Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Besseres Monitoring der Korallenriffe mit dem HyperDiver

24.08.2017

Bremer Wissenschaftler gründen mithilfe des EXIST-Programms neue Firma

Der Klimawandel bedroht die Korallenriffe. Doch wie sich diese Bedrohung konkret auf die Riffe auswirkt, ist bislang nur mit erheblichem personellen und technischem Aufwand zu kartieren und zu bewerten. Ein Team von Meeresforschern aus dem Bremer Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie plant mit HyperSurvey eine eigene Firma zu gründen, die ganz neue Wege gehen wird. Unterstützung kommt dabei von dem EXIST-Gründerstipendium, einer Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi).


Die Komponanten des Hyperdivers

Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie


Der HyperDiver kam in der südlichen Karibik, den Marianen im Pazifik und in Papua Neu-Guinea zum Einsatz. Mit dem HyperDiver-System kann ein Taucher bis zu 40 Quadratmeter Riff jede Minute

Benjamin Mueller, Carmabi

Wie funktioniert das HyperDiver System?

Wie bei den bekannten Satellitensystemen zur Umweltüberwachung basiert das neue HyperDiver-System auf einem optischen Sensor, der eine Vielzahl von Wellenlängen gleichzeitig überwachen kann. Ziel ist es, Umweltparameter in großem Ausmaß zu messen. Bedient werden kann das kompakte System von einem einzelnen Taucher, der innerhalb kurzer Zeit große Bereiche eines Untersuchungsgebiets kartieren kann.

Schon lange kann man mit satellitengestützten Systemen den Zustand von Regenwäldern verfolgen. Das Prinzip beruht auf den optischen Eigenschaften der Pflanzenfarbstoffe und hat sich seit Jahrzehnten bewährt. Tote Bäume zeigen ein anderes Lichtspektrum als lebende. Dieses Prinzip haben die Bremer Forscher auf das Korallenriff übertragen. Ihr neuer Ansatz beruhte auf der Annahme, dass der Zustand der Korallen sich anhand ihrer Farbspektren bestimmen ließe. Eine Bilderkennungssoftware sollte dann zusätzlich anhand der äußeren Form die Korallenarten per Software automatisch zuordnen und bestimmen.

Computer lernen Korallen zu bewerten

Das erste HyperDiver System wurde von Dr. Arjun Chennu mit Paul Färber vom Bremer Max-Planck-Institut entwickelt und war ein voller Erfolg. Die kleine Plattform ist mit verschiedenen Kameras und Auftriebskörpern so austariert, dass sie im Wasser schwebt und so leicht beweglich ist.

Um ein Korallenriff zu kartieren, muss der Taucher nur das Untersuchungsgebiet in Mäandern abfahren.
„Man schafft damit ungefähr 40 m² Riff in jeder Minute. Unser Gerät ist momentan optimiert für den Einsatz von Korallenriffen, doch wir planen weitere Einsatzgebiete wie Seen und die flachen Küstenbereiche der Ozeane,“ sagt Dr. Arjun Chennu.

Doch das HyperDiver System liefert zunächst nur Rohdaten. Der Meeresbiologe Dr. Joost den Haan vom HyperDiver –Team erläutert das Analyseverfahren: „Das grundlegende Prinzip ist ein Selbstlernender Algorithmus, der von uns angelernt wurde. Wir als Biologen kennen die verschiedenen Lebensformen wie Hart- und Weichkorallen, Schwämme, Algen, Seesterne, Seegurken und Anemonen.

Unser Wissen haben wir dem Computersystem beigebracht. Der klare Vorteil dieses automatisierten Ansatzes ist, dass man für die eigentliche Datenerfassung nur eine Person braucht, die taucht und das Gerät bedient. Jede Person, die tauchen kann, kann mit dem Gerät ohne großen Aufwand Monitoring machen. Und wir wollen das Gerät auch an Forschungsschiffen und ferngesteuerten Tauchrobotern montieren. Unser großer Vorteil ist, dass die Dateneingabe automatisch geschieht. Die Analyse geschieht später an Land und das System erzeugt automatisch Karten und Berichte“

Die Firma Hypersurvey, das sind Dr. Joost den Haan, Meeresbiologe und Geschäftsführer, Raja Kandukuri als Hardwarespezialist und Guy Rigot als Softwarespezialist, hat eine eigene Webseite www.hypersurvey.com , auf der die wesentlichen Informationen für zukünftige Geschäftspartner zu finden ist.

„Das neue HyperDiver System ist erheblich kostengünstiger und schneller als herkömmliche Monitoringverfahren, bei denen einzelne Meeresbiologen die Riffe entlang eines Maßbandes begutachten. Wir bieten Universitäten, Forschungsinstituten und Behörden aber auch der Privatwirtschaft und Umweltorganisationen ein effektives Werkzeug für ihre Arbeit an,“ sagt Dr. Joost den Haan.

Unterstützung und erste Finanzierung

Als Mentoren begleiten das Projekt Dr. Dirk de Beer und Dr. Arjun Chennu vom Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie. Das HyperDiver-Konzept fand auch sofort Zuspruch bei den Verantwortlichen für das EXIST-Programm, einer Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi), das jetzt ein Stipendium zur Verfügung stellt. Weitere tatkräftige Unterstützung und organisatorische Hilfe erhält das Projekt vom MPIMM. Das Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie, an dem Dr. Arjun Chennu und der Elektroingenieur Paul Färber den ersten HyperDiver entwickelten, bietet den Forschern Labor- und Büroplätze für die nächsten 10 Monate. Weitere Hilfe kommt vom Bremer Hochschulinitiative zur Förderung von Unternehmerischem Denken, Gründung und Entrepreneurship BRIDGE.

Rückfragen an

Dr. Joost den Haan
Telefon: 0421 2028 – 832, jhaan(at)mpi-bremen.de oder j.denhaan(at)hypersurvey.com
Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie

www.mpi-bremen.de 

Dr. Arjun Chennu
Telefon: 0421 2028 – 832, achennu(at)mpi-bremen.de

Oder an die Pressesprecher
Dr. Manfred Schlösser
Telefon: 0421 2028 – 704, mschloes(at)mpi-bremen.de

Dr. Fanni Aspetsberger
Telefon: 0421 2028 – 947, faspetsb(at)mpi-bremen.de

Dr. Manfred Schloesser | Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Besser Bohren – Neues Nanokomposit stabilisiert Bohrflüssigkeiten
11.12.2018 | Technische Universität Braunschweig

nachricht Projektstart ViWaT-MEKONG-Planning: Nachhaltige Wasser- und Landnutzung für das Mekongdelta
11.12.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: New Foldable Drone Flies through Narrow Holes in Rescue Missions

A research team from the University of Zurich has developed a new drone that can retract its propeller arms in flight and make itself small to fit through narrow gaps and holes. This is particularly useful when searching for victims of natural disasters.

Inspecting a damaged building after an earthquake or during a fire is exactly the kind of job that human rescuers would like drones to do for them. A flying...

Im Focus: Neuartige Lasertechnik für chemische Sensoren in Mikrochip-Größe

Von „Frequenzkämmen“ spricht man bei speziellem Laserlicht, das sich optimal für chemische Sensoren eignet. Eine revolutionäre Technik der TU Wien erzeugt dieses Licht nun viel einfacher und robuster als bisher.

Ein gewöhnlicher Laser hat genau eine Farbe. Alle Photonen, die er abstrahlt, haben genau dieselbe Wellenlänge. Es gibt allerdings auch Laser, deren Licht...

Im Focus: Topological material switched off and on for the first time

Key advance for future topological transistors

Over the last decade, there has been much excitement about the discovery, recognised by the Nobel Prize in Physics only two years ago, that there are two types...

Im Focus: Neue Methode verpasst Mikroskop einen Auflösungsschub

Verspiegelte Objektträger ermöglichen jetzt deutlich schärfere Bilder / 20fach bessere Auflösung als ein gewöhnliches Lichtmikroskop - Zwei Forschungsteams der Universität Würzburg haben dem Hochleistungs-Lichtmikroskop einen Auflösungsschub verpasst. Dazu bedampften sie den Glasträger, auf dem das beobachtete Objekt liegt, mit maßgeschneiderten biokompatiblen Nanoschichten, die einen „Spiegeleffekt“ bewirken. Mit dieser einfachen Methode konnten sie die Bildauflösung signifikant erhöhen und einzelne Molekülkomplexe auflösen, die sich mit einem normalen Lichtmikroskop nicht abbilden lassen. Die Studie wurde in der NATURE Zeitschrift „Light: Science and Applications“ veröffentlicht.

Die Schärfe von Lichtmikroskopen ist aus physikalischen Gründen begrenzt: Strukturen, die näher beieinander liegen als 0,2 tausendstel Millimeter, verschwimmen...

Im Focus: Supercomputer ohne Abwärme

Konstanzer Physiker eröffnen die Möglichkeit, Supraleiter zur Informationsübertragung einzusetzen

Konventionell betrachtet sind Magnetismus und der widerstandsfreie Fluss elektrischen Stroms („Supraleitung“) konkurrierende Phänomene, die nicht zusammen in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Januar und Februar 2019

11.12.2018 | Veranstaltungen

Eine Norm für die Reinheitsbestimmung aller Medizinprodukte

10.12.2018 | Veranstaltungen

Fachforum über intelligente Datenanalyse

10.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bose-Einstein-Kondensate können Gravitationswellen derzeit wohl kaum nachweisen

12.12.2018 | Physik Astronomie

Neue Testmethode verbessert Tuberkulose-Diagnose bei Nashörnern

12.12.2018 | Biowissenschaften Chemie

Alles unter Kontrolle: Fraunhofer LBF sorgt für mehr Zuverlässigkeit bei Medizingeräten

12.12.2018 | Medizintechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics