Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

GSF untersucht molekulare Mechanismen der Krankheitsentstehung

30.05.2007
Die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren startet eine Initiative zur Systembiologie und fördert das Vorhaben bis 2011 mit 24 Millionen Euro aus dem Impuls- und Vernetzungs­fonds. Das GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit in Neuherberg koordiniert ein Projekt zur Untersuchung der mechanistischen Grundlagen von umweltbedingten Erkrankungen in Höhe von 2,45 Millionen Euro. Dabei werden 60 Prozent der Gesamtsumme von der GSF selbst getragen.

"Unser Beitrag zur Helmholtz-Initiative ist ein für die Krankheitsentwicklung hochaktuelles Thema: Störungen regulatorischer Netzwerke in zelldifferenzierenden Prozessen gelten als mögliche Ursachen für komplexe Erkrankungen", betont Prof. Dr. Hans-Werner Mewes, Leiter des GSF-Instituts für Bioinformatik.

Experimentelle Institute der GSF und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) werden mit einer neu gegründeten Arbeitsgruppe zur mathematischen Modellierung (Dr. Dr. Fabian Theis), Bioinformatikern und Ingenieuren der Universitäten München und Stuttgart in den nächsten Jahren grundlegende signalverarbeitende Prozesse der Stammzellentwicklung und der Neurogenese untersuchen. Aus biologischem Wissen und experimentellen Daten sollen mathematische Modelle entwickelt werden. Neben der Differenzierung von Stammzellen und der Genese neuronaler Zellen, gilt das Interesse der Wissenschaftler speziell dem Delta-Notch-Signalweg als Beispiel der Weitergabe von Information durch interzelluläre Signalverarbeitung. Er ist in der embryonalen Zelldifferenzierung von besonderer Bedeutung. Benannt wurde der Signalweg nach einem Rezeptor, dem Protein "Notch".

"Wir wollen den bisher nur bruchstückhaft verstandenen Einfluss nicht-codierender RNAs auf die Zelldifferenzierung genauer untersuchen", unterstreicht Mewes. Die Bedeutung des Themas wurde im letzten Jahr mit dem Medizinnobelpreis gewürdigt. "Lang­fristiges Ziel ist, die molekularen Ursachen komplexer Erkrankungen zu erforschen und neue Therapieansätze zu entwickeln".

"Gerade durch die enge Verbindung mit den Hochschulen wird die Initiative über die Grenzen der Helmholtz-Gemein­schaft zu einer Stärkung der Systembiologie in ganz Deutschland beitragen. Langfristig sollen die Ergebnisse in Diagnose, Prävention und Therapie vieler Volkskrankheiten einfließen", so Prof. Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft.

Die Systembiologie ist eine noch junge Disziplin, die versucht biologische Prozesse in ihrer Gesamtheit zu verstehen. "Auf diese Weise soll ein zusammenfassendes Bild über die Vorgänge auf allen Ebenen entstehen, vom Genom zum Proteom, von den Organellen bis zum Gesamtorganismus", erklärt Prof. Dr. Otmar Wiestler, Helmholtz-Vizepräsident für Gesundheit und Stiftungsvorstand des DKFZ. Die Systembiologie nutze dabei vor allem mathematische Modelle und Computersimulationen für die Erfassung biologischer Prozesse.

Das Netzwerk stellt Ausbildungsmöglichkeiten für den Nachwuchs sowie Technologieplattformen für alle Partner bereit. An der von Prof. Dr. Roland Eils, Abteilungsleiter am DKFZ, geleiteten Initiative sind neben universitären und anderen Partnern folgende Helmholtz-Zentren beteiligt: Deutsches Krebsforschungszentrum, GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Max-Delbrück-Centrum Berlin-Buch, Forschungszentrum Jülich, Forschungszentrum Karlsruhe, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung.

Die Initiative Systembiologie gehört zu den Leistungen der Helmholtz-Gemeinschaft im Rahmen des Pakts für Forschung und Innovation, um Exzellenz zu steigern und die Vernetzung mit Hochschulen auszubauen.

Michael van den Heuvel | idw
Weitere Informationen:
http://www.gsf.de/neu/Aktuelles/Presse/2007/systembiologie.php

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Klimafolgenforschung in Hannover: Kleine Pflanzen gegen große Wellen
17.08.2018 | Leibniz Universität Hannover

nachricht Forschende entschlüsseln das Alter feiner Baumwurzeln
17.08.2018 | Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bionik im Leichtbau

17.08.2018 | Verfahrenstechnologie

Klimafolgenforschung in Hannover: Kleine Pflanzen gegen große Wellen

17.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

HAWK-Ingenieurinnen und -Ingenieure entwickeln die leichteste 9to-LKW-Achse ihrer Art

17.08.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics