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Versuchsfahrzeug zur Erweiterung des Diagnose- und Refabrikations-Technikums für Automobilmechatronik

09.06.2005


Schnellerer Wissenstransfer nötig – Ziel: Europäisches Technologiezentrum


Ein Versuchsfahrzeug zum weiteren Ausbau des Diagnose-Technikums für Automobilmechatronik hat heute der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer (HWK) für Oberfranken, Horst Eggers, dem Dekan der Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften Bayreuth, Professor Dr.-Ing. Rolf Steinhilper übergeben. In dem Diagnose-Technikum wird in Zusammenarbeit der Teams der Lehrstühle für Umweltgerechte Produktionstechnik, für Mess- und Regeltechnik, Konstruktionstechnik und CAD sowie Funktionsmaterialien an neuen Lösungen zum Service Engineering in der Automobilmechatronik, insbesondere Defektdiagnosen, Refabrikationstechnologien (Fertigung von Austauschaggregaten), Lebensdaueruntersuchungen, innovativen konstruktiven Verbesserungen an Sensorik, Elektrik, Elektronik und Mechanik u.a.m. gearbeitet.

Bei der Übergabe des Fahrzeugs sprach Universitätspräsident Professor Dr. Dr. h.c. Helmut Ruppert von einem “sichtbaren Paradebeispiel der guten Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer” und erinnerte daran, dass die Universität Ideengeber für die Wirtschaft sein müsse und der Wissenstransfer eine ihrer wichtigen Aufgaben sei.


Diesen Ball nahm HWK-Hauptgeschäftsführer Eggers gerne auf, sprach von einer sich entwickelnden Technologie-Allianz zwischen der Universität und der “Technologie-Kammer” und unterstrich, dass es für die dringend notwendige Schaffung neuer Arbeitsplätze nötig sei, schneller neue Erkenntnisse für die Nutzer und die Qualifikation auch im Handwerk umzusetzen. “Wir wollen eine neue Qualität der Wissensvermittlung”, betonte Eggers, “denn die Zeitspanne zwischen Erkenntnisgewinn und der Umsetzung in Produkte und Verfahren ist viel zu lang”.

Dekan Professor Dr.-Ing. Rolf Steinhilper nannte die Übergabe des Fahrzeugs einen “ersten Meilenstein”, dem in diesem Monat weitere folgen sollen. Dazu gehören Vereinbarungen mit BMW in Regensburg, eine Zusammenarbeit mit dem Diagnosezentrum des ADAC sowie Gespräche mit dem Ziel der Zusammenarbeit mit den Fachhochschulen in Coburg und Hof. Ziel sei ein “europäisches Technologiezentrum” in diesem Bereich.

Das neue Versuchsfahrzeug, ein drei Jahre alter Mittelklasse Pkw “im besten Servicealter” (d.h. nach Ablauf von Garantiezeit und Kulanzfristen) dient somit als weiterer Baustein der Technologieallianz für Service Engineering und Service-Technologiemanagement im Mechatronikbereich, die Handwerkskammer und Universität etabliert haben und laufend ausbauen.

Prof. Steinhilper: “Macht man sich bewußt, daß in einem modernen Mittelklasse-Pkw heute mehr Computerleistung installiert ist, als sie das gesamte amerikanische Mondlandeunternehmen der NASA seinerzeit zur Verfügung hatte, wird der Know how-Bedarf im Service-Engineering deutlich”. Kfz-Mechatroniker des Handwerks, Konstruktions- und Produktionstechniker der Hochschulen, Experten für Mechanik, Elektrik und Elektronik arbeiten an neuen Hard- und Softwarelösungen für Diagnostik und Refabrikation für Automobilmechatronikkomponenten, Ersatzteile und Austauschteile von morgen.

Mit dem Versuchsfahrzeug starten am Diagnose- und Refabrikations- Technikum für Automobilmechatronik der Universität Bayreuth weitere Arbeiten, u.a.

  • Analyse und Entwicklung neuer Prinzipien zur On Board Diagnostik von Automobilmechatronik-Aggregaten; mit Identifikation von Defektcharakteristiken, Ansteuerung und Kommunikation im Car Area Network (CAN)-Bus, Spezifikationen für die industrielle Refabrikation zu Austausch-Aggregaten

  • Diagnose von Automobilmechatronik-Aggregaten im montiertem und funktionsfähigen Fahrzeug, als Bindeglied bzw. in technisch/wirtschaftlich vorteilhafter Mittlerposition zwischen Aggregatetests auf Prüfständen und Fahrversuchen auf der Straße bzw. im Kfz-Testgelände

  • Weiterer Auf- und Ausbau von Systemkompetenz für industriell geprägte Servicetechnologien im Netzwerk der Automobilmechatronikkomponenten, insbesondere für deren Refabrikation (Fertigung von Austauschaggregaten)

  • Nutzung der Arbeiten und Erkenntnisse in der Ausbildung von Kfz Mechatronikern der Handwerkskammer, regional und international (Projekt in China) und von Ingenieuren des Studienschwerpunkts Life Cycle Engineering der Universität Bayreuth

Die Arbeiten mit dem neuen Versuchsfahrzeug im Diagnosetechnikum sind Bestandteil des Forschungs- und Profilschwerpunktes “Automotive Components Engineering” der Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften. Regional werden auch die Fachhochschulen in Hof und Coburg mit eingebunden werden – zudem ist auch eine Kooperation mit den Kfz-Diagnose-Kompetenzzentren des ADAC bzw. seiner mit Diagnosecomputern ausgerüsteten Fahrzeugflotte angebahnt.

Kerstin Wodal | UBT-Aktuell
Weitere Informationen:
http://www.uni-bayreuth.de

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