Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Licht verbraucht weltweit viel zuviel Energie

30.06.2006
Effiziente Beleuchtung kann Stromverbrauch um zehn Prozent drosseln

Ohne schnelle Aktionen wird der Energieverbrauch nur für Beleuchtung im Jahr 2030 80 Prozent höher sein als heute. Zu diesem Schluss kommen Experten in einer Studie der internationalen Energie Agentur IEA in Paris. 19 Prozent des globalen Stromverbrauchs geht nur für die Beleuchtung auf. Die Experten kritisieren vor allem eines: die Beleuchtungskörper haben sich in den vergangenen 100 Jahren nahezu nicht verändert.

"Beleuchtung ist einer der größten Stromfresser", so Paul Waide, IEA-Senior Policy Analyst und einer der Studienautoren. "Licht verbraucht mehr Strom als alle Wasser- und Atomkraftwerke der Welt herstellen." Die Menge an CO2, die dabei entsteht, macht etwa 70 Prozent der globalen Emissionen des Autoverkehrs und drei Mal soviel wie die gesamten Emissionen der Luftfahrt aus. Die Studie, die den G8-Staaten präsentiert wurde, soll darauf aufmerksam machen, Strategien für eine nachhaltigere Beleuchtung zu entwickeln.

Es gebe nicht sehr viele Erfindungen, die sich seit 100 Jahren nahezu kaum verändert haben, ätzt BBC-Online. Eine davon ist die Glühbirne, die mehr oder weniger der Original-Erfindung von Joseph Swan und Thomas Edison entspricht. Dabei ist die Energieeffizienz der "Großmutter der Beleuchtungskörper" schlichtweg katastrophal: Nur fünf Prozent des Energieverbrauchs werden zu Licht umgewandelt. Die größten "Konsumenten" sind aber die Leuchtstoffröhren, die weltweit fast alle Büros und öffentlichen Gebäude erleuchten. Hier sei die Energieeffizienz wesentlich besser, wenn auch nicht optimal. Je nach Bauart beträgt sie zwischen 15 und 60 Prozent.

Auch das Liebkind der "westlichen Mittelklasse" - die Halogenlampen - bekommen im IEA-Bericht ihr Fett ab: "Das ist mit Abstand die ineffizienteste Beleuchtung, die es gibt." Sie erzeugen große Mengen an Abwärme und heizen dadurch Wohnräume auf. "Diese Hitze macht es dann womöglich notwendig, eine Klimaanlage zur Kühlung zu installieren." Heftig kritisiert wird auch, dass auf der Erde immer noch viele Menschen leben, die kein elektrisches Licht nutzen können. Sie sind auf Lampen oder Laternen angewiesen, die mit fossilen Brennstoffen befeuert werden. "Diese Beleuchtung ist ineffizient, gibt schlechtes Licht und sorgt durch Abgase für eine Beeinträchtigung der Gesundheit und Umwelt", so der Bericht.

"Es gibt keinen Grund, warum man nicht auf umweltfreundliche Sparlampen umsteigt", so Waide. Eine Möglichkeit wäre etwa, Codes zur Energieeffizienz bei Beleuchtungskörpern für Gebäude zu erlassen. Solche rechtlichen Rahmenbedingungen werden nun in China für Neubauten geschaffen. Der Grund dafür sei einfach und logisch: Wenn die Energieeffizienz nicht erhöht wird, müsste alle acht Jahre ein Kraftwerk der Größe des Drei-Schluchten-Damms errichtet werden.

Der Bericht richtet sich aber auch an alle Einzelpersonen in Zukunft auf Energiesparlampen umzusteigen. Zwar sei die Anschaffung der Lampen teurer, aber die Rechnung gehe dennoch auf, wenn man die deutlich niedrigeren Energiekosten und die längere Lebensdauer der Energiesparlampen mit einrechnet. "10.000 Stunden Licht aus Glühbirnen kosten 85 Euro, bei den Energiesparlampen allerdings nur 25 Euro", so Waide. Kritiken seitens der Konsumenten wegen verkürzter Lebensdauer von Energiesparlampen will Waide mit rechtlichen Regelungen kompensieren. Eine bessere Regulierung des Produktsektors durch Regierungen sei ein Schlüssel.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.iea.org

Weitere Berichte zu: Beleuchtung Energieeffizienz Energiesparlampe Stromverbrauch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Mit Sensoren gegen Falschfahrer: Jungforscher bringen Frühwarnsystem zur Marktreife
21.08.2018 | Universität des Saarlandes

nachricht IHP-Technologie darf in den Weltraum fliegen
20.08.2018 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Mischung macht‘s: Jülicher Forscher entwickeln schnellladefähige Festkörperbatterie

Mit Festkörperbatterien sind aktuell große Hoffnungen verbunden. Sie enthalten keine flüssigen Teile, die auslaufen oder in Brand geraten könnten. Aus diesem Grund sind sie unempfindlich gegenüber Hitze und gelten als noch deutlich sicherer, zuverlässiger und langlebiger als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Jülicher Wissenschaftler haben nun ein neues Konzept vorgestellt, das zehnmal größere Ströme beim Laden und Entladen erlaubt als in der Fachliteratur bislang beschrieben. Die Verbesserung erzielten sie durch eine „clevere“ Materialwahl. Alle Komponenten wurden aus Phosphatverbindungen gefertigt, die chemisch und mechanisch sehr gut zusammenpassen.

Die geringe Stromstärke gilt als einer der Knackpunkte bei der Entwicklung von Festkörperbatterien. Sie führt dazu, dass die Batterien relativ viel Zeit zum...

Im Focus: It’s All in the Mix: Jülich Researchers are Developing Fast-Charging Solid-State Batteries

There are currently great hopes for solid-state batteries. They contain no liquid parts that could leak or catch fire. For this reason, they do not require cooling and are considered to be much safer, more reliable, and longer lasting than traditional lithium-ion batteries. Jülich scientists have now introduced a new concept that allows currents up to ten times greater during charging and discharging than previously described in the literature. The improvement was achieved by a “clever” choice of materials with a focus on consistently good compatibility. All components were made from phosphate compounds, which are well matched both chemically and mechanically.

The low current is considered one of the biggest hurdles in the development of solid-state batteries. It is the reason why the batteries take a relatively long...

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Dialog an Deck, Science Slam und Pong-Battle

21.08.2018 | Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Zukünftige Informationstechnologien: Wärmetransport auf der Nanoskala unter die Lupe genommen

21.08.2018 | Physik Astronomie

Bedeutung des „Ozeanwetters“ für Ökosysteme

21.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Auf dem Weg zur personalisierten Medizin

21.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics