Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Roboterschwärme bekämpfen Ölpest

30.08.2010
Solarbetriebene Maschine entfernt Rohöl mittels Nanogewebe

Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben autonome Roboter entwickelt, die auf die Beseitigung von Ölteppichen spezialisiert sind.


Seaswarm-Roboter: Im Schwarm gegen Ölteppiche (Foto: MIT / Krüg, Frank)

Mithilfe von Nano-Gewebe schöpfen Schwärme der "Seaswarm" getauften Maschinen Öl von der Wasseroberfläche ab. Die Roboter werden mithilfe von Solarzellen angetrieben und sind imstande, Öl im Ausmaß des zwanzigfachen ihres Eigengewichts aufzunehmen. Mithilfe von GPS navigieren die untereinander vernetzten Einheiten des Seaswarm innerhalb eines Ölteppichs und vernichten diesen rasch und effizient.

Angesichts der durch den Untergang der Bohrinsel "Deep Water Horizon" (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/100423026/) verursachten Ölpest im Golf von Mexiko sind solche autonomen Maschinen von großem Wert, wenn es an die Beseitigung des Schadens geht. Nach Schätzungen des MIT würden 5.000 Seaswarm-Roboter für die Beseitigung einer Ölpest solchen Ausmaßes etwa einen Monat brauchen. In den vergangenen Monaten waren 800 Schiffe im Einsatz, um im Golf Oberflächenöl abzuschöpfen, konnten dabei aber nur rund drei Prozent des Öls tatsächlich aufsammeln. Die Seaswarm-Roboter könnten sich also als interessante Alternative erweisen.

Einfache Konstruktion

Bei der Konstruktion des Roboters legten die Wissenschaftler des Senseable City Lab des MIT Wert darauf, dass die Maschinen möglichst einfach aufgebaut sind. "Wir haben uns etwas vorgestellt, das sich wie ein rollender Teppich über das Wasser bewegt und dabei Öl absorbiert", erklärt Assaf Biderman, Associate Director des Senseable City Lab. Derzeit wird der Prototyp eines etwa fünf Meter langen Seaswarm-Roboters auf der Architektur-Biennale in Venedig ausgestellt. Solarzellen am vorderen Teil der Maschinen sorgen für die Energiezufuhr. Ein Förderband am Heck nimmt Öl auf und sorgt zugleich für Vortrieb.

Roboter könnten im Kampf gegen zukünftige Ölkatastrophen eine wichtige Rolle spielen. Schon letztes Jahr stellten MIT-Forscher Roboterfische vor, wie sie etwa zur Untersuchung von Unterwasserpipelines auf Lecks Verwendung finden (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090826032/). Wird tatsächlich irgendwo eine undichte Stelle entdeckt, kann ausgetretenes Öl nun mithilfe der Seaswarm-Roboter aufgesammelt werden.

Produktionsreife in einem Jahr

Biderman ist zuversichtlich, dass die Roboter, die bislang nur in Flüssen getestet wurden, in einem Jahr Produktionsreife erreichen. Mit dem angepeilten Preis von rund 20.000 US-Dollar pro Einheit würden die Roboter eine effiziente und kostengünstige Alternative zu den derzeitigen Methoden zur Bekämpfung von Ölteppichen darstellen. Zudem können sie aufgrund ihrer geringen Abmessungen auch in Küstennähe eingesetzt werden, was für große Öl-Auffangschiffe problematisch ist.

Video: http://www.youtube.com/watch?v=vruZVg6j9-I

Dominik Erlinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://web.mit.edu
http://senseable.mit.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Neues Verfahren zur Inprozesskontrolle in der Warmumformung
18.08.2017 | Fachhochschule Südwestfalen

nachricht Forschungsprojekt zu optimierten Oberflächen von Metallpulver-Spritzguss-Werkzeugen
17.08.2017 | Hochschule Pforzheim

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen