Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationales seismisches Weitwinkel-Experiment

28.05.2003


Geowissenschaftler sprengen Anfang Juni in Sachsen und Bayern



In Zentral-Sachsen und in Nordost-Bayern wird Anfang Juni die Erde einige Male ein wenig beben. Ursache dafür sind keine Erdbeben, sondern Sprengungen, die einem wissenschaftlichen Forschungsprojekt zu neuen Erkenntnissen verhelfen sollen.



Wissenschaftler der Universitäten Jena und Leipzig sowie der TU Bergakademie Freiberg nehmen an einem internationalen seismischen Weitwinkel-Experiment teil. Darin wird die Beschaffenheit der Erdkruste und der oberen Erdschichten untersucht. "Die Erkenntnisse sollen dabei helfen, dass wir in Zukunft besser vorhersagen können, wie sich Erdbeben in diesen Gebieten ausbreiten werden", sagt Dr. Alexander Hemmann von der Universität Jena. "Außerdem ermöglichen uns die Daten weitere Aufschlüsse über die Geologie und Tektonik der Regionen", erklärt der Jenaer Geophysiker. Dazu werden im Rahmen des Experiments für eine begrenzte Zeit seismische Registrier-Apparaturen installiert, die die durch die Sprengungen ausgelösten Signale aufzeichnen. Die Rekonstruktion der Laufwege dieser Signale erlaubt detaillierte Aussagen über die Bodenformationen.

Doch vor dem späteren Schutz der Region steht die Untersuchung, bei der vom 2.-6. Juni Sprengungen durchgeführt werden müssen. "Dafür kamen nur wenige Steinbrüche in Frage, da eine ganze Reihe wissenschaftlicher und geo-technischer Bedingungen erfüllt sein müssen", erläutert Hemmann die Auswahl der Orte. In Bayern sind je ein Steinbruch der Fa. Hans Deuerlein GmbH & Co KG Schotterwerke und der Dipl.-Ing. W. Maurer Betriebs-GmbH ausgewählt worden. Außerdem ist eine wissenschaftliche Sprengung im freien Gelände geplant. In Sachsen konnten je ein Steinbruch der Vereinten Porphyrbrüche a. d. Rochlitzer Berge GmbH, der Westsächsischen Steinwerke GmbH bei Diethensdorf und der Breitenauer Grauwacke GmbH & Co KG für die Beteiligung am Sprengungs-Experiment gewonnen werden. Eine wissenschaftliche Sondersprengung im Steinbruch Diethensdorf ist für den 6. Juni gegen 18 Uhr vorgesehen. Hierzu sollen die gewonnenen seismischen Signale sogar live auf eine Großleinwand projiziert werden.

"Auf Grund der großen wissenschaftlichen und internationalen Bedeutung zeigten die Steinbruchbetreiber und die Genehmigungsbehörden auf Kreis- und Landesebene eine hohe Kooperationsbereitschaft", dankt Hemmann allen Beteiligten. Neben Mitarbeitern der Universitäten und des Steinbruchs werden auch mehrere deutsche Sprengsachverständige vor Ort sein, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. "Von den Sprengungen geht keine Gefahr für Gebäude oder Menschen aus", versichert Hemmann. "Die Erschütterungen wird außer unseren sensiblen Apparaturen kaum jemand wahrnehmen können", sagt der Jenaer Geophysiker, "und die Daten helfen der Wissenschaft enorm".

Weitere Informationen zum Projekt - wie die genaue Lage der Profilabschnitte und der wissenschaftlichen Fragestellung - sind auch im Internet zu finden.

Kontakt:

Dr. Alexander Hemmann
Institut für Geowissenschaften der Universität Jena
Burgweg 11, 07749 Jena
Tel.: 03641 - 948677, Fax: - 948662
E-Mail: hemm@geo.uni-jena.de

Axel Burchardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.geo.uni-jena.de/otsn/sudets.htm

Weitere Berichte zu: Sprengung Steinbruch Weitwinkel-Experiment

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Tiefseebergbau: Forschung zu Risiken und ökologischen Folgen geht weiter
21.09.2018 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Warnung vor Hybris bei CO2-Entzug
20.09.2018 | Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Tiefseebergbau: Forschung zu Risiken und ökologischen Folgen geht weiter

21.09.2018 | Geowissenschaften

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Optimierungspotenziale bei Kaminöfen

21.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics