Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bessere Produktqualität für Indiens Stahlkocher

09.10.2013
Siemens verbessert die Produktionsqualität von Stahlherstellern in Indien.

Diese Unternehmen verarbeiten Eisenschrott und Eisenschwamm in sogenannten Induktionsöfen. Unter anderem wegen der schwankenden Qualität der Ausgangsstoffe enthält dieser Stahl hohe Anteile Phosphor.



Weil dies den Stahl spröde macht, legen neue Vorgaben des Bureau of Indian Standards (BIS) eine Obergrenze für den Phosphorgehalt von Baustahl fest. Die üblichen Verfahren zur Entphosphorung von Stahl sind nicht auf Induktionsöfen übertragbar. Siemens entwickelte eine Methode, um den Phosphor in einem zweiten Bearbeitungsschritt abzuscheiden. Eine erste Anlage wird an den indischen Stahlproduzenten Vandana Global Ltd. geliefert und soll Anfang 2014 in Betrieb gehen.

Üblicherweise wird in einen Stahlofen Kalk eingebracht, um den im Roheisen enthaltenen Phosphor zu binden und über die Schlacke abzuführen. In Induktionsöfen funktioniert dieses Verfahren jedoch nicht. Sie bestehen aus einem Schmelztiegel mit umlaufender Spule, die im Eisen einen elektrischen Strom induziert und es so erwärmt.

In den Töpfen lässt sich nicht genug zusätzliche Schlacke erzeugen, um den Phosphor abzuscheiden. Dazu kommt, dass speziell bei der Verarbeitung von Eisenschwamm ohnehin sehr viel Schlacke anfällt. Eisenschwamm wird über Direktreduktion, also ohne Schmelzprozess aus Eisenerz gewonnen.

Damit die Betreiber von Induktionsöfen die neuen Vorgaben des BIS einhalten können, verlegte Siemens die Entphosphorung in die zweite Phase der Herstellung. Dort wird der flüssige Stahl in Pfannen metallurgisch behandelt, um beispielsweise Legierungen herzustellen. Bei diesen Pfannen lässt sich Kalk zur Bindung des Phosphors einblasen und über die Schlacke abführen.

Siemens entwickelte den gesamten Entphosphorungsstand inklusive Pfannenwagen und verschiedenen Blaslanzen zur Kalkeinbringung. Die Anlage, die nun an Vandana geliefert wird, ist für Schmelzgrößen von 15 Tonnen ausgelegt.

Die Betreiber von Induktionsöfen in Indien erzeugen jeweils einige 100.000 Tonnen Stahl im Jahr. Insgesamt decken sie etwa ein Fünftel der Produktion. Mit dem neuen Verfahren können sie die neuen Qualitätsvorgaben einhalten und sich den Markt für höherwertige Stahlgüten erschließen. (2013.10.2)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht UV-Kugel macht Lackieren einfach und schnell
16.03.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Vorzüge von 3D-Druck und Spritzguss kombiniert
16.03.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metalle verbinden ohne Schweißen

Kieler Prototyp für neue Verbindungstechnik wird auf Hannover Messe präsentiert

Schweißen ist noch immer die Standardtechnik, um Metalle miteinander zu verbinden. Doch das aufwändige Verfahren unter hohen Temperaturen ist nicht überall...

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Verleihung GreenTec Awards 2018 – Kategorie »Energie« am 24. April 2018 auf der Hannover Messe

23.04.2018 | Förderungen Preise

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics