globales Thema

29.10.2009
Steinkohle gehört nach wie vor zu den weltweit wichtigsten Energieträgern. In Sachen Umwelt- und Sicherheitsstandards gilt der deutsche Steinkohlenbergbau international als vorbildlich.

Im Rahmen der 6th International Conference on Mining Science & Technology, die Mitte Oktober im chinesischen Xuzhou stattfand, tauschte sich Professor Dr. Frank Otto von der Technischen Fachhochschule (TFH) Georg Agricola mit internationalen Fachkollegen über die Anwendbarkeit deutscher Standards auf andere Bergbauregionen aus.

Insbesondere in China gewinnt die Erforschung ingenieurtechnischer Verfahren für Umweltschutz und Sicherheit zunehmend an Bedeutung. So arbeitet beispielsweise Professor Zhenqi Hu vom Pekinger Engineering Research Center of Mining Environment and Ecological Safety an der Bekämpfung von Haldenbränden. Allein in Chinas Nordosten nehmen brennende Halden eine Fläche von rund 50 qkm ein. Der Hintergrund: In Abraumhalden des Steinkohlenbergbaus kommt es immer wieder vor, dass sich darin befindliche Kohlenreste selbst entzünden. Die Folge sind Emissionen des Klimakillers CO2 sowie der hochgiftigen bzw. stark umweltschädlichen Stoffe Schwefeldioxid, Schwefelwasserstoff, Kohlenmonoxid und verschiedener Kohlenwasserstoff-Verbindungen. In Deutschland hat sich zur Eindämmung bzw. Verhinderung von Haldenbränden das Verfahren der Injektionsbohrungen bewährt, bei dem Baustoffe mit Hochdruck in die Halde injiziert werden, so dass eine unterirdische Feuerschutzwand entsteht. Professor Otto stellte dieses Verfahren auf der Konferenz vor und vereinbarte mit Professor Hu, gemeinsam weiter an der optimalen Gestaltung von Halden im Sinne des Umweltschutzes zu arbeiten.

Auch Sedimentationsbecken, sogenannte "Tailings", in die in Wasser schwebende feinkörnige Bergbaurückstände gespült werden, stellen in vielen Ländern ein erhebliches Risiko für Mensch und Umwelt dar. Oft sind die Dämme für diese Tailings nur unzureichend gesichert, was weltweit zu einer großen Zahl an Unfällen führt, wie Professor Andy Fourie von der University of Western Australia auf der Konferenz ausführte. Auch hier ergaben sich Anknüpfungspunkte an Professor Ottos Arbeit. "In Deutschland wenden wir beim Bau und der Überwachung von Sedimentationsbecken die strengen Maßstäbe der Talsperrenaufsicht an. Deshalb hat es in Deutschland in den letzten Jahrzehnten, anders als in vielen Ländern, keine tödlichen Unfälle mehr gegeben.", erklärte der Bochumer Umweltgeotechniker. Fourie lud Otto zum weiteren wissenschaftlichen Austausch ein. In dessen Rahmen werden auch Studierende der TFH im Jahr 2011 Gelegenheit haben, bei ihrer Abschlussexkursion die west-australische Bergbauregion zu besuchen.

Während seines China-Besuchs setzte Professor Otto auch die Gespräche mit Bergbaubetreibern in Xuzhou im Rahmen der Forschungskooperation mit der China University of Mining and Technology (CUMT) fort. Nach dem Besuch einer chinesischen Delegation aus Wissenschaftlern und Unternehmern im September dieses Jahres in Bochum traf Otto dazu nun erneut mit Donglin Cai, Vicepresident der Xuzhou Coal Mining Group zusammen. Die Xuzhou Mining Group, die nach eigenen Angaben mit 100 Mio. Tonnen pro Jahr mehr als viermal so viel Steinkohle fördert wie der gesamte deutsche Bergbau, gehört zu den Partnern des Sino-German Science Centers, das die China University of Mining and Technology in Zusammenarbeit u.a. mit der TFH Georg Agricola betreibt. Das im vergangenen Jahr gegründete Center widmet sich insbesondere Forschungsprojekten zum Umweltschutz im Bergbau sowie zur Rekultivierung von Bergsenkungsgebieten.

Stephan Düppe | idw
Weitere Informationen:
http://www.tfh-bochum.de/

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