Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Siliziumkarbid aus dem 3D-Drucker

08.08.2014

Christian Polzin von der Universität Rostock hat neues Druckverfahren entwickelt

3-D-Druckverfahren  stehen nach Ansicht von Experten kurz davor, die Industrieproduktion in Deutschland  zu verändern. Christian Polzin von  der Universität Rostock ist begeistert von dieser Technik.


Christian Polzin zeigt vor dem 3D-Drucker VX500 zwei Bauteile aus Siliziumkarbid, die teilweise für Hochtemperaturanwendungen genutzt werden. (Foto: ITMZ/Julia Tetzke)

Der 34-jährige gebürtige Brandenburger, der während seines Studiums ein Industriepraktikum bei der Baker Hughes Incorporation in Houston/Texas absolvierte,  hat ein neues 3D-Druckverfahren zur Herstellung keramischer Formkörper aus Aluminiumoxid und Siliziumkarbid entwickelt.

„Für Innovationen ist der 3-D-Druck ein Beschleuniger“. Davon ist der junge Wissenschaftler überzeugt. Durch seine Idee wird es möglich, komplexe Bauteile sowohl  aus Aluminiumoxid als auch aus Silziumkarbid herzustellen. 

Professor Hermann Seitz, Inhaber des Lehrstuhls  für Fluidtechnik und Mikrofluidtechnik  der Rostocker Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik, bestärkt Polzin darin, seine Forschungen auf dieser Strecke auszuweiten. „3-D-Druckverfahren werden sich im industriellen Umfeld zunehmend als flexible und schnelle Fertigungsmethode etablieren“, ist Prof. Seitz überzeugt.

Nahezu alle Automobilhersteller lassen bereits Prototypen- und Serienteile von solchen 3-D-Druckern herstellen. Was früher einige  Monate dauerte und viel Geld  verschlang, lässt sich jetzt in wenigen Tagen preiswert produzieren. Dieses Verfahren weiter zu perfektionieren, dafür forscht Christian Polzin mit Leidenschaft. 

Bereits in seiner Jugend interessierte Polzin sich sehr für Technik, schraubte Motorräder auseinander und wieder zusammen. Heutzutage sind es eher die klassischen, amerikanischen Automobile mit ihren V8-Motoren, die ihn begeistern. 

Doch zurück zu dem neuen 3D-Druckverfahren, das Christian Polzin entwickelte. „Es ist faszinierend, dass sich Siliziumkarbid so gut verarbeiten lässt, dass die Maße bei den Bauteilen haargenau stimmen“, resümiert  er und ist felsenfest davon überzeugt,  dass das von ihm entwickelte 3D-Druckverfahren die Industrie voranbringen wird.  Wie alles anfing?

Durch eine gezielte Recherche ist Polzin auf die Idee gekommen, zu erforschen, was man aus Siliziumkarbid so alles machen könnte. Beispielsweise brauchen Unternehmen Bauteile für Hochtemperaturöfen. Gerade bei komplexen Bauteilen dürften 3D-Drucker künftig in vielen Fällen der letzte Ausweg sein,  um schnell und kosteneffizient Ersatzteile bzw. neue Teile herzustellen. 

„Forschung im Maschinenbau ist die Faszination am Neuen“, beschreibt Christian Polzin seine Motivation. Seine Forschung ist für ihn Berufung. „Es macht unheimlich Freude, wenn man etwas Neues entstehen sieht“. Völlig neu denken müsse man.  3-D-Drucker ermöglichen nun Formen, die bisher schlichtweg nicht herstellbar waren. So können sie nun auch Strukturen nachdrucken, die sich in der Medizin oder Natur finden.

Für Polzin gibt es aktuell eine Herausforderung. „Die Fertigungseigenschaften des Siliziumkarbids müssen noch verbessert werden“, sagt der Forscher. Der Anspruch bestehe darin, das Material noch härter  zu machen, damit es im Hochtemperaturbereich der Industrie, beispielsweise im Automobilbau und in der Raumfahrttechnik   eingesetzt werden könne.

Erste Infiltrationsversuche machen Polzin optimistisch, dass die Einsatzbereiche der Siliziumkarbidkeramik erweitert werden können. „Wir konnten die Festigkeit bereits um ein Vielfaches steigern“, sagt er. „Auf dem Markt gibt es Bedarf an hochfestem Siliziumkarbid“.

(Text: Wolfgang Thiel) 

Kontakt:  Christian Polzin                             

Universität Rostock

Lehrstuhl für Fluidtechnik und Mikrofluidtechnik

Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik

Fon:   +49 (0)381 498-9112

Fax:   +49 (0)381 498-9092

Email: christian.polzin@uni-rostock.de

Christian Polzin | Universität Rostock
Weitere Informationen:
http://www.uni-rostock.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Schnell, präzise, aber nicht kalt
17.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Neues Laserstrahl-Schweißverfahren des Fraunhofer IWS erlangt die Zertifizierung der DNV GL
16.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften