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Projekt erforscht Einsatzmöglichkeiten zukunftsweisender Abwassersysteme

01.08.2011
Forscher an der Bauhaus-Universität Weimar entwickeln flexible biologische Kläranlagen

Am 1. August 2011 startet an der Professur Siedlungswasserwirtschaft der Fakultät Bauingenieurwesen das Forschungsprojekt „easypure - Entwicklung eines neuartigen Abwasserreinigungssystems mit natürlicher Belüftung“.

Darin beschäftigen sich die Forscher unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Jörg Londong mit der Entwicklung kleiner und flexibler biologischer Kläranlagen, die in nicht erschlossenen Gebieten, beispielsweise als Hauskläranlagen, zum Einsatz kommen und platzsparend installiert werden können.

Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt ist auf die Dauer von zwei Jahren angelegt und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) wird mit 160.000 Euro gefördert. In einem Kooperationsprojekt ist die Kubra GmbH - Industrie- und Kunststofftechnik aus Globig als Projektpartner für die Herstellung der Anlagentechnik verantwortlich.

Das Abwasser von kleineren Gemeinden und Siedlungen unterliegt in seiner Menge und Qualität starken Schwankungen. Daher ist es mitunter schwierig zu entsorgen, vor allem, wenn die Siedlungen nicht an zentrale Abwasserentsorgungssysteme angeschlossen sind. Aus diesem Grund hat das Forschungs- und Entwicklungsprojekt „easypure“ die Entwicklung einer neuen, energiearmen Verfahrenstechnik zur Behandlung häuslichen Abwassers zum Ziel.

Diese sieht vor, Abwasser mit Hilfe von Biofilm, also auf Oberflächen von Trägermaterialien wachsenden Mikroorganismen, in kleinen, flexiblen und unterirdisch installierten Anlagen biologisch zu behandeln. Diese vollbiologischen Kleinkläranlagen sollen serienmäßig herstellbar und modular aufgebaut sein, um sie auf individuelle Bedürfnisse anzupassen und platzsparend zu installieren.

Kernelemente des neuen Anlagentyps werden industriell gefertigte Module sein, in denen die Abwasserreinigung mit Hilfe von Biofiltration mit natürlicher Belüftung erfolgt. Mittels Stecksystem lassen sich mehrere Module vor Ort zu einer Anlage in unterschiedlichen Größenordnungen zusammensetzen, wodurch der übliche hohe Flächen- bzw. Raumbedarf minimiert wird. Dabei stellt die Sauerstoffversorgung der Mikroorganismen durch eine natürliche Belüftung der unterirdisch verbauten Module eine besondere Herausforderung dar.

Kontakt:
Prof. Dr.-Ing. Jörg Londong
Bauhaus-Universität Weimar, Fakultät Bauingenieurwesen
Professur Siedlungswasserwirtschaft
Tel.: +49 (0) 36 43 / 58 46 15
E-Mail: siwawi@bauing.uni-weimar.de

Claudia Weinreich | Bauhaus-Universität Weimar
Weitere Informationen:
http://www.uni-weimar.de
http://ewww.uni-weimar.de/aktuelles/mitteilungen/mitteilung?id=118320

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