Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Einfach einrühren und fertig ist der Lack

25.06.2001


Mit Stir-in-Pigmenten lassen sich Lacke und Farben deutlich einfacher herstellen: Die Pigmente werden direkt eingerührt und entfalten sofort die volle Farbkraft. Herkömmliche Granulate müssen dagegen zunächst aufwändig gemahlen werden. BASF vermarktet die neuartigen Produkte unter dem Namen XfastTM, und die Pigmente sind bereits in den vier Grundfarben rot, grün, blau und gelb erhältlich.

Foto: BASF, Juni 2001


  • Neuartige Stir-in-Pigmente von der BASF vereinfachen Dekofarbenherstellung
  • Anwendung bei wässrigen Deko- und Industrielacken

Mit einer Neuentwicklung der BASF lassen sich wässrige Malerfarben und -lacke, aber auch wässrige Industrie- und Druckfarben künftig deutlich einfacher herstellen. Das Unternehmen hat die weltweit ersten direkt einrührbaren Pigmente für die Coatingsindustrie entwickelt. Die neuartigen Produkte sind unter dem Namen Xfastä bereits erhältlich und ermöglichen eine sichere und vereinfachte Produktion von Lacken und Farben. Anders als herkömmliche Pigmente müssen sie nicht mehr durch aufwändige Verfahren aufbereitet werden, bevor sie in Lacke oder Bindemittel eingebracht werden. Auf das sonst nötige Mahlen der Pigmente kann man ganz verzichten. Stattdessen lässt sich das Granulat einfach einrühren und entfaltet sofort die volle Farbkraft. Diesen Effekt erreicht die BASF durch einen speziellen Kniff bei der Herstellung der Pigmente. Die neuen Einrührprodukte werden in wässrigen Deko- und Industrielacken eingesetzt. Für das Jahr 2002 rechnet die BASF mit einem Umsatz von 500 Tonnen Xfast.

Mantel aus Chemie verhindert Klumpenbildung

Wässrige Farben und Lacke bestehen aus Bindemittel und Pigmenten, die in Wasser fein verteilt werden. Das Bindemittel ist beispielsweise bei Anstrichfarben eine weiße Paste, bei den Malern "Weißbinder" genannt. Bei Lacken ist es eine klare, viskose Flüssigkeit. Pigmente sind sehr feine Pulver, mit denen Lacke und Farben eingefärbt werden. Das herkömmliche Pigmentpulver hat aber einen großen Nachteil: Gibt man es ohne vorherige Aufbereitung in das Bindemittel, backt es zusammen und es bilden sich Klumpen. Die Folge: Das Pulver verteilt sich nicht richtig im Bindemittel, eine vollständige Farbwirkung kommt nicht zustande. Um die Klumpenbildung zu vermeiden, muss man Pigmente in einer so genannten Perlmühle, die mit kleinen Glas- und Stahlperlen gefüllt ist, gründlich mahlen. Erst dann lässt sich das Pigmentpulver im Bindemittel fein verteilen. Dieses Mahlen ist ein aufwändiger Fabrikationsabschnitt bei der Farbherstellung, zumal die Apparate bei jedem Farbwechsel gereinigt werden müssen. Ein weiterer Nachteil beim Einsatz von herkömmlichen Pigmenten ist die starke Staubentwicklung. Bei den neuartigen einrührbaren Pigmenten liegt das Geheimnis in der Herstellung: Die einzelnen Pigmentkörnchen werden mit einem chemischen Hilfsmittel ummantelt, das die Oberfläche stabilisiert. So können die feinen Pigmentteilchen nicht mehr zusammenbacken. Statt eines staubenden, sehr leicht klumpenden Pulvers sind Xfast-Pigmente als Granulat erhältlich, das sich im Bindemittel sofort fein verteilt. Zudem ist das neue Produkt rieselfähig, staubt also nicht bei der Verarbeitung. Alle anderen Eigenschaften der Pigmente bleiben erhalten. Der Weg zur Farbe ist mit den Xfast-Pigmenten wesentlich einfacher als bei herkömmlichen Produkten. Die fertige Farbe kann im Vormischbehälter zur Endfarbstärke gebracht werden, das Mahlen in der Perlmühle entfällt. Dadurch benötigt die Farbherstellung weniger Energie.

Unbegrenzt haltbare Pigmente sparen Kosten

Dr. Erwin Czech, Marketing Pigmente für Deko- und Industriefarben: "Es reicht aus, Xfast-Pigmente nur wenige Minuten in einen Weißbinder einzurühren, dann entfalten sie die volle Farbstärke. Xfast-Pigmente sind unbegrenzt haltbar und sollen bevorzugt in wasserbasierten Dekofarben, Industriefarben oder Druckfarben eingesetzt werden." Die BASF schätzt, dass die Vorteile dieser Lieferform den Kunden der Anstrichmittelindustrie eine weitere Kostenoptimierung bei der Herstellung von Dekofarben ermöglicht. Xfast-Pigmente sind bereits in den vier Grundfarben rot, grün, blau und gelb erhältlich. Gemeinsam mit einigen Dutzend Zielkunden wird die BASF die Vorteile und die Einsparpotenziale der neuen Pigmente in den kommenden Monaten in der Praxis testen. Czech: "Wenn sich beim Einsatz der Xfast Pigmente die beschriebenen Vorteile bei der Herstellung von Lacken und Anstrichfarben realisieren lassen, werden wir Xfast auch in weiteren Farben anbieten." Die BASF ist ein transnationales Unternehmen der chemischen Industrie, das seinen Wert durch Wachstum und Innovation nachhaltig steigern will. Die BASF bietet ihren Kunden ein leistungsfähiges Sortiment, das hochveredelte Chemikalien, Kunststoffe, Farbstoffe und Pigmente, Dispersionen, Fahrzeug- und Industrielacke, Pflanzenschutzmittel, Feinchemikalien sowie Erdöl und Erdgas umfasst. Die ausgeprägte Verbundstrategie ist eine besondere Stärke der BASF: Sie sichert Kostenführerschaft und somit langfristig entscheidende Wettbewerbsvorteile. Mit einem Umsatz von rund 36 Milliarden Euro und 103 000 Mitarbeitern im Jahr 2000 ist die BASF eines der weltweit führenden Chemieunternehmen. Die BASF richtet ihr Handeln am Leitbild der nachhaltig zukunftsverträglichen Entwicklung, Sustainable Development, aus. Die BASF ist börsennotiert in Frankfurt (BAS), London (BFA) und New York (BF).

Kathrin Heidbrink  | Pressemitteilungen

Weitere Berichte zu: BASF Bindemittel Lack Pigment Xfast-Pigmente

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Bienen brauchen es bunt
20.08.2018 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Künstliche Enzyme aus DNA
20.08.2018 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Mischung macht‘s: Jülicher Forscher entwickeln schnellladefähige Festkörperbatterie

Mit Festkörperbatterien sind aktuell große Hoffnungen verbunden. Sie enthalten keine flüssigen Teile, die auslaufen oder in Brand geraten könnten. Aus diesem Grund sind sie unempfindlich gegenüber Hitze und gelten als noch deutlich sicherer, zuverlässiger und langlebiger als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Jülicher Wissenschaftler haben nun ein neues Konzept vorgestellt, das zehnmal größere Ströme beim Laden und Entladen erlaubt als in der Fachliteratur bislang beschrieben. Die Verbesserung erzielten sie durch eine „clevere“ Materialwahl. Alle Komponenten wurden aus Phosphatverbindungen gefertigt, die chemisch und mechanisch sehr gut zusammenpassen.

Die geringe Stromstärke gilt als einer der Knackpunkte bei der Entwicklung von Festkörperbatterien. Sie führt dazu, dass die Batterien relativ viel Zeit zum...

Im Focus: It’s All in the Mix: Jülich Researchers are Developing Fast-Charging Solid-State Batteries

There are currently great hopes for solid-state batteries. They contain no liquid parts that could leak or catch fire. For this reason, they do not require cooling and are considered to be much safer, more reliable, and longer lasting than traditional lithium-ion batteries. Jülich scientists have now introduced a new concept that allows currents up to ten times greater during charging and discharging than previously described in the literature. The improvement was achieved by a “clever” choice of materials with a focus on consistently good compatibility. All components were made from phosphate compounds, which are well matched both chemically and mechanically.

The low current is considered one of the biggest hurdles in the development of solid-state batteries. It is the reason why the batteries take a relatively long...

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

1,6 Millionen Euro für den Aufbau einer Forschungsgruppe zu Quantentechnologien

20.08.2018 | Förderungen Preise

IHP-Technologie darf in den Weltraum fliegen

20.08.2018 | Energie und Elektrotechnik

Eröffnung des neuen Produktionsgebäudes bei Heraeus Medical in Wehrheim

20.08.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics