Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Endosymbiose - ein Konzept mit Tradition Stickstofffixierende Wurzelsymbiosen untersucht

26.03.2008
Pflanzen brauchen nicht viel zum Leben: Licht, Wasser, Kohlendioxid (CO2) und anorganische Komponenten wie Stickstoff oder Phosphate. Letztere sind häufig knapp und der Boden am Standort ist schnell erschöpft.

Sehr früh gingen Pflanzen daher Lebensgemeinschaften mit Pilzen oder Bakterien ein. Die älteste Form einer solchen Symbiose ist die Arbuskuläre Mykorrhiza: Pilze aus der Familie der Glomeromycota leben teilweise in den Wurzelhärchen ihrer Gastgeber.

Mit ihrem Bodenmyzel nehmen sie gelöste Nährstoffe und Mineralien (vor allem Phosphate) auf und leiten sie an diese weiter; zugleich profitieren sie von den Kohlenhydraten, die die Pflanzen durch Photosynthese erzeugen. Während rund 80 Prozent aller Landpflanzen dieses Konzept nutzen, verfügt nur eine Minderheit über die Fähigkeit zur Symbiose mit Mikroorganismen, die atmosphärischen Stickstoff fixieren können.

Dazu gehören Leguminosen wie Bohnen, Luzerne oder Soja. Sie leben mit den so genannten Rhizobien in Gemeinschaft und gehen die Wurzelknöllchensymbiose ein. Actinorhiza-Pflanzen wie Erle oder Sanddorn kooperieren mit Frankia-Bakterien.

... mehr zu:
»Endosymbiose »Leguminose »Symbiose

Die Pflanzen profitieren erheblich von diesem Arrangement, denn Stickstoff ist im Boden meist Mangelware. Leguminosen werden daher auch in der Landwirtschaft gerne zur Bodenverbesserung angebaut. Welche genetischen Veränderungen die Entstehung dieser besonderen Art der Symbiose ermöglichten, war bislang unklar.

Forschern von der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität um Professor Martin Parniske gelang nun mit französischen Kollegen der Nachweis, dass die Fähigkeit der Pflanzen zur Endosymbiose unabhängig vom Zielorganismus gemeinsame entwicklungsgeschichtliche Wurzeln hat. Offensichtlich gibt es Gemeinsamkeiten im genetischen Programm, das die Arbuskuläre Mykorrhiza und die stickstofffixierende Wurzelknöllchensymbiose miteinander verbindet.

Die Forscher hoffen, die Fähigkeit zur Endosymbiose mit Stickstofffixierern eines Tages auf Getreide und andere Nutzpflanzen übertragen zu können. Dies wäre vom ökologischen wie vom ökonomischen Standpunkt her wünschenswert, da die Produktion von Stickstoffdünger große Mengen an Energie und damit fossilen Brennstoffen verbraucht. Doch zuvor sind weitere Untersuchungen notwendig, um die genetischen Besonderheiten knöllchenbildender Pflanzen aufzuklären.

Dr. Margit Ritzka | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenchen.de
http://www.genetik.biologie.uni-muenchen.de
http://www.aid.de

Weitere Berichte zu: Endosymbiose Leguminose Symbiose

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Algorithmen und Sensoren für eine nachhaltige und zukunftsfähige Landwirtschaft
22.01.2020 | Technische Universität München

nachricht Gene gegen die Trockenheit
06.12.2019 | Goethe-Universität Frankfurt am Main

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ein ultraschnelles Mikroskop für die Quantenwelt

Was in winzigen elektronischen Bauteilen oder in Molekülen geschieht, lässt sich nun auf einige 100 Attosekunden und ein Atom genau filmen

Wie Bauteile für künftige Computer arbeiten, lässt sich jetzt gewissermaßen in HD-Qualität filmen. Manish Garg und Klaus Kern, die am Max-Planck-Institut für...

Im Focus: Integrierte Mikrochips für elektronische Haut

Forscher aus Dresden und Osaka präsentieren das erste vollintegrierte Bauelement aus Magnetsensoren und organischer Elektronik und schaffen eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung von elektronischer Haut.

Die menschliche Haut ist faszinierend und hat viele Funktionen. Eine davon ist der Tastsinn, bei dem vielfältige Informationen aus der Umgebung verarbeitet...

Im Focus: Dresdner Forscher entdecken Mechanismus bei aggressivem Krebs

Enzym blockiert Wächterfunktion gegen unkontrollierte Zellteilung

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) haben gemeinsam mit einem...

Im Focus: Integrate Micro Chips for electronic Skin

Researchers from Dresden and Osaka present the first fully integrated flexible electronics made of magnetic sensors and organic circuits which opens the path towards the development of electronic skin.

Human skin is a fascinating and multifunctional organ with unique properties originating from its flexible and compliant nature. It allows for interfacing with...

Im Focus: Dresden researchers discover resistance mechanism in aggressive cancer

Protease blocks guardian function against uncontrolled cell division

Researchers of the Carl Gustav Carus University Hospital Dresden at the National Center for Tumor Diseases Dresden (NCT/UCC), together with an international...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

HDT-Tagung: Sensortechnologien im Automobil

24.01.2020 | Veranstaltungen

Tagung befasst sich mit der Zukunft der Mobilität

22.01.2020 | Veranstaltungen

ENERGIE – Wende. Wandel. Wissen.

22.01.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Minutiöse Einblicke in das zelluläre Geschehen

24.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

HDT-Tagung: Sensortechnologien im Automobil

24.01.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Ein ultraschnelles Mikroskop für die Quantenwelt

24.01.2020 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics