Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaftsteam entschlüsselt Schimmelpilz-Genom

22.12.2005


Innsbrucker Molekularbiologen mit 30 Institutionen an Sequenzierung beteiligt


Ein Wissenschaftsteam von 30 Institutionen - darunter auch Molekularbiologen der Universität Innsbruck - haben das Genom von drei verwandten Schimmelpilzspezies entschlüsselt. Aspergillus nidulans, Aspergillus oryzae und Aspergillus fumigatus zählen zu den Schimmelpilzen, die weltweit vorkommen und für den Menschen von großer Bedeutung sind. Das Wissenschaftsmagazin Nature berichtet über die neuen Pilzgenome in der jüngsten Ausgabe.

Die Wissenschaftler um Hubertus Haas an der Sektion für Molekularbiologie des Biozentrums Innsbruck haben einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, da sie seit Jahren am Aspergillus fumigatus, der der Erreger der so genannten Aspergillose-Erkrankung ist, forschen. Die Therapiemöglichkeiten bei dieser Erkrankung sind bisher nur sehr begrenzt. Dem Innsbrucker Team ist es schon vorher gelungen, die notwendige Eisenzufuhr des Pilzes zu stoppen und damit sein Wachstum stark einzuschränken. Die Eisenaufnahme - auch Siderophorsystem genannt - ist für die Virulenz des Schimmelpilzes essenziell. Die Forscher arbeiten derzeit an entsprechenden Ansatzpunkten für neue antifungale Therapien. "Die nun abgeschlossene Sequenzierung des Genoms von Aspergillus fumigatus ist für uns ein großer Fortschritt und wird für einen gewaltigen Schub in diesem Forschungsbereich sorgen", so Haas.


Dem Forschungsteam, das an der Sequenzierung des Genoms beteiligt war, bestand unter anderem aus Wissenschaftlern des Institute for Genomic Research (TIGR) in Maryland und der School of Medicine in Manchester. Das Team von Haas hat bei der Beschreibung jener Gene gearbeitet, die mit dem Eisenstoffwechsel assoziiert sind. Die Genomsequenz hat in kürzester Zeit wichtige Hinweise zur Aufklärung verschiedener Stoffwechsel- und Signalwege im Schimmelpilz geführt. "Auf der Basis dieser Daten können wir uns jetzt der Charakterisierung der Genfunktionen zuwenden", meint Haas. Neben Aspergillus fumigatus wurden zwei weitere Schimmelpilze der Gattung sequenziert. Aspergillus nidulans gilt seit langem als Modellsystem für die Schimmelpilzforscher, weil er über einen sexuellen Zyklus verfügt und damit klassischen genetischen Analysen zugänglich ist. Er ist sehr anpassungsfähig und kann eine Vielzahl von organischen Substraten verwerten. Aspergillus oryzae ist ungiftig und wird vor allem in Japan in der Lebensmittelproduktion eingesetzt, da die vom Pilz produzierten Enzyme bei der Fermentierung von Sojaprodukten helfen.

Aspergillus ist eine Schimmelpilzgattung, die überall an feuchten Orten vorkommt. Die verschiedenen Spezies der Gattung haben nicht nur gefährliche, sondern auch nützliche Eigenschaften. Sie sind etwa wichtig bei der Kompostierung von organischem Material, produzieren Antibiotika wie Penicillin oder werden in der Lebensmittelproduktion verwendet. Andere Pilze hingegen bilden Mykotoxine, die teilweise sehr schädlich sind und daher zur Ungenießbarkeit von Nahrungsmitteln führen. Einige Pilzspezies verursachen zudem auch Allergien.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nature.com
http://mol-biol.i-med.ac.at

Weitere Berichte zu: Aspergillus Genom Schimmelpilz Sequenzierung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Zellteilung auf Hochtouren
19.06.2019 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Ionenkanal mit Türsteher: Calcium-Ionen blockieren Kanalöffnung in Abhängigkeit vom pH-Wert
18.06.2019 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erfolgreiche Praxiserprobung: Bidirektionale Sensorik optimiert das Laserauftragschweißen

Die Qualität generativ gefertigter Bauteile steht und fällt nicht nur mit dem Fertigungsverfahren, sondern auch mit der Inline-Prozessregelung. Die Prozessregelung sorgt für einen sicheren Beschichtungsprozess, denn Abweichungen von der Soll-Geometrie werden sofort erkannt. Wie gut das mit einer bidirektionalen Sensorik bereits beim Laserauftragschweißen im Zusammenspiel mit einer kommerziellen Optik gelingt, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT auf der LASER World of PHOTONICS 2019 auf dem Messestand A2.431.

Das Fraunhofer ILT entwickelt optische Sensorik seit rund 10 Jahren gezielt für die Fertigungsmesstechnik. Dabei hat sich insbesondere die Sensorik mit der...

Im Focus: Successfully Tested in Praxis: Bidirectional Sensor Technology Optimizes Laser Material Deposition

The quality of additively manufactured components depends not only on the manufacturing process, but also on the inline process control. The process control ensures a reliable coating process because it detects deviations from the target geometry immediately. At LASER World of PHOTONICS 2019, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be demonstrating how well bi-directional sensor technology can already be used for Laser Material Deposition (LMD) in combination with commercial optics at booth A2.431.

Fraunhofer ILT has been developing optical sensor technology specifically for production measurement technology for around 10 years. In particular, its »bd-1«...

Im Focus: Additive Fertigung zur Herstellung von Triebwerkskomponenten für die Luftfahrt

Globalisierung und Klimawandel sind zwei der großen Herausforderungen für die Luftfahrt. Der »European Flightpath 2050 – Europe’s Vision for Aviation« der Europäischen Kommission für Forschung und Innovation sieht für Europa eine Vorreiterrolle bei der Vereinbarkeit einer angemessenen Mobilität der Fluggäste, Sicherheit und Umweltschutz vor. Dazu müssen sich Design, Fertigung und Systemintegration weiterentwickeln. Einen vielversprechenden Ansatz bietet eine wissenschaftliche Kooperation in Aachen.

Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT und der Lehrstuhl für Digital Additive Production DAP der RWTH Aachen entwickeln zurzeit eine...

Im Focus: Die verborgene Struktur des Periodensystems

Die bekannte Darstellung der chemischen Elemente ist nur ein Beispiel, wie sich Objekte ordnen und klassifizieren lassen.

Das Periodensystem der Elemente, das die meisten Chemiebücher abbilden, ist ein Spezialfall. Denn bei dieser tabellarischen Übersicht der chemischen Elemente,...

Im Focus: The hidden structure of the periodic system

The well-known representation of chemical elements is just one example of how objects can be arranged and classified

The periodic table of elements that most chemistry books depict is only one special case. This tabular overview of the chemical elements, which goes back to...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Rittal und Innovo Cloud sind auf Supercomputing-Konferenz in Frankfurt vertreten

18.06.2019 | Veranstaltungen

Teilautonome Roboter für die Dekontamination - den Stand der Forschung bei Live-Vorführungen am 25.6. erleben

18.06.2019 | Veranstaltungen

KI meets Training

18.06.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erfolgreiche Praxiserprobung: Bidirektionale Sensorik optimiert das Laserauftragschweißen

19.06.2019 | Messenachrichten

Blick auf die Erde vor der Sonne

19.06.2019 | Physik Astronomie

Zellteilung auf Hochtouren

19.06.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics