Allerdings keine Wirkung bei bereits vorhandenen neurologischen Symptomen
Londoner Forscher sind einer Therapie der Rinderkrankheit und der varianten Form der Creutzfeldt-Jacob-Krankheit (vCJK) beim Menschen einen großen Schritt näher gekommen. Im Mäuseversuch ist es mit monoklonalen Antikörpern gelungen, die Prionenkrankheit zu verhindern. Die über 17 Monate behandelten kranken Tiere blieben mindestens ein weiteres Jahr lang gesund. Mit klinischen Studien an Menschen ist erst in einigen Jahren zu rechnen, schreibt das Fachmagazin Nature.
Monoklonale Antikörper stellen bereits die Basis für viele Diagnose-Tests und Therapeutika dar. Als Bestandteile des Immunsystems binden sie sich sehr stark an ihr Angriffsziel, in diesem Fall das Prionen-Protein. Die so markierten Fremdstoffe können dadurch von den Fresszellen des Immunsystems aufgespürt und bekämpft werden. Im Versuch wurde eine Gruppe von Mäusen mit Scrapie infiziert und gleichzeitig mit monoklonalen Antikörpern behandelt. Die Antikörper schienen die Umwandlung in die infektiöse Prionenform zu stoppen. Noch bedeutender: Die Behandlung verzögerte den Beginn der Erkrankung auf unbestimmte Zeit. Die Tiere blieben gesund. Wurden Mäuse allerdings erst nach dem krankheitsbedingten Auftreten neurologischer Symptome behandelt, zeigte die Therapie keine Wirkung mehr. Die Tiere erlagen der Krankheit.
Im nächsten Schritt wollen die Forscher unter der Leitung von Simon Hawke vom Imperial College London höhere Antikörper-Konzentrationen zu jenem Zeitpunkt im Gehirn erreichen, zu dem sich neurologische Symptome entwickeln. Im Gehirn richten die Prionen den größten Schaden an. Desweiteren müssen die Antikörper für einen Einsatz beim Menschen genetisch verändert werden, damit sie menschlichen Antikörpern ähneln und nicht abgestoßen werden. Mitunter müssen sie dann direkt in das Gehirn injiziert werden. Hawke hofft, dass die Ergebnisse auch die Entwicklung von Antikörpern gegen andere durch abnormal gefaltete Proteine ausgelöste Krankheiten vorantreiben werden.




