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Energiekosten senken durch gemeinsamen Anbieterwechsel

10.06.2011
Studierende gründen Firma und helfen, Energiekosten zu senken

Wie nutzt man die Macht der Verbraucher auf dem Strommarkt, um einen guten Preis zu bekommen? Als die Studierenden der Wirtschaftswissenschaft Manuel Ronnefeldt, Julius Kuhn-Regnier, Paul Müller, Jonas Haut und Philipp Zentner im Sommer 2010 den Stromanbieter wechseln wollten, nahm das bislang abstrakte Studienproblem eine konkrete Gestalt an. Rund 70 % der Deutschen haben noch nie den Strom- oder Gasanbieter gewechselt und zahlen so zu viel für die Energie. Mit ihrer Firma Consumerpool wollen die Studierenden jetzt Bürger dabei unterstützen, ihre Marktmacht gezielt einzusetzen, um Geld zu sparen.

400 Euro kann man über ConsumerPool im Idealfall pro Jahr bei Gas und Strom sparen und beim Wechsel auf Ökostrom rund 3 Tonnen CO2 reduzieren. Dazu müsste man sonst 150 Bäume pflanzen. „Wir hatten die Idee, dass nicht jeder Verbraucher einzeln seinen Anbieter wechselt, sondern dass man mit mehreren Leuten gleichzeitig auf die Preiswippe springt, um noch bessere Preise verhandeln zu können“, erklärt Ronnefeldt von der UW/H das Prinzip des Angebots. Das erreichen die Vier, indem sie über einer Internetseite wechselwillige Kunden „sammeln“. „Wir haben 600 Anmeldungen in der ersten Runde bekommen, 200 davon für Ökostrom. Oder anders gesagt: Da stehen jetzt beispielsweise 500.000 Kilowattstunden in der Ausschreibung. Das sollte doch den einen oder andern Stromanbieter zum Rabattieren bringen, oder?“ fragt Kuhn-Regnier.

ConsumerPool arbeitet in mehreren Schritten: In Phase 1 werden Kunden gesammelt. Dann wird dieser Pool geschlossen, ein neuer wird aufgemacht. Für die Strom- bzw. Gasmenge der Kunden aus der ersten Runde werden Angebote eingeholt, das Günstigste bekommt den Zuschlag. „Und da steckt unsere Arbeitsleistung drin“, erklärt Ronnefeldt das Angebot, „wir haben vorher geklärt, dass es beim Wechsel keine Probleme gibt, wir wählen für Ökostrom aus dem Wirrwarr der Siegel und Zertifikate nur solche Anbieter aus, die auch wirklich für den Ausbau regenerativer Energien eintreten.“

Die Preise von ConsumerPool müssen nicht immer die günstigsten in ganz Deutschland sein, denn viele Anbieter ködern wechselwillige mit Neukundenrabatten, die allerdings einige Fallstricke beinhalten. „Wir bieten auch an, jedes Jahr mit uns automatisch zu wechseln, aber es gibt Kunden, die wollen das nicht und daher können wir an der Stelle nicht das Letzte rausholen. Aber langfristig bieten wir einen sehr konkurrenzfähigen Tarif an, der vor allem transparent und fair und nicht an zahllose Bedingungen geknüpft ist, wie es viele Anbieter, die mit hohen Neukundenboni, werben machen.“

Alles, was Wechselwillige tun müssen, ist sich auf www.ConsumerPool.de anzumelden. Nach Ablauf der Auktion wird eine Woche später der ausgehandelte Vertrag dem Kunden zugänglich gemacht und dieser kann entscheiden, ob er das Angebot annimmt oder nicht. Die Abwicklung des Wechsels läuft dann unkompliziert direkt über den neuen Anbieter. „Das schöne am deutschen Markt ist: Die Grundversorger sind gesetzlich verpflichtet zu liefern. Keiner kann im Dunkeln stehen oder muss befürchten, die Heizung bliebe im Winter kalt“, beruhigt Kuhn-Regnier. Im schlimmsten Fall zahle man halt den alten Preis weiter, wenn der neue Vertrag nicht zustande kommt.

Weitere Informationen bei Manuel Ronnefeldt, Handynummer unter 02302/926-805/849, kontakt@consumerpool.de, http://www.consumerpool.de

Kay Gropp | Universität Witten/Herdecke
Weitere Informationen:
http://www.consumerpool.de

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