Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Leitfaden zur Wärmefluss-Thermographie - Zerstörungsfreie Prüfung mit Bildverarbeitung

13.06.2005


Der Band 8 der Fraunhofer-Vision-Leitfaden-Reihe widmet sich dem Thema der Wärmefluss-Thermographie als zerstörungsfreiem Prüfverfahren für die Qualitätssicherung. Die Wärmefluss-Thermographie ist eine Prüftechnik, mit deren Hilfe unterhalb der Oberfläche liegende und daher äußerlich nicht sichtbare Fehlstellen in Werkstücken erkannt werden können, indem der Wärmefluss beziehungsweise die Wärmeleitfähigkeit in den Prüflingen analysiert wird. Grundsätzliche Vorteile des thermographischen Wärmefluss-Prüfverfahrens sind das bildgebende Funktionsprinzip, die hohe Prüfgeschwindigkeit und die relativ einfache Automatisierbarkeit.


Titelseite Leitfaden 8
Quelle: Fraunhofer-Allianz Vision



Das Verfahren ist für eine Vielzahl von verschiedenen Branchen geeignet. Typische Anwendungsbeispiele sind unsichtbare Materialdefekte in Form von Haftungs- und Klebefehlern, Delaminationen, Blasen, Lunkern oder Rissen. Interessant sind auch die Möglichkeiten zur Bestimmung von Schichtdicken in Verbundmaterialien, zur Kontrolle von Schweißnähten oder zur Detektion von Fremdkörpern in Lebensmitteln.



Die Wärmefluss-Thermographie ist in ihrer Ausprägung als "industrielles" ZfP-Verfahren noch relativ jung, da erst in jüngster Zeit leistungsfähige und praxistaugliche Infrarot-Kameras zur Verfügung stehen. Der neue Band der Fraunhofer-Vision-Leitfaden-Reihe möchte das aktuelle Wissen über das neue Messverfahren in allgemein verständlicher Form zur Verfügung stellen. Die Leser sollen eine realistische Vorstellung bezüglich der Anwendungsmöglichkeiten und des Einsparungspotenzials im Hinblick auf die Bewältigung eigener Prüfaufgaben erhalten.

Zum Inhalt

Im ersten Teil werden nach einer Einführung in die Thematik der zerstörungsfreien Prüftechniken zunächst die fachlichen Grundlagen der Wärmefluss-Thermographie vorgestellt. Thermographie-Verfahren können je nach Zufuhr der Wärme in das Prüfobjekt eingeteilt werden in aktive, passive, Impuls- und Lock-In-Thermographie. Zur Auswertung der Wärmebilder kommen für jedes Verfahren spezielle Algorithmen zum Einsatz. Die Erzeugung der Wärme im Prüfling erfolgt mit Hilfe unterschiedlicher Anregungsquellen. Weiterhin wird ein Überblick über den Aufbau und die Verfügbarkeit von Infrarot-Sensoren gegeben.

Im zweiten Teil werden einige Anwendungsmöglichkeiten vorgestellt. Die aktive Online-Thermographieprüfung eignet sich zum Beispiel zur Schriftzeichenerkennung unter Lack oder zur Prüfung von Verklebungen lackierter Bleche. Mit einem aktiven Thermographiesystem werden keramikbeschichtete Gasturbinenschaufeln in der kompletten Fertigungskette vom Guss der Schaufel über die Nachbearbeitung bis zum Aufbringen der Wärmedämmschicht geprüft. Im Elektronikbereich werden mittels Lock-In-Thermographie Bauteile und Baugruppen auf ihre Funktionstüchtigkeit untersucht. Die Qualitätssicherung in der Automobilfertigung ist ein weiterer sehr großer Einsatzbereich für die Wärmefluss-Prüfung. Es existieren fertigungsintegrierte Systeme zur Prüfung von Laserschweißnähten oder Widerstands-Schweißpunkten. Darüber hinaus können Blasen in hinterschäumten Instrumententafeln sicher erkannt werden.

Im letzten Teil findet der Leser einige Hinweise zu Literatur, Zeitschriften, Verbänden und Vereinigungen, Messen und Seminaren, Workshops und Tagungen, mit deren Hilfe er sich weiter in die Thematik Wärmefluss-Thermographie einarbeiten kann.

Der "Leitfaden zur Wärmefluss-Thermographie - Zerstörungsfreie Prüfung mit Bildverarbeitung" (ISBN 3-8167-6754-0) umfasst 48 Seiten mit zahlreichen Abbildungen und Produktpräsentationen industrieller Anbieter. Er kann gegen eine Schutzgebühr von 15,50 EUR über den Buchhandel oder direkt über das Büro der Fraunhofer-Allianz Vision in Erlangen bezogen werden.

Kontakt:
Fraunhofer-Allianz Vision
Regina Fischer, M. A.
Am Wolfsmantel 33
91058 Erlangen
Telefon 0 91 31/7 76-5 30
Telefax 0 91 31/7 76-5 99
E-Mail: vision@fraunhofer.de

Fachliche Anfragen:
Dr.-Ing. Norbert Bauer
Telefon 0 91 31/7 76-5 00
E-Mail: vision@fraunhofer.de

Presse-Anfragen:
Regina Fischer, M.A.
Telefon 0 91 31/7 76-5 30
E-Mail: vision@fraunhofer.de

Die Fraunhofer-Allianz Vision ist ein Zusammenschluss von Fraunhofer-Instituten zu den Themen Bildverarbeitung, optische Inspektion und 3-D-Messtechnik, Röntgenmesstechnik und zerstörungsfreie Prüfung.

Regina Fischer M.A. | idw
Weitere Informationen:
http://www.vision.fhg.de/de/1/texte/312.html
http://www.vision.fhg.de/de/5/presse/88.html
http://www.vision.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Vernetzte Beleuchtung: Weg mit dem blinden Fleck
18.07.2018 | Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

nachricht Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie
17.07.2018 | Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vernetzte Beleuchtung: Weg mit dem blinden Fleck

18.07.2018 | Energie und Elektrotechnik

BIAS erhält Bremens größten 3D-Drucker für metallische Luffahrtkomponenten

18.07.2018 | Verfahrenstechnologie

Verminderte Hirnleistung bei schwachem Herz

18.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics