Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europaweites Projekt der Europäischen Union zur Untersuchung von Umwelteinflüssen auf Fruchtbarkeit und Fortpflanzung

21.05.2008
Wissenschaftler des Instituts für Anatomie und Zellbiologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sind an einem europäischen Forschungsverbund beteiligt, der von der Europäischen Union (EU) mit ca. 10 Mio € gefördert wird.

Der international zusammengesetzte Verband untersucht die negativen Einflüsse von Umweltchemikalien auf Fruchtbarkeit und Fortpflanzung von Mann und Frau.

Startschuss ist ein Treffen am 22. und 23. Mai in Kopenhagen, an dem die beteiligten Wissenschaftler sowie Vertreter der EU und der dänischen Regierung teilnehmen. Am 23. Mai findet eine Pressekonferenz mit Wissenschaftlern aus dem Forschungsverbund und den USA statt.

Den Wissenschaftlern aus Halle und den Partnern aus Großbritannien, Italien, Frankreich, den Niederlanden, Finnland, Dänemark, Spanien, Bulgarien und der Schweiz wird insgesamt eine Summe von zehn Millionen Euro für grundlagenwissenschaftliche und epidemiologische Studien von der EU zur Verfügung gestellt. Das hallesche Institut ist die einzige beteiligte Einrichtung aus Deutschland, die experimentell arbeitet. „Wir sind sehr erfreut und stolz, dass unsere langjährige Kompetenz auf diesem Gebiet international anerkannt wird“, sagt Professor Dr. Dr. Bernd Fischer, Direktor des Anatomischen Instituts.

Professor Fischer ist der Projektleiter für die Forschungsaufgaben in Halle. Sein langjähriges Forschungsgebiet ist die Wirkung von endokrinen Disruptoren auf die weibliche Reproduktion und die Embryonalentwicklung. Als endokrine Disruptoren bezeichnet man Chemikalien, die im Körper als Hormone wirken und damit das Hormonsystem des Menschen negativ beeinflussen können. Diese Stoffe können natürliche Substanzen sein, die zum Beispiel in Pflanzen vorkommen, oder aber synthetische Stoffe aus der Industrie und Landwirtschaft, wie Bestandteile von Kunststoffen oder Pestizide. Diesen Stoffen ist der Mensch jeden Tag ausgesetzt. Man nimmt sie hauptsächlich über die Nahrung auf. Diese Verbindungen können wie körpereigene Hormone wirken. Hormone dienen der Steuerung von Körperfunktionen, die sich vom Wachstum über die Fortpflanzung bis hin zum täglichen Verdauungsvorgang erstrecken. Die Disruptoren können insbesondere die Entwicklung und Funktion des männlichen und weiblichen Fortpflanzungssystems beeinflussen, das einer strengen hormonellen Regulation und Kontrolle unterliegt.

Das internationale Forschungsvorhaben ist in drei Teilgebiete untergliedert. Halle ist Teil des Projektes „Reproductive effects of environmental chemicals in females“ („Wirkung von Umweltchemikalien auf die weibliche Reproduktion“) und arbeitet dabei mit den Universitäten Aberdeen und Nottingham in Großbritannien, der Universität Mailand und einer Forschergruppe in Frankreich (INRA Jouy-en-Josas bei Paris) zusammen. Das Projekt wird in den kommenden drei Jahren durchgeführt. Neben Projektleiter Professor Fischer arbeiten auf hallescher Seite drei Wissenschaftlerinnen (Dr. Anne Navarrete Santos und die Doktorandinnen Kristina Hardt und Juliane-Susanne Schmidt) und zwei weitere Mitarbeiterinnen in dem Projekt. "Die EU wird normalerweise als Financier von Strukturmaßnahmen wahrgenommen. Sie ist aber auch einer der wichtigsten Geldgeber für Forschung. Und sie ist derzeit besonders aktiv auf den Gebieten Gesundheit und Umwelt. So kümmert sich die EU viel direkter um die Belange ihrer Bürger als häufig von ihnen wahrgenommen", so Professor Bernd Fischer aus Halle.

Jens Müller
Unternehmenskommunikation
Leiter und Pressesprecher
Universitätsklinikum Halle (Saale)
Medizinische Fakultät der
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Ernst-Grube-Str. 40
06120 Halle (Saale)
Tel: (0345) 557-1032
Fax: (0345) 557-5749

Jens Müller | Universitätsklinikum Halle (Saal
Weitere Informationen:
http://www.medizin.uni-halle.de

Weitere Berichte zu: Disruptor Fortpflanzung Fruchtbarkeit Hormon Umweltchemikalie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Titin in Echtzeit verfolgen
13.12.2019 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

nachricht Neu entdeckter Schalter steuert Zellteilung bei Bakterien
13.12.2019 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das feine Gesicht der Antarktis

Eine neue Karte zeigt die unter dem Eis verborgenen Geländeformen so genau wie nie zuvor. Das erlaubt bessere Prognosen über die Zukunft der Gletscher und den Anstieg des Meeresspiegels

Wenn der Klimawandel die Gletscher der Antarktis immer rascher Richtung Meer fließen lässt, ist das keine gute Nachricht. Denn dadurch verlieren die gefrorenen...

Im Focus: Virenvermehrung in 3D

Vaccinia-Viren dienen als Impfstoff gegen menschliche Pockenerkrankungen und als Basis neuer Krebstherapien. Zwei Studien liefern jetzt faszinierende Einblicke in deren ungewöhnliche Vermehrungsstrategie auf atomarer Ebene.

Damit Viren sich vermehren können, benötigen sie in der Regel die Unterstützung der von ihnen befallenen Zellen. Nur in deren Zellkern finden sie die...

Im Focus: Virus multiplication in 3D

Vaccinia viruses serve as a vaccine against human smallpox and as the basis of new cancer therapies. Two studies now provide fascinating insights into their unusual propagation strategy at the atomic level.

For viruses to multiply, they usually need the support of the cells they infect. In many cases, only in their host’s nucleus can they find the machines,...

Im Focus: Cheers! Maxwell's electromagnetism extended to smaller scales

More than one hundred and fifty years have passed since the publication of James Clerk Maxwell's "A Dynamical Theory of the Electromagnetic Field" (1865). What would our lives be without this publication?

It is difficult to imagine, as this treatise revolutionized our fundamental understanding of electric fields, magnetic fields, and light. The twenty original...

Im Focus: Hochgeladenes Ion bahnt den Weg zu neuer Physik

In einer experimentell-theoretischen Gemeinschaftsarbeit hat am Heidelberger MPI für Kernphysik ein internationales Physiker-Team erstmals eine Orbitalkreuzung im hochgeladenen Ion Pr9+ nachgewiesen. Mittels einer Elektronenstrahl-Ionenfalle haben sie optische Spektren aufgenommen und anhand von Atomstrukturrechnungen analysiert. Ein hierfür erwarteter Übergang von nHz-Breite wurde identifiziert und seine Energie mit hoher Präzision bestimmt. Die Theorie sagt für diese „Uhrenlinie“ eine sehr große Empfindlichkeit auf neue Physik und zugleich eine extrem geringe Anfälligkeit gegenüber externen Störungen voraus, was sie zu einem einzigartigen Kandidaten zukünftiger Präzisionsstudien macht.

Laserspektroskopie neutraler Atome und einfach geladener Ionen hat während der vergangenen Jahrzehnte Dank einer Serie technologischer Fortschritte eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Analyse internationaler Finanzmärkte

10.12.2019 | Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Titin in Echtzeit verfolgen

13.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

LogiMAT 2020: Automatisierungslösungen für die Logistik

13.12.2019 | Messenachrichten

Das feine Gesicht der Antarktis

13.12.2019 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics