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Wie sich in Hochschulen Energie sparen lässt

31.05.2010
Von abgelegten Gewohnheiten
Verbundprojekt „change“ zum Energienutzungsverhalten im Öffentlichen Dienst

Bis Strom aus Kraftwerken sauberer wird und Solar-, Osmose- oder Wellenkraft wirklich wirtschaftlich genutzt werden können, bedarf es Zeit und viel Geld. Dabei könnte jeder Einzelne ad hoc Energie „gewinnen“, indem er seine Gewohnheiten im Energiekonsum ändert.

Ein Einsparpotenzial von 18 Prozent für Strom und 9 Prozent für Heizenergie allein im Hochschulbereich errechnen Ingenieure und Umweltpsychologen im Verbundprojekt „change“.

Maßnahmen zur Aktivierung eines energieeffizienten Nutzerverhaltens (Interventionspaket II) führten zu einem um 9 Prozent geringeren Stromverbrauch, das zeigt sich nun bereits nach Abschluss der ersten Projektphase.

Mehr als Standard

Weil energiesparendes Verhalten hochgradig gewohnheitsabhängig ist, greifen hier nur Maßnahmen, die eine hohe Aufmerksamkeit wecken. Daher entwickelte das „change“-Team zunächst zwei Interventionspakete (I,II) – ein Standardpaket (mit Poster, Flyer, Website, Energiespartipps via E-Mail, Infopaket mit: Anschreiben der Hochschulleitung, Infobroschüre) und ein umfassenderes Maßnahmenpaket (zusätzlich: Prompts, Selbstverpflichtung/Verlosung, Thermometer, Steckerleistengutschein, Aktionstag). An der Interventionsstudie der ersten Projektphase nahmen die Hochschulen Dortmund, Münster, Siegen und Bonn teil. Insgesamt wurden 15 Einzelgebäude einbezogen (8 Interventionsgebäude/7 Kontrollgebäude). Neben dem objektiven Energieverbrauch erfassten die Forscher über Befragungen die Verhaltensänderungen der Mitarbeiter.

Ein Portal für alle Hochschulen

In einer zweiten Projektphase wird nun auf der Basis des erfolgreichen Interventionspakets II fünf weiteren Hochschulen (Marburg, Rostock, Zittau-Görlitz, Bremen, Siegen) eine webbasierte Toolbox zur Verfügung gestellt. Zudem erarbeitet das Bochumer Team gemeinsam mit der HIS-GmbH Maßnahmen zur Verbreitung des Tools „change“ und untersucht, ob und wie es sich auf andere Organisationen und Liegenschaften übertragen lässt. Das allgemein zugängliche Portal (www.change-energie.de/webportal) möchte interessierte Akteure, meist Umweltbeauftragte der Hochschulen, dabei unterstützen, eigenständig Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen.

Das Projekt „change“

Das vom Bundesforschungsministerium (BMBF) geförderte Verbundprojekt „change“ untersucht gezielt das Energienutzungsverhalten in Öffentlichem Dienst, Unternehmen und anderen Organisationen. Das interdisziplinäres RUB-Projektteam (Psychologie und Ingenieurwissenschaften) kooperiert mit der Hochschul-Informations-System GmbH (HIS), der EnergieAgentur NRW und weiteren Hochschulen.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Ellen Matthies, Arbeitsgruppe Umwelt-und Kognitionspsychologie, Fakultät für Psychologie der Ruhr-Universität und RIPENSA (Risk Psychology, Environment and Safety), NTNU Trondheim, Norwegen, Tel.: 0234/32-22678, 0047/73591817, E-Mail: ellen.matthies@rub.de, ellen.matthies@svt.ntnu.no

Redaktion: Dr. Barbara Kruse

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.rub.de/rubin

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