Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ungenutzte Abwärme soll sauberen Strom erzeugen

18.10.2012
Siemens erforscht Technologien zur effizienteren Nutzung von Abwärme aus Industrieanlagen oder Fahrzeugen - ohne dass dabei Kohlendioxid entsteht.

Bisher wird Abgas meist nur verwertet, wenn es viele hundert Grad heiß ist. Gaskraftwerke zum Beispiel erzeugen mit dem Abgas der Gasturbine Wasserdampf für den Antrieb einer Dampfturbine. Die Chemieindustrie verwendet die Abwärme der Reaktionsprodukte um beispielsweise andere Substanzen vorzuwärmen.



Je „kühler" die Abwärme jedoch wird, desto schwieriger ist ihre Verwertung. Die globale Forschung Siemens Corporate Technology (CT) untersucht nun unter anderem den Einsatz thermoelektrischer Generatoren, um in 200 bis 300 Grad Celsius heißen Umgebungen klimaneutral Strom zu erzeugen.

Die Technik hat hohes Potential, weil thermoelektrische Bauteile kostengünstig und in hohen Stückzahlen hergestellt werden können. Bisher fehlen jedoch Materialien, die in dem geforderten Temperaturbereich effizient genug sind.

In thermoelektrischen Materialien fließt Strom, wenn ein Temperaturunterschied, beispielsweise zwischen einer warmen und einer kalte Seitenfläche, besteht. Man kann sie so in einem Abgaskanal oder in einem Auspuff montieren, dass eine Seite kühl bleibt, und mit dieser Anordnung dann Strom erzeugen.

Thermoelektrische Materialien sind Festkörper, sie haben keine langen Anfahrzeiten und verarbeiten daher auch kurzzeitig anfallende Wärmemengen. Davon können zum Beispiel Kraftwerke profitieren, die künftig kurzzeitig ans Netz gehen müssen, um Schwankungen durch erneuerbare Energien auszugleichen.

Eine Hürde für die industrielle Praxistauglichkeit thermoelektrischer Generatoren ist die Entwicklung von Materialien, die bei Temperaturen von mehr als 200 Grad effizient arbeiten. Darüber hinaus müssen Verbindungstechniken gefunden werden, weil konventionelle Löttechniken den hohen Temperaturen und den Temperaturschwankungen nicht standhalten. Siemens verfolgt diese Fragen zusammen mit Hochschulen und Industriepartnern im Rahmen des Förderprojekts NEXTEC. Ein Labordemonstrator ist derzeit bei CT im Bau.

Ein weiteres Forschungsgebiet ist die Nutzung thermoelektrischer Generatoren in Fahrzeugen. Das größte Potential liegt hier bei Dieselloks oder Lkw, aber auch in Pkw könnte die Technik bei zunehmenden Benzinpreisen einen Nutzen bieten. Hier ist Siemens zusammen mit anderen Automobilfirmen am EU-Projekt HeatReCar beteiligt, das anhand eines Prototypen das Potenzial der Rückgewinnung von Abgaswärme untersucht. (IN 2012.10.3)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Vernetzte Beleuchtung: Weg mit dem blinden Fleck
18.07.2018 | Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

nachricht Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie
17.07.2018 | Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics