Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

MEROS: Sauberere Erzeugung von Stahl

10.12.2013
Alexander Fleischanderl aus Linz hat ein Verfahren erfunden, das die schädlichen Emissionen bei der Herstellung von Sinter, einem der wichtigsten Eisenträger im Hochofenprozess, um mehr als 90 Prozent reduziert.

Die Stahlerzeugung verursacht weltweit einen erheblichen Ausstoß an Emissionen, wie Treibhausgase, Feinstaub, Schwefel- und Stickoxide, sowie organischen Stoffen.



Angesichts der ständig steigenden Nachfrage nach Stahl leisten neue, umweltfreundliche Technologien hier einen enormen Beitrag zum Klimaschutz.

Der weltweite Stahlverbrauch steigt jährlich etwa um drei bis vier Prozent an und betrug 2012 rund 1,55 Milliarden Tonnen.

Über die integrierte Stahlerzeugungsroute entsteht pro Tonne Rohstahl etwa 1,8 Tonnen CO2. Global gesehen ist die Stahlindustrie für etwa sieben Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich.

Bei der Herstellung von Sinter - hier wird das feine Eisenerz mit anderen Stoffen zusammengebacken - wird nicht nur viel kohle- und gasbasierte Energie verbraucht, es entstehen auch Staub, Schwermetalle, Schwefel- und Stickoxide und organische Emissionen wie z.B. Dioxine.

Fleischanderl hat zusammen mit Kollegen ein Verfahren namens MEROS (Maximized Emission Reduction Of Sintering) entwickelt, das fast 99 Prozent der Schadstoffe aus den Abgasen filtert.

Herzstück der Sinter-Abgasbehandlungsanlage, die Siemens Industry erstmals im Stahlwerk der voestalpine AG in Österreich errichtet hat, ist ein 56 Meter hoher Reaktor mit zehn Metern Durchmesser, und modernster Filter-, Gebläse-, Elektrik-, Mess- und Regeltechnik.

In mehreren aufeinander folgenden „trockenen" Verfahrensschritten werden beim MEROS-Prozess Schwefeloxide sowie metallische und organische Schadstoffe durch Einblasen von Absorptions- und Entschwefelungsmitteln unter hoher Geschwindigkeit gebunden und anschließend, zusammen mit dem Feinstaub nahezu vollständig aus den Sinterabgasen herausgefiltert. Dabei reinigt die Anlage pro Stunde eine Million Kubikmeter Abgase, was dem Rauminhalt eines Würfels mit 100 Meter entspricht.

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Berichte zu: Abgase Emission Feinstaub MEROS Schadstoff Schwefel- und Stickoxide Stickoxid

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Granulare Materie blitzschnell im Bild
21.09.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Sprühtrocknung: Wirkstoffe passgenau verkapseln
01.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie