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Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017

Das EU-Projekt „LISTEN” („Hör zu”) entwickelt ein verlässliches Freisprechsystem für intelligentes Wohnen. Beim Projekttreffen zeigten die Partner aus Deutschland, Griechenland und Italien ihre Entwicklung: eine streichholzschachtelgroße, natürlich-sprachliche Schnittstelle für Smart Home-Systeme, die in Echtzeit arbeitet. „LISTEN“ optimiert das Zusammenspiel von Mikrofon-Systemen, Signalverarbeitung und Spracherkennung.

Wäre es nicht viel bequemer, wenn man zuhause die Heizung, die Beleuchtung und die Unterhaltungselektronik zuhause statt mit einer Fernbedienung nur mit der Stimme steuern könnte? Für ältere Menschen oder Personen mit Behinderungen ist das nicht nur eine Frage der Bequemlichkeit: Sogenannte Smart Home-Systeme mit Sprachtechnologie sind für sie eine große Unterstützung im Alltag und können im Notfall sogar Leben retten.


Spracherkennung in vier Sprachen und Echtzeit: Das EU-Projekt "LISTEN"

Video: EML/LISTEN

Klein, smart und mehrsprachig: Das „Listen“-Mikrofonsystem

Experten aus der Sprachtechnologie und der Signalverarbeitung aus Deutschland, Griechenland und Italien arbeiten gemeinsam an einer solchen neuen „Smart-home“-Funktion im EU-Projekt „LISTEN” - “Hands-free Voice-enabled Interface to Web Applications for Smart Home Environments”. Sie entwickeln ein Spracherkennungssystem für intelligente Wohnungen, mit dem auch Internetanwendungen robust und natürlich-sprachlich gesteuert werden können. Ein wichtiger Faktor ist hier die geeignete Anordnung von Mikrofonen in sogenannten „Mikrofon-Arrays.“

In einem Treffen zur „Projekt-Halbzeit“, das in Heraklion, Griechenland, stattfand, demonstrierten die Projektpartner das System in vier Sprachen (Englisch, Deutsch, Griechisch, Italienisch). Hier zeigten die Partner bereits wichtige Funktionen des Projekts, wie die Spracherkennung in mehreren Sprachen und die Nutzung eines Mikrofon-Systems, ein streichholzschachtelgroßes Gerät mit acht eingebauten Mikrofonen. Die EU-Projektbeauftragte Alina Suhetzki testete „LISTEN“ persönlich.

Per Sprachkommandos auf Englisch schaltete sie das Licht im Raum an und aus. „Das war eine beeindruckende Demonstration“, sagte sie. „Ein kleines und intelligentes System, das in Echtzeit mit vier Sprachen funktioniert und auch für weitere Sprachen angepasst werden kann.“ ( Video: Demonstration des Systems beim Projekttreffen in Heraklion https://youtu.be/W_0lh4qk9BI)

EU-Forschung und Innovation

„LISTEN“ ist eine Marie Sk?odowska-Curie-Maßnahme für den Personalaustausch im Bereich Forschung und Innovation (RISE) im Rahmen von „Horizont 2020“. Start des auf vier Jahre angelegten Projekts war der 1. Juni 2015. Die EML European Media Laboratory GmbH aus Heidelberg stellt ihr Spracherkennungssystem zur Verfügung. „Wir optimieren unser Spracherkennungssystem, um damit sowohl Internet-Dienste als auch Smart-Home-Funktionen nutzen zu können“, sagt Dr. Siegfried Kunzmann, F + E Leiter am EML. „Die mehrsprachige Spracherkennung zeigt, dass das System leicht für weitere Sprachen angepasst werden kann.“

Weitere Partner sind die RWTH Aachen, Cedat 85 (Italien) und die griechische Foundation for Research and Technology Hellas (FORTH), die auch die Projektkoordination durchführt.

Grundlagenforschung treibt den Stand der Technik voran

Ein Ziel des Projekts ist es, mit Grundlagenforschung den Stand der Technik zu verbessern. Forscher der beiden Projektpartner RWTH Aachen und FORTH nahmen gemeinsam mit Kollegen der Universität Paderborn an der „4. CHIME Speech Separation and Recognition Challenge“ teil und präsentierten ihre Ergebnisse im September auf dem „International Workshop on Speech Processing in Everyday Environments” in San Francisco. Das Team belegte in allen drei Wettbewerben den zweiten Platz, d.h. unter Nutzung von einem, zweien oder sechs Mikrofonen. Es konnte sich dabei unter 13, 14, und 15 Teilnehmern behaupten. “Wir sind sehr stolz über die Ergebnisse, die die Qualität unseres Teams und das Potential von LISTEN zeigen, innovative Forschungsleistungen zu erbringen und die Aufmerksamkeit der Forschungs-Community zu erringen“, sagt LISTEN-Projektkoordinator Prof. Athanasios Mouchtaris, Informatikprofessor an der Universität von Kreta und Forscher am FORTH. http://spandh.dcs.shef.ac.uk/chime_challenge/overview.html.

Die „LISTEN“-Partner möchten mit dem Projekt eine Brücke zwischen akustischer Sensorik und Spracherkennungsforschung bilden. Sie bringen viel Know-how von beiden Seiten mit, um die interdisziplinäre Forschung und den Austausch zwischen Universitäten und Unternehmen auf europäischer Ebene zu fördern und zu stärken.

LISTEN: Die Partner

Die Foundation for Research and Technology Hellas FORTH (Heraklion / Griechenland) ist „LISTEN“-Projektkoordinatorin. Sie verfügt über Expertise in Smart-Home-Anwendungen, mit denen drahtlose Akustik-Sensoren-Netzwerke für die Bedienung per Sprache entwickelt werden können. Die EML European Media Laboratory GmbH stellt ihr Spracherkennungssystem zur Verfügung und passt ihre Sprachtechnologie-Werkzeuge an die Projekterfordernisse an. http://www.ics.forth.gr/ Die Gruppe Sprachverarbeitung und Mustererkennung der RWTH Aachen bringt ihre langjährige Erfahrung sowie neueste Technologien in der Spracherkennungsforschung ein. http://www-i6.informatik.rwth-aachen.de/ Cedat85 (Italien) steuert seine Sachkunde in der gewerbsmäßigen Entwicklung spezifischer Anwendungen und Systeme mit eingebauter Spracherkennungstechnologie bei. www.cedat85.com

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Dr. Peter Saueressig
Public Relations
EML European Media Laboratory GmbH
Berliner Str. 45
D-69120 Heidelberg
Tel.: +49-6221-533245
E-mail: saueressig@eml.org
Twitter: @EMLVoice
EML European Media Laboratory GmbH

EML European Media Laboratory GmbH wurde von SAP-Mitbegründer Klaus Tschira (1940-2015) als privates IT-Unternehmen gegründet. Das EML entwickelt Software und Technologien in der automatischen Sprachverarbeitung. Schwerpunkt ist die automatische Umwandlung von Sprache in Text (Transkription), die in Telefonie (Speech Analytics, Voice Mail) und mobilen Anwendungen (Voice Texting, Voice Search) eingesetzt wird. http://www.eml.org

Folgen Sie EML:
Twitter: @EMLvoice
Facebook: /EMLEuropeanMediaLaboratory
Youtube: /EMLVoiceMessaging

Weitere Informationen:

https://youtu.be/W_0lh4qk9BI Video Video: Demonstration des Systems beim Projekttreffen in Heraklion

Dr. Peter Saueressig | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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