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Intelligente Doppel-Membran - Wissenschaftler des GKSS-Forschungszentrums Geesthacht stellen neues Verfahren vor

05.11.2007
Ein neues Verfahren zur Fertigung asymmetrischer Membranen ist Inhalt eines Artikels, den das renommierte Wissenschaftsmagazin "Nature Materials" in seiner Dezember-Ausgabe veröffentlicht und ab dem 4. November online zur Verfügung stellt.

Mit der von den GKSS-Forschern aus Geesthacht vorgestellten Methode werden hochporöse Doppel-Membranen mit extrem enger Porengrößen-Verteilung erstmals mittels gleichzeitiger Mikro- und Makrophasentrennung erzeugt.

Asymmetrische Blockcopolymer-Membran - hinter diesem Begriff verbirgt sich eine interessante Membran, die aus zwei Schichten aufgebaut ist: einer dünnen, isoporösen Schicht aus streng geordneten Blockcopolymeren und einer sich direkt daran anschließenden schwammartigen ungeordneten Schicht aus dem gleichen Material. "Uns ist es gelungen, in nur einem Arbeitsschritt und aus einer Polymerlösung, zwei unterschiedlich strukturierte Membranschichten zu erzeugen", berichtet Institutsleiter Prof. Dr. Volker Abetz. "Besonderer Clou ist dabei, dass die Neigung zur Selbstorganisation von Blockcopolymeren unter günstigen Bedingungen zur Ausbildung der hoch geordneten porösen Struktur der oberen Membranschicht genutzt werden kann, während die untere Schicht durch einen Ausfällprozess eine schwammartige Struktur entwickelt."

Ein Arbeitsschritt - zwei Polymerschichten

Bislang mussten die zwei Schichten einer Membran aufwändig und kompliziert mechanisch zusammengesetzt werden. Bei dem von den GKSS-Forschern entwickelten Verfahren, ordnen sich beide Schichten in nur einem Arbeitsschritt von selbst.

Dazu wird die Blockcopolymerlösung auf einen Träger dünn aufgetragen, für kurze Zeit an der Luft gelassen und schließlich in ein Wasserbad gegeben. Während dieser kurzen Zeit organisiert sich die oberste Membranschicht (ca. 200nm) von selbst zu einer hoch geordneten Struktur (Mikrophasentrennung); gleichzeitig bildet sich im unteren Teil die schwammartige Stützstruktur aus (Makrophasentrennung). "Dieses neue zum Patent angemeldete Verfahren ist sehr einfach und schnell. Allerdings müssen die Ausgangsparameter wie Zusammensetzung des Blockcopolymers und der Gießlösung sowie die Luftverweilzeit sorgfältig bestimmt werden", erklärt Prof. Dr. Klaus-Viktor Peinemann, der eine solche Membran erstmals entwickelte.

In der aktuellen Arbeit der Helmholtz-Forscher, die in der Dezember-Ausgabe von "Nature Materials" veröffentlicht wird, zeigen die Geesthachter erstmals Bilder der neuen Membran. Deutlich zu erkennen sind die beiden unterschiedlichen Schichten. Die obere Membranschicht besitzt einen effektiven Porendurchmesser von rund acht Nanometer - damit können Proteine zurück gehalten werden.

Mögliches Anwendungsgebiet für die neue Membran wäre zum Beispiel der Bereich Nanofiltration in der Biotechnologie.

Ansprechpartner:
Institutsleiter Prof. Dr. Volker Abetz
Institut für Polymerforschung
Telefon: +49 (0) 4152/87-2461
Telefax: +49 (0) 4152/87- 2460
E-Mail: volker.abetz[AT]gkss.de
GKSS-Forschungszentrum Geesthacht GmbH
Max-Planck-Straße 1, 21502 Geesthacht
Prof. Dr. Klaus-Viktor Peinemann
Institut für Polymerforschung
Telefon: +49 (0) 4152/87-2420
Telefax: +49 (0) 4152/87-2460
E-Mail: Klaus-Viktor.peinemann[AT]gkss.de
GKSS-Forschungszentrum Geesthacht GmbH
Max-Planck-Straße 1, 21502 Geesthacht
Heidrun Hillen
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 (0) 4152/87-1648
Telefax: +49 (0) 4152/87-1640
E-Mail: heidrun.hillen[AT]gkss.de
GKSS-Forschungszentrum Geesthacht GmbH
Max-Planck-Straße 1, 21502 Geesthacht
Die GKSS-Forschungszentrum Geesthacht GmbH mit den Standorten Geesthacht in Schleswig-Holstein und Teltow bei Berlin in Brandenburg ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V. 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagieren sich in Zusammenarbeit mit Hochschulen und Industrie für Wissenschaft und Entwicklung in den Bereichen Küstenforschung, Funktionale Werkstoffsysteme, Regenerative Medizin sowie der Strukturforschung mit Neutronen und Photonen.

Dr. Torsten Fischer | idw
Weitere Informationen:
http://www.nature.com/materials/index.html
http://www.gkss.de/

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