Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hybrid-Embryonen aus Mensch und Tier geschaffen

02.04.2008
Britisches Unterhaus diskutiert kontroverses Embryonen-Gesetz

Wissenschaftler der Newcastle University haben erstmals in Großbritannien Hybrid-Embryonen geschaffen, die teilweise menschlichen und teilweise tierischen Ursprungs sind. Die Embryonen überlebten bis zu drei Tage und sind Teil eines Forschungsprogramms zu einer Reihe von Krankheiten.

Diese Nachricht kommt rund einen Monat vor der offiziellen Diskussion zur Zukunft derartiger Forschungsansätze. Die katholische Kirche bezeichnet diese Forschungen laut BBC als "monströs". Medizinische Organisationen und Patientengruppierungen argumentieren, dass diese Studien entscheidend für das Verständnis von Krankheiten seien. Sie gehen davon aus, dass damit neue Möglichkeiten für die Behandlungen von Krankheiten wie Parkinson oder Alzheimer geschaffen werden könnten.

Unter dem Mikroskop sehen die runden Zellbündel aus wie jeder andere drei Tage alte Embryo. Geschaffen wurden sie durch die Injektion von DNA aus menschlichen Hautzellen in Eizellen aus Eierstöcken von Kühen, aus denen fast das ganze genetische Material entfernt wurde. Die Wissenschaftler rechtfertigen dieses Vorgehen damit, dass menschliche Eizellen nur in sehr beschränktem Ausmaß zur Verfügung stehen. Die Hybrid-Embryonen sollen nur der Wissenschaft dienen und sich nie über den 14. Tag hinausentwickeln dürfen. Die Wissenschaftler wollen so Stammzellen gewinnen, um eine Reihe von Krankheiten wie Diabetes, Schlaganfall zu erforschen und neue Behandlungsansätze zu entwickeln.

... mehr zu:
»Eizelle »Embryo »Hybrid-Embryo »Stammzelle

Der leitende Wissenschaftler John Burn bezeichnet dieses Vorgehen als vollkommen ethisch. "Es handelt sich um ein zugelassenes Forschungsprojekt, das sehr sorgfältig evaluiert wurde. Das ist ein Vorgang, der nur im Labor stattfindet. Diese Zellklumpen werden sich nie weiterentwickeln dürfen und werden auch nie implantiert." Man verfüge derzeit über vorläufige Daten, die viel versprechend seien.

Der nächste Schritt sei, dass die Embryos bis zum 6. Tag überleben sollen. Dann erst könne man Stammzellen gewinnen. Das Forschungsvorhaben wurde von der britischen Human Fertilisation and Embryology Authority zugelassen. Diese Zulassung erfolgte im Vorfeld einer entsprechenden Gesetzgebung, die die Schaffung derartiger Embryos zulassen soll, um die Forschung nicht zu behindern. Im britischen Unterhaus soll das höchst kontroverse Gesetz erst nächsten Monat diskutiert werden.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ncl.ac.uk
http://www.hfea.gov.uk

Weitere Berichte zu: Eizelle Embryo Hybrid-Embryo Stammzelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Kühlen nach Art der Pflanzen
18.04.2019 | Westfälische Hochschule

nachricht Kontaktlinsen mit Medizin und Zucker
17.04.2019 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Explosion on Jupiter-sized star 10 times more powerful than ever seen on our sun

A stellar flare 10 times more powerful than anything seen on our sun has burst from an ultracool star almost the same size as Jupiter

  • Coolest and smallest star to produce a superflare found
  • Star is a tenth of the radius of our Sun
  • Researchers led by University of Warwick could only see...

Im Focus: Neues „Baustein-Konzept“ für die additive Fertigung

Volkswagenstiftung fördert Wissenschaftler aus dem IPF Dresden bei der Erkundung eines innovativen neuen Ansatzes im 3D-Druck

Im Rahmen Ihrer Initiative „Experiment! - Auf der Suche nach gewagten Forschungsideen“
fördert die VolkswagenStiftung ein Projekt, das von Herrn Dr. Julian...

Im Focus: Vergangenheit trifft Zukunft

autartec®-Haus am Fuß der F60 fertiggestellt

Der Hafen des Bergheider Sees beherbergt seinen ersten Bewohner. Das schwimmende autartec®-Haus – entstanden im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung...

Im Focus: Hybrid-Neuronen-Netzwerke mit 3D-Lithografie möglich

Netzwerken aus wenigen Neuronenzellen können gezielt künstliche dreidimensionale Strukturen vorgegeben werden. Sie werden dafür elektronisch verschaltet. Dies eröffnet neue Möglichkeiten, Fehler in neuralen Netzwerken besser zu verstehen und technische Anwendungen mit lebenden Zellen gezielter zu steuern. Dies stellt ein Team aus Forschenden aus Greifswald und Hamburg in einer Publikation in der Fachzeitschrift „Advanced Biosystems“ vor.

Eine der zentralen Fragen der Lebenswissenschaften ist, die Funktionsweise des Gehirns zu verstehen. Komplexe Abläufe im Gehirn ermöglichen uns, schnell Muster...

Im Focus: Was geschieht im Körper von ALS-Patienten?

Wissenschaftler der TU Dresden finden Wege, um das Absterben von Nervenzellen zu verringern und erforschen Therapieansätze zur Behandlung von ALS

Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine unheilbare Erkrankung des zentralen Nervensystems. Nicht selten verläuft ALS nach der Diagnose innerhalb...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz: Lernen von der Natur

17.04.2019 | Veranstaltungen

Mobilität im Umbruch – Conference on Future Automotive Technology, 7.-8. Mai 2019, Fürstenfeldbruck

17.04.2019 | Veranstaltungen

Augmented Reality und Softwareentwicklung: 33. Industrie-Tag InformationsTechnologie (IT)²

17.04.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Irdischer Schutz für außerirdisches Metall

18.04.2019 | Verfahrenstechnologie

Erster astrophysikalischer Nachweis des Heliumhydrid-Ions

18.04.2019 | Physik Astronomie

Radioteleskop LOFAR blickt tief in den Blitz

18.04.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics