Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Chemische Stoffe mit dem CD-Player analysieren

26.09.2007
System soll künftig Heimdiagnose von Krankheiten ermöglichen

Spanische Wissenschaftler haben einen handelsüblichen CD-Player so modifiziert, dass sie mit dem Gerät chemische Analysen durchführen können. Es gelang ihnen damit geringe Mengen an Pestizid nachzuweisen, die sie auf der Oberfläche einer CD aufgebracht hatten, berichtet das Wissenschaftsportal NewScientist.

In einem Artikel in der der Fachzeitschrift "Analytical Chemistry" beschreiben die Forscher, auf welche Weise das Abspielgerät hierfür modifiziert werden muss. "Die von uns entwickelte Methode ist empfindlich, vielseitig, tragbar, kostengünstig und einfach anzuwenden", so die Forscher um Angel Maquieira von der Polytechnischen Universität in Valencia.

Zur Analyse fixierten die Wissenschaftler mithilfe einer biochemischen Reaktion die zu untersuchenden Stoffe auf der Oberfläche einer speziell vorbereiteten CD. Anders als die digitalen Musikscheiben aus dem Laden reflektiert die Spezial-CD den Laser nicht vollständig. Stattdessen kommen schwach reflektierende CDs zum Einsatz, die den Großteil des Laserlichtes durchlassen. Als Gegenstück zur Laserquelle installierten die Forscher Fotozellen.

... mehr zu:
»CD-Player »Fotozelle »Färbung »Strahlung

Die Analyse der Stoffe basiert auf einem sogenannten Immunoassay, einer Antigen-Antikörper-Reaktion, die auf der Oberfläche der CD stattfindet. Dazu werden die CDs mit einem Eiweiß beschichtet, das das nachzuweisende Pestizid bindet und dann mit einem passenden Antikörper reagiert. Die Reaktion wurde über eine Färbung sichtbar gemacht, berichten die Forscher. Diese ist umso intensiver, je mehr von dem Stoff vorhanden ist. Anschließend wird der so vorbereitete Datenträger mit dem Laserstrahl im CD-Player abgetastet, wobei die Fotozellen die Stärke der Strahlung registrieren, die durchgelassen wird. Je intensiver die Färbung infolge der Immunreaktion, desto weniger Strahlung wird von Lichtdetektoren registriert.

Die zu bestimmenden Stoffe werden in kleinen Punkten auf die CD aufgetragen. Diese Punkte haben einen Durchmesser von 100 Mikrometern. Dadurch können bis zu 300.000 Einzeltests auf einer CD untergebracht und die Stoffe innerhalb weniger Minuten nachgewiesen werden, so die Forscher. Bisher am Markt verfügbare Geräte zur Analyse von Stoffen mithilfe von Licht kosten zwischen 30.000 und 60.000 Euro, erklärt Maquieira. Die nun entwickelte Methode sei nicht nur deutlich günstiger, sondern auch praktischer, denn mit ihr kann eine große Anzahl von Proben mit vielen Bestandteilen untersucht werden. Die Technik soll künftig sowohl in der Umweltanalytik als auch in der Heimdiagnose von Krankheiten Anwendung finden.

Andreas List | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.upv.es

Weitere Berichte zu: CD-Player Fotozelle Färbung Strahlung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Innovation macht 3D-Drucker für kleinere und mittlere Unternehmen rentabel
24.03.2017 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

nachricht Neues energieeffizientes Verfahren zur Herstellung von Kohlenstofffasern
13.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise