Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europas Affen und ihr Netzwerk

05.02.2008
Diese Woche (04. - 07.02.08) geht die erste Staffel von insgesamt sechs EUPRIM-Net Kursen zum Umgang mit Primaten in der Obhut des Menschen zu Ende, die sich an Wissenschaftler, Veterinäre und Tierpfleger gleichermaßen wandte. Noch einmal ist das DPZ Gastgeber für ca. 30 Primatologen aus insgesamt zehn verschiedenen Ländern des zumeist europäischen Auslands.

Den meisten Göttingern ist sicherlich bekannt, dass es in ihrer Stadt ein "Deutsches Primatenzentrum" gibt. Dass das DPZ aber auch Koordinator eines "Europäischen Primatennetzwerkes" ist, wird vielen Einwohnern jedoch neu sein.

Das Europäische Primatennetzwerk - "European Primate Network (EUPRIM-Net)" - ist ein Zusammenschluss von derzeit acht Primatenzentren in Europa: aus Deutschland, den Niederlanden, England, Schweden, Frankreich und Italien. Ziel dieser Zusammenarbeit ist der gegenseitige Informationsaustausch, die Standardisierung des wissenschaftlichen Methodeninventars und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Haltungsstandards von Primaten.

Diese Woche (04. - 07.02.08) geht die erste Staffel von insgesamt sechs EUPRIM-Net Kursen zum Umgang mit Primaten in der Obhut des Menschen zu Ende, die sich an Wissenschaftler, Veterinäre und Tierpfleger gleichermaßen wandte. Noch einmal ist das DPZ Gastgeber für ca. 30 Primatologen aus insgesamt zehn verschiedenen Ländern des zumeist europäischen Auslands.

... mehr zu:
»Primat

Diesmal ist das Hauptthema "Ernährung der Primaten". Denn wie beim Menschen führen auch bei den Tieren falsche Ernährung zu Fettleibigkeit, Stoffwechselerkrankungen oder Organschäden. Wissenschaftler berichten aus dem Freiland über das Verhalten der Tiere bei der Nahrungsaufnahme und machen daraus abgeleitete Vorschläge für die Zusammensetzung des Futters und die Art und Weise, wie man es den Tieren darreicht. Erfahrungen aus den beteiligten Instituten bereichern den Informationsaustausch darüber, wie sich durch die Fütterungen ein "Environmental Enrichment" (eine Lebensraumbereicherung) der Tiere in ihren Gehegen erreichen lässt.

Auch jeder der vorherigen, mehrtägigen Kurse war von einem Großthema überschrieben und behandelte Erkenntnisse aus der Freilandforschung genauso wie praktische Aspekte im täglichen Umgang mit den Tieren. Kurse zur Anatomie und zur Motorik der Primaten gaben wichtige Hinweise auf die Gestaltung der Lebensräume der Tiere in Zoologischen Gärten und Forschungseinrichtungen. Tierärzte referierten zu den Krankheiten und Parasiten der Primaten und thematisierten die gegenseitige Ansteckungsgefahr von Mensch und Tier. Einen Schwerpunkt bildeten darüber hinaus die ethischen Aspekte des tierexperimentellen Vorgehens in der Wissenschaft.

Weitere Kurse werden sich speziell der praktischen Arbeit der Tierpfleger widmen. Sie werden in den jeweiligen Partnerinstituten und in der entsprechenden Landessprache gehalten. Als "Nebenprodukt" soll ein Handbuch entstehen, das die Inhalte der Kurse aufgreift und als Ratgeber für die Primatenhaltung fungieren soll.

Zudem haben sich im EUPRIM-Net Arbeitsgruppen etabliert, die sich mit der Etablierung alternativer Methoden zum Tierversuch beschäftigen, um eine Reduzierung der bislang noch notwendigen Experimente in der Grundlagenforschung und den angewandten Wissenschaften zu erreichen, oder sich dem Aufbau von BioBanken widmen, um biologische Proben zwischen den primatenforschenden Instituten auszutauschen und damit medizinische Eingriffe auf ein Mindestmaß zu beschränken.

Die Initiative zum EUPRIN-Net ging vom DPZ aus. Die EU übertrug dem Deutschen Primatenzentrum als dem Institut mit der größten wissenschaftlichen Breite in Europa die Federführung in dem Projekt und fördert es über vier Jahre mit 4.8 Millionen Euro.

Dr. Dr. Michael Schwibbe | idw
Weitere Informationen:
http://dpz.eu/
http://www.euprim-net.eu/

Weitere Berichte zu: Primat

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Sich vermehren oder sich nicht vermehren
22.03.2019 | Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik

nachricht Ketten aus Stickstoff direkt erzeugt
22.03.2019 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Zähmung der Lichtschraube

Wissenschaftler vom DESY und MPSD erzeugen in Festkörpern hohe-Harmonische Lichtpulse mit geregeltem Polarisationszustand, indem sie sich die Kristallsymmetrie und attosekundenschnelle Elektronendynamik zunutze machen. Die neu etablierte Technik könnte faszinierende Anwendungen in der ultraschnellen Petahertz-Elektronik und in spektroskopischen Untersuchungen neuartiger Quantenmaterialien finden.

Der nichtlineare Prozess der Erzeugung hoher Harmonischer (HHG) in Gasen ist einer der Grundsteine der Attosekundenwissenschaft (eine Attosekunde ist ein...

Im Focus: The taming of the light screw

DESY and MPSD scientists create high-order harmonics from solids with controlled polarization states, taking advantage of both crystal symmetry and attosecond electronic dynamics. The newly demonstrated technique might find intriguing applications in petahertz electronics and for spectroscopic studies of novel quantum materials.

The nonlinear process of high-order harmonic generation (HHG) in gases is one of the cornerstones of attosecond science (an attosecond is a billionth of a...

Im Focus: Magnetische Mikroboote

Nano- und Mikrotechnologie sind nicht nur für medizinische Anwendungen wie in der Wirkstofffreisetzung vielversprechende Kandidaten, sondern auch für die Entwicklung kleiner Roboter oder flexibler integrierter Sensoren. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) haben mit einer neu entwickelten Methode magnetische Mikropartikel hergestellt, die den Weg für den Bau von Mikromotoren oder die Zielführung von Medikamenten im menschlichen Körper, wie z.B. zu einem Tumor, ebnen könnten. Die Herstellung solcher Strukturen sowie deren Bewegung kann einfach durch Magnetfelder gesteuert werden und findet daher Anwendung in einer Vielzahl von Bereichen.

Die magnetischen Eigenschaften eines Materials bestimmen, wie dieses Material auf das Vorhandensein eines Magnetfeldes reagiert. Eisenoxid ist der...

Im Focus: Magnetic micro-boats

Nano- and microtechnology are promising candidates not only for medical applications such as drug delivery but also for the creation of little robots or flexible integrated sensors. Scientists from the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) have created magnetic microparticles, with a newly developed method, that could pave the way for building micro-motors or guiding drugs in the human body to a target, like a tumor. The preparation of such structures as well as their remote-control can be regulated using magnetic fields and therefore can find application in an array of domains.

The magnetic properties of a material control how this material responds to the presence of a magnetic field. Iron oxide is the main component of rust but also...

Im Focus: Goldkugel im goldenen Käfig

„Goldenes Fulleren“: Liganden-geschützter Nanocluster aus 32 Goldatomen

Forschern ist es gelungen, eine winzige Struktur aus 32 Goldatomen zu synthetisieren. Dieser Nanocluster hat einen Kern aus 12 Goldatomen, der von einer Schale...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größte nationale Tagung 2019 für Nuklearmedizin in Bremen

21.03.2019 | Veranstaltungen

6. Magdeburger Brand- und Explosionsschutztage vom 25. bis 26.3. 2019

21.03.2019 | Veranstaltungen

Teilchenphysik trifft Didaktik und künstliche Intelligenz in Aachen

20.03.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Die Zähmung der Lichtschraube

22.03.2019 | Physik Astronomie

Saarbrücker Forscher erleichtern durch Open Source-Software den Durchblick bei Massen-Sensordaten

22.03.2019 | HANNOVER MESSE

Ketten aus Stickstoff direkt erzeugt

22.03.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics