Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nervengiften in Meeresfrüchten auf der Spur

17.03.2010
Toxine blockieren lebenswichtigen Rezeptor

Substanzen aus Mikroalgen, die sich in Fischen, Muscheln und Krebsen anreichern, können zu schweren Vergiftungen führen. Forscher des CNRS und des CEA haben nun zum ersten Mal die Mechanismen der zwei Algengifte, so genannte Phycotoxine, erforscht. Sie berichten im Fachmagazin PNAS darüber, wie und warum diese Substanzen neurologische Symptome hervorrufen.

"Die Entdeckungen sollen dazu beitragen, eine Basis für die Entwicklung neuer Screening-Methoden solcher Toxine zu finden", erklärt der Mikrobiologe Yves Bourne vom CNRS gegenüber pressetext. Die beiden untersuchten Phycotoxine, ein Spirolid und ein Gymnodimin, gehören zu schnell wirkenden Giften, die im Mäuseversuch innerhalb weniger Minuten zum Tod der Tiere führten.

Gifte attackieren lebenswichtigen Rezeptor

Die Gifte blockieren einen lebenswichtigen Rezeptor - den Nikotinischen Acetylcholinrezeptor (nAChR). Diese Transmembranrezeptoren befinden sich auf der Membran von Muskel- und Nervenzellen und erlauben die Passage von kleinen ionisierten Molekülen in und aus der Zelle. Durch diese Blockade des Toxins kommt es zu Ausfällen und Störungen der Muskeln.

"Wir konnten genau feststellen wie diese Gifte an den Rezeptor binden", erklärt der Forscher. Dieses Wissen soll in Zukunft dazu führen, Schnelltests von Muschelfleisch zu entwickeln mit denen die Präsenz solcher Gifte nachweisbar ist.

Ballastwassertanks transportieren Gifte um die Welt

"Bekannt ist, dass in Ballastwassertanks von Schiffen solche einzelligen Algen, die diese Gifte produzieren, rasch um die Welt transportiert werden können", bestätigt Bourne. 1991 wurden Muschelkontaminationen in Kanada, dann vor der Küste Norwegens, Spaniens und Tunesiens bekannt. 2005 haben Behörden im Becken von Arcachon - einer bevorzugten Austernregion - kontaminierte Schalentiere entdeckt und kurzfristig Verkaufsverbote verhängt. "Das Thema ist sehr komplex und es gibt zum Teil viel zu wenig Literatur darüber", meint der Wissenschaftler.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.afmb.univ-mrs.fr

Weitere Berichte zu: Acetylcholinrezeptor CNRS Gift Meeresfrüchte Nervengift Phycotoxine Rezeptor Toxine nAChR

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Komplexe biologische Systeme können nicht ohne Chaos existieren
17.02.2020 | Universität Rostock

nachricht Neue Hauptdarsteller im Meeresboden: Eine bislang kaum beachtete Bakteriengruppe im Rampenlicht
17.02.2020 | Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lichtpulse bewegen Spins von Atom zu Atom

Forscher des Max-Born-Instituts für Nichtlineare Optik und Kurzpulsspektroskopie (MBI) und des Max-Planck-Instituts für Mikrostrukturphysik haben durch die Kombination von Experiment und Theorie die Frage gelöst, wie Laserpulse die Magnetisierung durch ultraschnellen Elektronentransfer zwischen verschiedenen Atomen manipulieren können.

Wenige nanometerdünne Filme aus magnetischen Materialien sind ideale Testobjekte, um grundlegende Fragestellungen des Magnetismus zu untersuchen. Darüber...

Im Focus: Freiburg researcher investigate the origins of surface texture

Most natural and artificial surfaces are rough: metals and even glasses that appear smooth to the naked eye can look like jagged mountain ranges under the microscope. There is currently no uniform theory about the origin of this roughness despite it being observed on all scales, from the atomic to the tectonic. Scientists suspect that the rough surface is formed by irreversible plastic deformation that occurs in many processes of mechanical machining of components such as milling.

Prof. Dr. Lars Pastewka from the Simulation group at the Department of Microsystems Engineering at the University of Freiburg and his team have simulated such...

Im Focus: Transparente menschliche Organe ermöglichen dreidimensionale Kartierungen auf Zellebene

Erstmals gelang es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, intakte menschliche Organe durchsichtig zu machen. Mittels mikroskopischer Bildgebung konnten sie die zugrunde liegenden komplexen Strukturen der durchsichtigen Organe auf zellulärer Ebene sichtbar machen. Solche strukturellen Kartierungen von Organen bergen das Potenzial, künftig als Vorlage für 3D-Bioprinting-Technologien zum Einsatz zu kommen. Das wäre ein wichtiger Schritt, um in Zukunft künstliche Alternativen als Ersatz für benötigte Spenderorgane erzeugen zu können. Dies sind die Ergebnisse des Helmholtz Zentrums München, der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und der Technischen Universität München (TUM).

In der biomedizinischen Forschung gilt „seeing is believing“. Die Entschlüsselung der strukturellen Komplexität menschlicher Organe war schon immer eine große...

Im Focus: Skyrmions like it hot: Spin structures are controllable even at high temperatures

Investigation of the temperature dependence of the skyrmion Hall effect reveals further insights into possible new data storage devices

The joint research project of Johannes Gutenberg University Mainz (JGU) and the Massachusetts Institute of Technology (MIT) that had previously demonstrated...

Im Focus: Skyrmionen mögen es heiß – Spinstrukturen auch bei hohen Temperaturen steuerbar

Neue Spinstrukturen für zukünftige Magnetspeicher: Die Untersuchung der Temperaturabhängigkeit des Skyrmion-Hall-Effekts liefert weitere Einblicke in mögliche neue Datenspeichergeräte

Ein gemeinsames Forschungsprojekt der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und des Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat einen weiteren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage am 14. und 15. März 2020: „Mach es einfach!“

12.02.2020 | Veranstaltungen

4. Fachtagung Fahrzeugklimatisierung am 13.-14. Mai 2020 in Stuttgart

10.02.2020 | Veranstaltungen

Alternative Antriebskonzepte, technische Innovationen und Brandschutz im Schienenfahrzeugbau

07.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erste Untersuchungsergebnisse zum "Sensations-Meteoritenfall" von Flensburg

17.02.2020 | Geowissenschaften

Lichtpulse bewegen Spins von Atom zu Atom

17.02.2020 | Physik Astronomie

Freiburger Forscher untersucht Ursprünge der Beschaffenheit von Oberflächen

17.02.2020 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics