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Management von Saatgutbanken - Wissenschaftler der Universität Osnabrück entwickeln einen effizienten Keimfähigkeitstest

26.07.2019

Die Vielfalt von Wild- und Nutzpflanzen schwindet rasant. Eine der Möglichkeiten, pflanzliche Biodiversität zu bewahren, sind Saatgutbanken. Das Management solcher Sammlungen ist aufwendig: Die eingelagerten Samen müssen regelmäßig auf ihre Keimfähigkeit untersucht werden. Bisherige Tests sind unzuverlässig. Die Osnabrücker Biologen Dr. Said Mohammed, Dr. Samik Bhattacharya und apl. Prof. Dr. Klaus Mummenhoff haben nun einen Keimfähigkeitstest etabliert, der diese Nachteile nicht aufweist und berichten darüber in der renommierten Fachzeitschrift "Trends in Plant Science" (https://doi.org/10.1016/j.tplants.2019.05.014).

Bislang verwendete Tests sind teils unzuverlässig, kosten viel Zeit und sind personalaufwendig, oder beschädigen die getesteten Samen.


Ein neuer einfacher und zuverlässiger Keimfähigkeitstest erleichtert das Management von Saatgutbanken: In jeder Vertiefung wird ein Same auf Keimfähigkeit untersucht.

Foto: Universität Osnabrück/Klaus Mummenhoff


Dr. Samik Bhattacharya bei der Untersuchung der Keimfähigkeit von Saatgut aus der Loki-Schmidt-Genbank für Wildpflanzen des Botanischen Gartens der Universität Osnabrück.

Foto: Universität Osnabrück/Klaus Mummenhoff

„Für den jetzt in Osnabrück entwickelten einfach durchzuführenden und zuverlässigen Test wird zu einzelnen Samen eine Testflüssigkeit gegeben und ein Farbumschlag zeigt die Keimfähigkeit an“, so der Pflanzenwissenschaftler Mummenhoff.

Eine blaue Testflüssigkeit zeigt voll vitale und keimfähige Samen an, eine pinkfarbene bereits gealterte Samen, während eine farblose Lösung beschädigte und nur bedingt keimfähige bis abgestorbene Samen anzeigt.

„Der Farbumschlag beruht auf einer natürlichen Freisetzung von organischen Substanzen aus alternden Samen. Keimfähige Samen werden durch den Test nicht geschädigt und können später erneut getestet werden“, berichtet der Osnabrücker Biologe weiter.

Neben einer Untersuchung von einzelnen Proben kann der Test auch mit üblichen Laborgeräten automatisiert werden. Pro Tag können so tausende von Samenproben analysiert werden. "Bei Kosten von weniger als einem Euro pro 1000 Samenproben ist unser Test besonders interessant für Institutionen in unterentwickelten Ländern" meint Klaus Mummenhoff, einer der Autoren des Artikels.

Im Fachbereich Biologie der Universität Osnabrück werden im Botanischen Garten und der Arbeitsgruppe Botanik umfangreiche Saatgutbanken für Artenschutz- und Forschungsprogramme betreut.

Auch Proben aus der Loki-Schmidt-Genbank für Wildpflanzen des Botanischen Gartens wurden für die Entwicklung des neuen Testverfahrens verwendet.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Apl. Prof. Dr. Klaus Mummenhoff, Universität Osnabrück
Fachbereich Biologie, Arbeitsgruppe Botanik
Barbarastraße 11, 49076 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 2856
E-Mail: mummenhoff@biologie.uni-osnabrueck.de

Originalpublikation:

Fachzeitschrift "Trends in Plant Science" (https://doi.org/10.1016/j.tplants.2019.05.014)

Dr. Utz Lederbogen | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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