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Die Ananas-Familie - Genetik entschlüsselt Verwandtschaftsverhältnis der Südfrucht

28.06.2018

Senckenberg-Wissenschaftler haben mit verschiedenen genetischen Methoden die Verwandtschaft der Ananas untersucht. Bisher war die taxonomische Einordung dieser Gattung der Bromeliengewächse unklar. Die Art Ananas comosus ist nach der Banane und Zitrusfrüchten das am häufigsten gehandelte tropische Obst. Die Studie erschien kürzlich im Fachjournal „Plant Systematics and Evolution“.

Die Ananas erlebt derzeit einen Boom: Seit den 70er Jahren war die Südfrucht mit dem charakteristischen grünen Blattschopf nicht mehr so beliebt wie heute – laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) werden jährlich etwa 25 Millionen Tonnen Ananasfrüchte in deren Anbauländern Costa Rica, Brasilien, Thailand und den Philippinen produziert.


Eine von sieben bestätigten Arten der Ananas-Gruppe: Ananas ananassoides.

Elton M.C. Leme


Das Bromeliengewächs Pseudananas sagenarius ist eine enge Verwandte der Ananas.

Elton M.C. Leme

„Obwohl wir es hier mit einer wirtschaftlich immens wichtigen Pflanze zu tun haben, ist die Ananas-Verwandtschaft aus biologisch-systematischer Sicht bisher unzureichend erforscht“, sagen Dr. Sabine Renger und Dr. Juraj Paule vom Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt und der Goethe Universität Frankfurt und fahren fort:

„Wir haben daher das Verwandtschaftsverhältnis der sieben Ananasarten und 29 weiterer Bromelienarten mit verschiedenen genetischen Methoden untersucht um zu prüfen ob es sich tatsächlich um verschiedene Ananas-Arten handelt. Zudem war noch nicht geklärt, welche Bromelien am nächsten mit der Ananas-Gruppe verwandt sind.“

Das internationale Forscherteam bestätigt in der Studie einen Art-Status der sieben Ananasarten, sowie eine enge Verwandtschaft der Gattung Ananas mit den Bromeliengewächsen Disteganthus basilateralis, Aechmea tayoensis und Pseudananas sagenarius und beschreibt eine neu entdeckte genetische Nähe mit der „Lanzenbromelie” Aechmea fernandae.

„Im Gegensatz zu vielen anderen Aechmea-Arten bilden Aechmea fernandae und Aechmea tayoensis keine Blatttrichter aus, in denen sie Wasser sammeln, was die Verwandtschaft auch morphologisch stützt. Unklar ist, inwieweit diese Verwandten der Ananas auch Möglichkeiten für die Ananaszucht bieten“, resümiert Prof. Dr. Georg Zizka, Abteilungsleiter Botanik und Molekulare Evolutionsforschung am Senckenberg Forschungsinstitut.

Kontakt
Dr. Juraj Paule
Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt
Tel. 069- 7542 1158
juraj.paule@senckenberg.de

Judith Jördens
Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1434
pressestelle@senckenberg.de

Publikation
Matuszak-Renger, S., Paule, J., Heller, S. et al. Plant Syst Evol (2018). https://doi.org/10.1007/s00606-018-1514-3

Pressebilder können kostenfrei für redaktionelle Berichterstattung verwendet werden unter der Voraussetzung, dass der genannte Urheber mit veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nur im Rahmen der aktuellen Berichterstattung zulässig.

Pressemitteilung und Bildmaterial finden Sie auch unter www.senckenberg.de/presse


Die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt an Lebensformen zu erforschen und zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen erhalten und nachhaltig nutzen zu können – dafür arbeitet die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit nunmehr 200 Jahren. Diese integrative „Geobiodiversitätsforschung“ sowie die Vermittlung von Forschung und Wissenschaft sind die Aufgaben Senckenbergs. Drei Naturmuseen in Frankfurt, Görlitz und Dresden zeigen die Vielfalt des Lebens und die Entwicklung der Erde über Jahrmillionen. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ist ein Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Das Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt am Main wird von der Stadt Frankfurt am Main sowie vielen weiteren Partnern gefördert.

Mehr Informationen unter www.senckenberg.de

Judith Jördens | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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