Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das Studium der Veränderungen der Erde

25.05.2005


Die seismische Gefahrenabschätzung im Gebiet von Aigion, am Golf von Korinth in Griechenland, wurde unter der Schirmherrschaft des CORSEIS-Projekts ausgiebig studiert. Das Projekt führte zu wichtigen Verbesserungen in Hinblick auf die Methodologie- und Beobachtungstools sowie auf die Modellierung der Erdkrusten- und Verwerfungsmechanik.



Erdbeben stellen eine der wichtigsten zerstörerischen Naturkatastrophen dar, die weltweit zahlreiche Menschenleben und den Verlust von materiellem Eigentum fordern. An keinem der Standorte scheint das Auftreten von Erdbeben einem speziellen Muster zu folgen, was es der Gesellschaft unmöglich macht, ein hohes Maß an Vorbereitungen zu treffen. Zu diesem Ziel können wissenschaftliche Entwicklungen und neue Technologien bedeutend beitragen.



Ein sich abzeichnendes Verfahren, das die SAR-Inferometrie (Synthetic Aperture Radar) nutzt, ermöglicht die Erkennung subtiler Veränderungen der Erdoberfläche im Laufe langer Zeiträume. Dieses Verfahren verfügt über eine erhöhte Genauigkeit und Zuverlässigkeit und beruht auf dem Vergleich interferometrischer Phasen aufeinander folgender SAR-Bilder (Synthetic Aperture Radar).

Verglichen mit anderen Methoden verfügt SAR auch über das Potenzial, hochauflösende Bilder erdbebenanfälliger Gebiete und topografische Daten zu liefern. Die Schlüsselinnovation bei dieser Methode ist die Fähigkeit, die Deformation des Erdbebens mit erhöhter räumlicher Auflösung aufzuzeichnen. Die Erkennung vertikaler Bewegungen ist bis heute einer der Nachteile dieser Methode.

Um diesem Bedürfnis gerecht zu werden, wurden im Rahmen des Projekts zahlreiche Interferogramme der Beobachtungsregion analysiert, um detaillierte Kenntnisse der damit verbundenen permanenten Streuungseffekte zu gewinnen. Dies könnte die korrekte Entfernung der troposphärischen Beiträge ermöglichen und so wiederum zur Erkennung der vertikalen Bewegungen führen.

Man erreichte die Minimierung der troposphärischen Beiträge in den Interferogrammen sowohl auf globaler als auch auf lokaler Ebene. Der methodologische Ansatz umfasste Verfahren zur Filterung und Abdeckung des meteorologischen Lärms für eine verbesserte Kohärenz der Bildpunkte. Zusätzlich dazu wurde unter der Annahme eines horizontalen homogenen Tropospärenmodells ein Zusammenhang zwischen der Phase der kohärentesten Bildpunkte und deren Anhebung gesucht.

Mit einem befriedigenden Unsicherheitsgrad im Bereich von 5 mm wurden das korrigierte Interferogramm und die Aufzeichnung der Durchschnittsdeformation verglichen und keine post-seismische Deformation für den entsprechenden Zeitraum festgestellt. Die entwickelte Methodologie soll die SAR-Interferometriestudien verbessern und zu einer umfassenderen seismischen Gefahrenabschätzung führen.

Dr. Pascal Bernard | ctm
Weitere Informationen:
http://www.ipgp.jussieu.fr/index2.html

Weitere Berichte zu: Deformation Erkennung Interferogramm Radar

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Wie viel Schutt liegt auf Gletschern?
09.11.2018 | Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ

nachricht CO₂-Uhr des MCC auf neusten Stand gebracht
09.11.2018 | Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Graphen auf dem Weg zur Supraleitung

Doppelschichten aus Graphen haben eine Eigenschaft, die ihnen erlauben könnte, Strom völlig widerstandslos zu leiten. Dies zeigt nun eine Arbeit an BESSY II. Ein Team hat dafür die Bandstruktur dieser Proben mit extrem hoher Präzision ausgemessen und an einer überraschenden Stelle einen flachen Bereich entdeckt. Möglich wurde dies durch die extrem hohe Auflösung des ARPES-Instruments an BESSY II.

Aus reinem Kohlenstoff bestehen so unterschiedliche Materialien wie Diamant, Graphit oder Graphen. In Graphen bilden die Kohlenstoffatome ein zweidimensionales...

Im Focus: Datensicherheit: Aufbruch in die Quantentechnologie

Den Datenverkehr noch schneller und abhörsicher machen: Darauf zielt ein neues Verbundprojekt ab, an dem Physiker der Uni Würzburg beteiligt sind. Das Bundesforschungsministerium fördert das Projekt mit 14,8 Millionen Euro.

Je stärker die Digitalisierung voranschreitet, umso mehr gewinnen Datensicherheit und sichere Kommunikation an Bedeutung. Für diese Ziele ist die...

Im Focus: A Leap Into Quantum Technology

Faster and secure data communication: This is the goal of a new joint project involving physicists from the University of Würzburg. The German Federal Ministry of Education and Research funds the project with 14.8 million euro.

In our digital world data security and secure communication are becoming more and more important. Quantum communication is a promising approach to achieve...

Im Focus: Research icebreaker Polarstern begins the Antarctic season

What does it look like below the ice shelf of the calved massive iceberg A68?

On Saturday, 10 November 2018, the research icebreaker Polarstern will leave its homeport of Bremerhaven, bound for Cape Town, South Africa.

Im Focus: Forschungsschiff Polarstern startet Antarktissaison

Wie sieht es unter dem Schelfeis des abgebrochenen Riesen-Eisbergs A68 aus?

Am Samstag, den 10. November 2018 verlässt das Forschungsschiff Polarstern seinen Heimathafen Bremerhaven Richtung Kapstadt, Südafrika.

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wer rechnet schneller? Algorithmen und ihre gesellschaftliche Überwachung

12.11.2018 | Veranstaltungen

Profilierte Ausblicke auf die Mobilität von morgen

12.11.2018 | Veranstaltungen

Mehrwegbecher-System für Darmstadt: Prototyp-Präsentation am Freitag, 16. November, 11 Uhr

09.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Ein magnetisches Gedächtnis für den Computer

12.11.2018 | Energie und Elektrotechnik

Autonomes Parken wird erprobt

12.11.2018 | Informationstechnologie

Multicopter und Satelliten für den Rettungseinsatz

12.11.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics