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Neues Verfahren ermöglicht Chemie mit sichtbarem Licht – Forscher veröffentlichen in „Science“

07.11.2014

Wissenschaftler der Universität Regensburg haben ein neues und einfaches Verfahren entwickelt, um sichtbares Licht zur Aktivierung von chemischen Reaktionen nutzbar zu machen.

Das Verfahren erweitert die Anwendungen von sichtbarem Licht erheblich und zeigt Möglichkeiten auf, wie Sonnenlicht direkt in chemische Produkte oder Kraftstoffe umgewandelt werden kann. Prof. Dr. Burkhard König und sein Team vom Institut für Organische Chemie haben ihre Methode jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „Science“ vorgestellt (DOI: 10.1126/science.1258232).


Sichtbares Licht lässt sich jetzt für chemische Reaktionen nutzen.

Bildnachweis: Universität Regensburg – Zur ausschließlichen Verwendung im Rahmen der Berichterstattung zu dieser Pressemitteilung

Sonnenlicht ist eine nahezu unerschöpfliche Energiequelle, aus der wir schon jetzt durch Photovoltaik elektrischen Strom gewinnen. Im Gegensatz dazu ist die Nutzung von sichtbarem Licht in der Chemie – beispielsweise zur direkten Umwandlung von Lichtenergie in chemische Produkte – kaum entwickelt.

Der Grund liegt an dem vergleichsweise geringen Energiegehalt von sichtbarem Licht. Die Energie eines einzelnen Photons (Lichtteilchen) im sichtbaren Bereich des Spektrums ist zu gering, um stabile chemische Bindungen für Reaktionen zu aktivieren.

Die Natur hat allerdings im Prozess der biologischen Photosynthese eine Lösung für dieses Problem gefunden: Dort wird die Energie mehrerer Photonen aufsummiert, so dass auch chemische Reaktionen wie die Spaltung von Wasser oder die Reduktion von Kohlendioxid mit sichtbarem Licht möglich werden.

Die biologische Photosynthese dient gewissermaßen als Vorbild für das neue Regensburger Verfahren. Durch das Absorbieren eines ersten Photons aus dem Blau-Bereich des Lichtspektrums wird hier ein Photokatalysator reduziert und damit aktiviert.

Durch erneute Aufnahme eines blauen Lichtteilchens gelingen dann Reaktionen organischer Moleküle, die mit der Energie eines einzelnen Photons nicht möglich gewesen wären.

Der Original-Artikel im Internet unter:
www.sciencemag.org/content/346/6210/725.full

Ansprechpartner für Medienvertreter:
Prof. Dr. Burkhard König
Universität Regensburg
Institut für Organische Chemie
Tel.: 0941 943-4576
Burkhard.Koenig@chemie.uni-regensburg.de

Alexander Schlaak | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-regensburg.de/

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