Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biobanken machen sich fit für die Forschung der Zukunft

13.12.2018

Moderne Biobanken tragen entscheidend dazu bei, innovative diagnostische Methoden und Therapien für die Behandlung von Patienten zu entwickeln. Für die biomedizinische Forschung sind sie deshalb unverzichtbar. Unter dem Motto „Fit for purpose“ kamen am 11. und 12. Dezember 2018 rund 300 Biobankexperten in Berlin zum 7. Nationalen Biobanken-Symposium zusammen. Gemeinsam diskutierten sie Technologien, Verfahrensweisen und Trends im Biobanking. Das Branchentreffen der deutschen Biobanken-Szene wird gemeinsam von der TMF und dem German Biobank Node (GBN) ausgerichtet.

„Biobanken müssen sich den Herausforderungen der personalisierten Medizin stellen und mit ihrer Arbeit neue Technologien und innovative Verfahren für die Forschung und Versorgung unterstützen“, eröffnete Prof. Dr. Michael Hummel, Koordinator des German Biobank Node (GBN), die Veranstaltung.


Moderne Biobanken tragen entscheidend dazu bei, innovative diagnostische Methoden und Therapien zu entwickeln

© German Biobank Node

Neue Verfahren wie das Single-Cell-Sequencing oder organoide Modellmechanismen, wie sie in der onkologischen oder kardiologischen Spitzenforschung erprobt werden, stellen hohe Anforderungen an Biobanken in Bezug auf Qualitätsstandards, personelles Know-How oder die Datendokumentation.

Unter dem Dach von TMF und GBN erarbeiten deutsche Biobanken gemeinsam Standards und Lösungen, um diesen Anforderungen zu begegnen.

Digitalisierung der Biobanken schreitet voran

Die Digitalisierung des Biobankings ist dafür ein wichtiger Meilenstein: erst durch die IT-Vernetzung zwischen Biobanken wird eine übergreifende Suche nach Proben und den zugehörigen Daten möglich, was die biomedizinische Forschung stark beschleunigen wird. Eine erste Version des im Rahmen von GBN entwickelten Werkzeugs zur föderierten Suche steht bereits zur Verfügung.

Erste ISO-Norm für Biobanking erschienen

Im Bereich des Qualitätsmanagements hat die im August 2018 veröffentlichte ISO-Norm 20387 neue Maßstäbe gesetzt – es handelt sich um die erste ISO-Norm speziell für Biobanking. Die Norm wird auch auf internationaler Ebene für mehr Vergleichbarkeit im Qualitätsmanagement sorgen, sind sich die Experten einig.

Verknüpfung von Proben und Daten aus der Patientenversorgung

Große Perspektive bietet die Verknüpfung von Proben mit Daten aus der Patientenversorgung. In der Medizininformatik-Initiative (MII), die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 150 Millionen Euro gefördert wird, haben sich alle Universitätsklinika Deutschlands zusammengeschlossen, um insbesondere die Daten aus der ärztlichen Dokumentation in der Versorgung aufzubereiten, zu harmonisieren und für die Forschung verfügbar zu machen.

Hierfür ist eine enge Zusammenarbeit zwischen MII und GBN geplant, die die Voraussetzungen für eine Verknüpfung mit Proben und Daten schafft. „Mit der fortschreitenden Digitalisierung werden Bioproben und Daten endlich gemeinsam nutzbar.

Dieses Ziel verfolgen wir konsequent im Rahmen der Medizininformatik-Initiative”, erklärt Sebastian Claudius Semler, Geschäftsführer der TMF, anlässlich des Symposiums. „Die Standardisierung der Datenstrukturen und Analyseverfahren in der Medizininformatik-Initiative trägt maßgeblich zur Qualitätssicherung der Behandlung der Patienten im Rahmen der personalisierten Medizin bei.“

Kontakt:

Wiebke Lesch, Tel.: +49 30 2200 24731, Mobil: +49 177 2663257,
E-Mail: presse@tmf-ev.de, Twitter: @tmf_eV

Über die TMF e.V.

Die TMF - Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung e. V. ist eine Non-Profit-Dachorganisation der nicht-kommerziellen medizinischen Forschung in Deutschland. Sie erarbeitet Konzepte und Lösungen für die projekt- und standortübergreifende Zusammenarbeit in organisatorischen, rechtlich-ethischen und technologischen Fragen und fördert die Verknüpfung und Translation zwischen Forschung und Versorgung.

Über den German Biobank Node (GBN)

Der German Biobank Node ist die Dachorganisation akademischer Biobanken in Deutschland. Unter der Leitung von GBN arbeiten elf Biobank-Standorte und zwei IT-Entwicklungszentren zusammen, um Biomaterialien national und international für die biomedizinische Forschung verfügbar zu machen. GBN vertritt darüber hinaus die Interessen der deutschen Biobanken in der europäischen Infrastruktur BBMRI-ERIC.

Weitere Informationen:

http://www.biobanken.de/de-de/symposium/symposium2018_top/symposium2018.aspx
http://Konferenzwebseite "7. Nationales Biobanken Symposium"

Wiebke Lesch | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Einblick in die dunkle Materie des Genoms
20.11.2019 | Max-Planck-Institut für molekulare Genetik

nachricht Neuer Weg entdeckt, um Killerzellen «umzuprogrammieren»
19.11.2019 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eine Fernsteuerung für alles Kleine

Atome, Moleküle oder sogar lebende Zellen lassen sich mit Lichtstrahlen manipulieren. An der TU Wien entwickelte man eine Methode, die solche „optischen Pinzetten“ revolutionieren soll.

Sie erinnern ein bisschen an den „Traktorstrahl“ aus Star Trek: Spezielle Lichtstrahlen werden heute dafür verwendet, Moleküle oder kleine biologische Partikel...

Im Focus: Atome hüpfen nicht gerne Seil

Nanooptische Fallen sind ein vielversprechender Baustein für Quantentechnologien. Forscher aus Österreich und Deutschland haben nun ein wichtiges Hindernis für deren praktischen Einsatz aus dem Weg geräumt. Sie konnten zeigen, dass eine besondere Form von mechanischen Vibrationen gefangene Teilchen in kürzester Zeit aufheizt und aus der Falle stößt.

Mit der Kontrolle einzelner Atome können Quanteneigenschaften erforscht und für technologische Anwendungen nutzbar gemacht werden. Seit rund zehn Jahren...

Im Focus: Der direkte Weg zur Phosphorverbindung: Regensburger Chemiker entwickeln Katalysemethode

Wissenschaftler finden effizientere und umweltfreundlichere Methode, um Produkte ohne Zwischenstufen aus weißem Phosphor herzustellen.

Pflanzenschutzmittel, Dünger, Extraktions- oder Schmiermittel – Phosphorverbindungen sind aus vielen Mitteln für den Alltag und die Industrie nicht...

Im Focus: Atoms don't like jumping rope

Nanooptical traps are a promising building block for quantum technologies. Austrian and German scientists have now removed an important obstacle to their practical use. They were able to show that a special form of mechanical vibration heats trapped particles in a very short time and knocks them out of the trap.

By controlling individual atoms, quantum properties can be investigated and made usable for technological applications. For about ten years, physicists have...

Im Focus: Neu entwickeltes Glas ist biegsam

Eine internationale Forschungsgruppe mit Beteiligung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften hat ein Glasmaterial entwickelt, das sich bei Raumtemperatur bruchfrei verformen lässt. Das berichtet das Team aktuell in "Science". Das extrem harte und zugleich leichte Material verspricht ein großes Anwendungspotential – von Smartphone-Displays bis hin zum Maschinenbau.

Gläser sind ein wesentlicher Bestandteil der modernen Welt. Dabei handelt es sich im Alltag meist um sauerstoffhaltige Gläser, wie sie etwa für Fenster und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage 2020: „Mach es einfach!“

18.11.2019 | Veranstaltungen

Humanoide Roboter in Aktion erleben

18.11.2019 | Veranstaltungen

1. Internationale Konferenz zu Agrophotovoltaik im August 2020

15.11.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Weg entdeckt, um Killerzellen «umzuprogrammieren»

19.11.2019 | Biowissenschaften Chemie

Supereffiziente Flügel heben ab

19.11.2019 | Materialwissenschaften

Energiesysteme neu denken - Lastmanagement mit Blockheizkraftwerk

19.11.2019 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics