Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der flüssige Fingerabdruck von Wirbelstürmen

20.09.2019

Forscherin der HU untersucht „El Niño“.

Das klimatische Phänomen „El Niño/Southern Oscillation“ führt im mesoamerikanischen und karibischen Raum immer wieder zu Naturkatastrophen – extreme Trockenheit und schwere Wirbelstürmen. Zuletzt erlebte die Region 2014–2016 eine Dürre, bei der 3,5 Millionen Menschen unter Nahrungsmangel litten.


Die Forscherin Dörthe Tetzlaff der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) untersuchte zusammen mit einem internationalen Team, welchen Weg das Wasser nimmt, das die El-Niño-Wirbelstürme mit sich führen.

Für die Analyse nutzte sie stabile Isotope als Fingerabdruck des Wassers. Die Ergebnisse der Studie helfen, um extreme Wetterereignisse besser vorherzusagen und um deren Wirkung auf Wasserressourcen und aquatische Ökosysteme zu verstehen. Die Studie wurde jetzt in Nature Communications veröffentlicht.

Isotope als Marker für Wirbelstürme

In der Studie wurde ein einzigartiger Datensatz von stabilen Isotopen in zeitlich hoher Auflösung und in räumlich großer Ausdehnung über mehrere mittelamerikanische Länder hinweg genutzt, um die Herkunftsräume von Niederschlag während extremer Hurrikans zu quantifizieren.

Stabile Wasserisotope (2H and 18O) sind Marker um die Herkunft, die Fließwege und das Alter von Wasser zu bestimmen. Diese Isotope kommen natürlich vor, sind Teile des Wassermoleküls und ermöglichen Fingerabdrücke von Wasser. Sie zeigen eindeutig auf, wie lange das Wasser mit welchem Material in Verbindung stand.

Vielfältige Anwendungsmöglichkeiten

„Um Anpassungsmaßnahmen an diese extremen hydroklimatischen Ereignisse in der Region zu verbessern, müssen wir noch mehr über die Entstehung und Folgen von tropischen Zyklonen in Zeiten des globalen Umweltwandels herausfinden. Stabile Isotope eröffnen hervorragende Möglichkeiten, um die Verteilung von Wasser in der Region zu untersuchen.

Trockenereignisse in Brandenburg können damit ebenso erforscht werden wie Wirbelstürme in Mittelamerika“, sagt Prof. Dörthe Tetzlaff, die neben ihrer Professur an der HU auch die Abteilung Ökohydrologie am IGB Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei leitet.

Die Forscherin war Teil eines internationalen Teams aus Costa Rica, Deutschland, Großbritannien, USA, Kuba, den Bahamas und Japan, welches mit Hilfe modernster Isotopenanalysen die extremen Regenfälle von drei Hurrikans in der Karibik und im Atlantischen Becken im Stundentakt und in Echtzeit untersucht hat.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Prof. Dr. Dörthe Tetzlaff, Geographisches Institut, Humboldt-Universität zu Berlin, Tel.: 030 2093-9437, E-Mail: doerthe.tetzlaff@geo.hu-berlin.de

Originalpublikation:

“Deciphering key processes controlling rainfall isotopic variability during extreme tropical cyclones””, Ricardo Sánchez-Murillo, Ana M. Durán-Quesada, Germain Esquivel-Hernández, Daniela Rojas-Cantillano, Christian Birkel, Kristen Welsh, Minerva Sánchez-Lull, Carlos M. Alonso-Hernández, Doerthe Tetzlaff, Chris Soulsby, Jan Boll, Naoyuki Kurita, Kim M. Cobb. Nature Communicatios 2019 https://www.nature.com/articles/s41467-019-12062-3

Boris Nitzsche | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
https://www.hu-berlin.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Was unter dem Yellowstone-Vulkan passiert
17.10.2019 | Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ

nachricht Eine Festung aus Eis und Schnee
04.10.2019 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste Ameise der Welt - Wüstenflitzer haben kurze Beine, aber eine perfekte Koordination

Silberameisen gelten als schnellste Ameisen der Welt - obwohl ihre Beine verhältnismäßig kurz sind. Daher haben Forschende der Universität Ulm den besonderen Laufstil dieses "Wüstenflitzers" auf einer Ameisen-Rennstrecke ergründet. Veröffentlicht wurde diese Entdeckung jüngst im „Journal of Experimental Biology“.

Sie geht auf Nahrungssuche, wenn andere Siesta halten: Die saharische Silberameise macht vor allem in der Mittagshitze der Sahara und in den Wüsten der...

Im Focus: Fraunhofer FHR zeigt kontaktlose, zerstörungsfreie Qualitätskontrolle von Kunststoffprodukten auf der K 2019

Auf der K 2019, der Weltleitmesse für die Kunststoff- und Kautschukindustrie vom 16.-23. Oktober in Düsseldorf, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR das breite Anwendungsspektrum des von ihm entwickelten Millimeterwellen-Scanners SAMMI® im Kunststoffbereich. Im Rahmen des Messeauftritts führen die Wissenschaftler die vielseitigen Möglichkeiten der Millimeterwellentechnologie zur kontaktlosen, zerstörungsfreien Prüfung von Kunststoffprodukten vor.

Millimeterwellen sind in der Lage, nicht leitende, sogenannte dielektrische Materialien zu durchdringen. Damit eigen sie sich in besonderem Maße zum Einsatz in...

Im Focus: Solving the mystery of quantum light in thin layers

A very special kind of light is emitted by tungsten diselenide layers. The reason for this has been unclear. Now an explanation has been found at TU Wien (Vienna)

It is an exotic phenomenon that nobody was able to explain for years: when energy is supplied to a thin layer of the material tungsten diselenide, it begins to...

Im Focus: Rätsel gelöst: Das Quantenleuchten dünner Schichten

Eine ganz spezielle Art von Licht wird von Wolfram-Diselenid-Schichten ausgesandt. Warum das so ist, war bisher unklar. An der TU Wien wurde nun eine Erklärung gefunden.

Es ist ein merkwürdiges Phänomen, das jahrelang niemand erklären konnte: Wenn man einer dünnen Schicht des Materials Wolfram-Diselenid Energie zuführt, dann...

Im Focus: Wie sich Reibung bei topologischen Isolatoren kontrollieren lässt

Topologische Isolatoren sind neuartige Materialien, die elektrischen Strom an der Oberfläche leiten, sich im Innern aber wie Isolatoren verhalten. Wie sie auf Reibung reagieren, haben Physiker der Universität Basel und der Technischen Universität Istanbul nun erstmals untersucht. Ihr Experiment zeigt, dass die durch Reibung erzeugt Wärme deutlich geringer ausfällt als in herkömmlichen Materialien. Dafür verantwortlich ist ein neuartiger Quantenmechanismus, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift «Nature Materials».

Dank ihren einzigartigen elektrischen Eigenschaften versprechen topologische Isolatoren zahlreiche Neuerungen in der Elektronik- und Computerindustrie, aber...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

VR-/AR-Technologien aus der Nische holen

18.10.2019 | Veranstaltungen

Ein Marktplatz zur digitalen Transformation

18.10.2019 | Veranstaltungen

Wenn der Mensch auf Künstliche Intelligenz trifft

17.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Volle Wertschöpfungskette in der Mikrosystemtechnik – vom Chip bis zum Prototyp

18.10.2019 | Physik Astronomie

Innovative Datenanalyse von Fraunhofer Austria

18.10.2019 | Informationstechnologie

Das Rezept für eine Fruchtfliege

18.10.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics