Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Entschlüsselung eines Giganten: Weizengenom schneller verfügbar als geplant

07.01.2016

Das Internationale Konsortium für die Sequenzierung des Weizengenoms (IWGSC) kündigt eine schnellere Entschlüsselung des Brotweizengenoms an. Spätestens 2017 erwarten die beteiligten Wissenschaftler am Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) und ihre internationalen Kollegen die Referenzsequenz aller 21 Chromosomen.

Das Internationale Konsortium für die Sequenzierung des Weizengenoms (IWGSC) kündigt eine schnellere Entschlüsselung des Brotweizengenoms bis 2017 an. Die vollständige Sequenz wird die weltweite Entwicklung ertragreicher und krankheitsresistenter Weizensorten deutlich vorantreiben.


Die vollständige Referenzsequenz des Weizengenoms ermöglicht die Entwicklung ertragreicher und krankheitsresistenter Sorten

IPK

Aufgrund seiner Größe und Komplexität ist das Weizengenom eine besondere Herausforderung für die Wissenschaft. Koordiniert durch das IWGSC arbeiten daher in einem internationalen Projekt zahlreiche öffentliche und privatwirtschaftliche Einrichtungen gemeinsam an seiner Entschlüsselung.

Ein Teilprojekt zur Sequenzierung des Genoms der Brotweizensorte Chinese Spring durch sogenanntes Whole Genome Shotgun Sequencing konnte nun durch den Einsatz eines von der israelischen Firma NRGene entwickelten Analyseverfahrens erheblich schneller realisiert werden als geplant.

Dr. Nils Stein vom Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK), der das Projekt gemeinsam mit Kollegen aus Kanada und den USA leitet, erklärt warum: „Das Verfahren ermöglicht eine deutlich schnellere und bessere Zusammensetzung der umfangreichen Illumina Sequenz-Daten. Für das zentrale Ziel des IWGSC, eine qualitativ hochwertige Genomsequenz aller Brotweizenchromosomen zur Verfügung zu stellen, war dies ein gewaltiger Durchbruch.“

Kellye Eversole, Vorsitzende des IWGSC, begrüßt diesen Erfolg: „Die vorläufigen Ergebnisse sind beeindruckend und der Zeitpunkt ist perfekt; wir können die in den letzten zehn Jahren erfassten Daten jetzt schneller integrieren und aller Voraussicht nach in weniger als zwei Jahren eine komplette Genomsequenz des Brotweizens vorlegen.“

Zu diesem Zweck werden die international beteiligten Forscher sämtliche Sequenzierungsdaten mit der Information der physikalischen Karten der einzelnen Brotweizenchromosomen zu einer Referenzsequenz des Gesamtgenoms integrieren. So entstehen Chromosomen-Sequenzen, die alle verfügbaren Informationen zu präzise lokalisierten Genen, deren regulierenden Elementen und molekularen Markern für die Züchtung darstellen. Curtis Pozniak, Projektleiter am Crop Development Centre der University of Saskatchewan, betont:

„Diese neue Referenzsequenz des Weizengenoms ist ein wichtiger Beitrag um den genetischen Bauplan einer der weltweit bedeutendsten Nahrungspflanzen zu verstehen. Forschern und Züchtern eröffnet sich damit die Möglichkeit, Gene und die mit ihnen verknüpften Merkmale wie Anpassungsfähigkeit, Stresstoleranz, Krankheitsresistenz oder Ertragsstärke sofort zu lokalisieren.“

Diese neuen Entwicklungen werden vom 9. bis 13. Januar 2016 im Rahmen der 24. Plant & Animal Genome Conference (San Diego, USA) vorgestellt. Alle Daten werden über das IWGSC öffentlich zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen

Das internationale Konsortium für die Sequenzierung des Weizengenoms (IWGSC) schätzt, dass innerhalb der nächsten zwei Jahre die vollständige Entschlüsselung des Brotweizengenoms auf Basis der physikalischen Karte der Öffentlichkeit vorgelegt werden kann. Das IWGSC koordiniert diese Arbeiten international und vereint mehr als 1.100 Mitglieder in 55 Ländern. Gegenwärtig arbeiten Forscher aus zwölf Nationen an der Sequenzierung von 14 der 21 Chromosomen. Wissenschaftler am IPK haben bereits wichtige Beiträge zur Charakterisierung des Weizengenoms geleistet, indem sie die Analyse der ersten gesamt-genomischen Weizensequenzen koordinierten und durchführten. Das erlaubte einen ersten Einblick in die Organisation dieses sehr komplexen Genoms, der durch das nun beginnende Vorhaben erweitert und vertieft werden soll. http://www.wheatgenome.org/

Das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben ist eine außeruniversitäre, mit Bundes- und Ländermitteln geförderte Forschungseinrichtung und Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Am IPK forschen und arbeiten mehr als 500 Mitarbeiter/-innen aus über 30 Nationen. Zentrales Anliegen der wissenschaftlichen Arbeiten am IPK ist die Untersuchung der genetischen Vielfalt von Kultur- und verwandten Wildpflanzen und der Prozesse, die zu ihrem Entstehen geführt haben. Daraus abgeleitet erfolgt die Aufklärung der molekularen Mechanismen, die zur Ausprägung und Variation pflanzlicher Merkmale beitragen. Hieraus erwachsende Erkenntnisse ermöglichen die Entwicklung und Anwendung von Strategien zu einer vertieften Charakterisierung und darauf aufbauend zu einer wissensbasierten Nutzbarmachung der in der Genbank vorgehaltenen pflanzengenetischen Ressourcen. http://www.ipk-gatersleben.de

Ansprechpartner für die Medien

Anne Mesecke, Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK), Geschäftsstelle des Direktoriums I Öffentlichkeitsarbeit, Corrensstraße 3, 06466 Seeland OT Gatersleben, Tel. +49 039482 5837 - Fax: +49 039482 5500 – E-Mail: mesecke@ipk-gatersleben.de

Isabelle Caugant, IWGSC Communications Officer
E-Mail: communications@wheatgenome.org, Tel. +32 484 750 634, Twitter: @wheatgenome

Fachlicher Ansprechpartner

Dr. Nils Stein, Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK), Ag Genomik genetischer Ressourcen, Corrensstraße 3, 06466 Seeland OT Gatersleben - Tel. +49 039482 5522 – E-Mail: stein@ipk-gatersleben.de

Anne Mesecke | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen
20.07.2018 | Universitätsklinikum Heidelberg

nachricht Erwiesen: Mücken können tropisches Chikungunya-Virus auch bei niedrigen Temperaturen verbreiten
20.07.2018 | Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics