Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Secur-O-bot mit Sensor­sonden

05.06.2008
Ein Bewachungsroboter, der selbstständig Sensorsonden verteilt und wieder einsammelt

Der Bereich der Servicerobotik - mobile, autonome oder semiautonome Systeme, die der Mensch als Assistenzsysteme einsetzt - wird als einer der wachstumsstärksten Märkte der Gegenwart angesehen.

Dabei bildet besonders der Bereich der Sicherheit und Überwachung eine zentrale Untergruppe der Servicerobotik. Zahlen der International Federation of Robotics (IFR) prognostizieren alleine für den Sektor Bewachung zwischen 2007 und 2010 einen Anstieg von 160 auf 5500 eingesetzte Roboter.

Secur-O-bot
Das Fraunhofer IPA und die Firma Neobotix, ein Spin-off-Unternehmen aus dem vom BMBF geförderten Leitprojekt MORPHA, haben gemeinsam einen innovativen autonomen Bewachungsroboter entwickelt, der über robuste Mechanik, leistungsfähige Navigation und flexibel konfigurierbare Sensorik verfügt, außergewöhnlich praxistauglich und extrem preisgünstig ist. Dieser Be­wachungsroboter der zweiten Generation setzt neue Maßstäbe hinsichtlich der Bedien- und autonomen Fahrfunktionen.

Umgebungskarten werden schnell und komfortabel interaktiv eingelernt, Fahrtrouten können problemlos auch von ungelerntem Personal erstellt werden; danach findet sich der Roboter auch in unstrukturierten Umgebungen bestens zurecht. Die Sensoren sind flexibel je nach Anwendungsfall konfigurierbar: Die Ausstattungs­varianten reichen von Standardsystemen wie Kamera, Radar und Ultraschall bis zu akustischer Ortung und thermographischer Überwachung. Der 30 kg schwere Roboter mit einer Grundfläche von 400 x 400 mm ist in der Basisversion mit Ultraschallsensoren und einem schwenkbaren Sensorkopf ausgerüstet, auf dem eine Kamera mit integriertem Webserver und Bewegungsmelder sitzt. Er kann ca. acht Stunden fahren und sucht dann selbstständig die Ladestation auf. Die Luftbereifung ermöglicht auch Wege über unebenes Terrain, eine Outdoor-Variante befindet sich bereits in Entwicklung. Die Anwendungsgebiete reichen von Gebäudesicherung über Telepräsenzanwen­dungen bis hin zu Überwachungs­aufgaben.

Sensorsonden
Bisher erhältliche Überwachungsroboter überwachen jeweils nur den von der aktuellen Roboterposition aus "sichtbaren" Bereich der Umgebung. Um jedoch auch ohne fest installierte Sensoren eine flächige Überwachung von Anlagen und Gebäuden zu erreichen, stellt das Fraunhofer IPA ein innovatives Konzept, den Einsatz von Sensorsonden, vor. Durch das automatische Ausbringen und Wiederaufnehmen kleiner, autarker Sensorsonden seitens der mobilen Ro­bo­ter­einheit, kann die Überwachungsfähigkeit eines einzelnen Secur-O-bot durch jede zusätzliche ausgebrachte Sensorsonde um ein Vielfaches vergrößert wer­den, ohne die hohen Kosten einer flächendeckenden Festinstallation zu verursachen.

Die Sonden werden in einem Magazin, in dem sechs Stück einen Platz finden, am Roboter direkt mitgeführt und aus diesem heraus abgesetzt und wieder aufgenommen. Je nach Anforderung und aktueller Gefahrensitua­tion lässt sich die Ausbringung und Position der Sensorsonden dynamisch verändern, wodurch schnell und angemessen auf die jeweiligen Einsatzerfordernisse reagiert werden kann.

Funktionen
Die Sensorsonden sind etwa 20 cm hoch und lassen sich mit den unterschiedlichsten Sensoren bestücken, um sie so lokal vor Ort für Überwachungs- und Messaufgaben einzusetzen. So können die Sensorsonden z. B. erkennen: Feuer, Rauch, Gas, Wärme, Bewegung oder auch menschliche Eindringlinge. Aber auch für Mess- und Dokumentationsaufgaben lassen sich die Sensorsonden einsetzen wie z. B. zum Messen von Raumtemperatur und -feuchte oder auch zur Erkennung von Schadstoffen in der Luft.

Die Sensorsonden besitzen eine eigene Energieversorgung (wiederaufladbare Akkus) und können so an jeder beliebigen Stelle abgesetzt werden, um dort bis zu 4 Stunden Daten aufzunehmen und entsprechende Meldungen über WLAN an den Bewachungsroboter oder die Leitzentrale weiterzuleiten. Über ein Kommunikationsnetzwerk, das auf Basis von WDS (Wireless Distribution System) über mehrere Sensorsonden hinweg aufgebaut wird, die dann jeweils als Relais-Stationen fungieren, kann Secur-O-bot seine eigene gerichtete Funkstrecke aufbauen - speziell benötigt bei der Exploration unbekannter oder nicht zuvor für den Funkverkehr eingerichteter Einsatzumgebungen.

Individuelle Lösungen
Mit seiner über 10-jährigen Erfahrung hat sich das Fraunhofer IPA als einer der führenden Experten für Serviceroboter weltweit etabliert. Dabei steht die Entwicklung kundenspezifischer, individueller Lösungen im Vordergrund.

Der Bewachungsroboter Secur-O-bot demonstriert seine Fähigkeit zur zuverlässigen Navigation in von Menschen frequentierten, dynamischen und un­strukturierten Umgebungen und seine Möglichkeiten zur autonomen Überwachung - auch mithilfe der neuen Sensorsonden, die eine patentrechtlich geschützte Entwicklung des Fraunhofer IPA, Stuttgart, sind.

Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Dipl.-Ing. (FH) Gernot Gebhard
Telefon: +49(0)711/970-1327, E-Mail: gernot.gebhard@ipa.fraunhofer.de

Hubert Grosser | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.ipa.fraunhofer.de/

Weitere Berichte zu: Bewachungsroboter Roboter Secur-O-bot Sensor Sensorsonde

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Physiker entwickeln Magnetfeldsensoren, die günstig großflächige Areale überwachen können
15.10.2019 | Universität des Saarlandes

nachricht Fraunhofer IZM setzt das E-Auto auf die Überholspur
11.10.2019 | Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fraunhofer FHR zeigt kontaktlose, zerstörungsfreie Qualitätskontrolle von Kunststoffprodukten auf der K 2019

Auf der K 2019, der Weltleitmesse für die Kunststoff- und Kautschukindustrie vom 16.-23. Oktober in Düsseldorf, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR das breite Anwendungsspektrum des von ihm entwickelten Millimeterwellen-Scanners SAMMI® im Kunststoffbereich. Im Rahmen des Messeauftritts führen die Wissenschaftler die vielseitigen Möglichkeiten der Millimeterwellentechnologie zur kontaktlosen, zerstörungsfreien Prüfung von Kunststoffprodukten vor.

Millimeterwellen sind in der Lage, nicht leitende, sogenannte dielektrische Materialien zu durchdringen. Damit eigen sie sich in besonderem Maße zum Einsatz in...

Im Focus: Solving the mystery of quantum light in thin layers

A very special kind of light is emitted by tungsten diselenide layers. The reason for this has been unclear. Now an explanation has been found at TU Wien (Vienna)

It is an exotic phenomenon that nobody was able to explain for years: when energy is supplied to a thin layer of the material tungsten diselenide, it begins to...

Im Focus: Rätsel gelöst: Das Quantenleuchten dünner Schichten

Eine ganz spezielle Art von Licht wird von Wolfram-Diselenid-Schichten ausgesandt. Warum das so ist, war bisher unklar. An der TU Wien wurde nun eine Erklärung gefunden.

Es ist ein merkwürdiges Phänomen, das jahrelang niemand erklären konnte: Wenn man einer dünnen Schicht des Materials Wolfram-Diselenid Energie zuführt, dann...

Im Focus: Wie sich Reibung bei topologischen Isolatoren kontrollieren lässt

Topologische Isolatoren sind neuartige Materialien, die elektrischen Strom an der Oberfläche leiten, sich im Innern aber wie Isolatoren verhalten. Wie sie auf Reibung reagieren, haben Physiker der Universität Basel und der Technischen Universität Istanbul nun erstmals untersucht. Ihr Experiment zeigt, dass die durch Reibung erzeugt Wärme deutlich geringer ausfällt als in herkömmlichen Materialien. Dafür verantwortlich ist ein neuartiger Quantenmechanismus, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift «Nature Materials».

Dank ihren einzigartigen elektrischen Eigenschaften versprechen topologische Isolatoren zahlreiche Neuerungen in der Elektronik- und Computerindustrie, aber...

Im Focus: An ultrafast glimpse of the photochemistry of the atmosphere

Researchers at Ludwig-Maximilians-Universitaet (LMU) in Munich have explored the initial consequences of the interaction of light with molecules on the surface of nanoscopic aerosols.

The nanocosmos is constantly in motion. All natural processes are ultimately determined by the interplay between radiation and matter. Light strikes particles...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Verletzungen des Sprunggelenks immer ärztlich abklären lassen

16.10.2019 | Veranstaltungen

Digitalisierung trifft Energiewende

15.10.2019 | Veranstaltungen

Bauingenieure im Dialog 2019: Vorträge stellen spannende Projekte aus dem Spezialtiefbau vor

15.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Verletzungen des Sprunggelenks immer ärztlich abklären lassen

16.10.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Fraunhofer FHR zeigt kontaktlose, zerstörungsfreie Qualitätskontrolle von Kunststoffprodukten auf der K 2019

16.10.2019 | Messenachrichten

Es braucht mehr als einen globalen Eindruck, um einen Fisch zu bewegen

16.10.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics