Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Fabrik der Zukunft mit Köpfchen

03.04.2007
Soll ein Fließbandprodukt eine neue Form erhalten, ist die Umstellung des Produktionsablaufs sehr aufwändig. Die intelligente Plattform SCCP setzt Änderungen eigenständig um und garantiert immer einen optimalen und effizienten Herstellungsprozess.

In der Fabrik der Zukunft läuft die Produktion wie am Schnürchen: Die Produkte werden schnell und effizient hergestellt, Fehler im Ablauf und deren Ursachen werden automatisch angezeigt, die Maschinen melden selbstständig, wann sie gewartet werden müssen, und der Betrieb der Produktionsanlagen ist kostengünstiger.

Möglich macht dies die "Smart Connected Control Platform" SCCP, eine Entwicklung aus dem EU-geförderten Projekt "Intelligent Networked Manufacturing System" INT-MANUS. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS koordinieren das INT-MANUS-Konsortium und stellen den Prototypen von SCCP vom 16. bis 20. April auf der Hannover-Messe (Halle 17, Stand C60) vor. "SCCP ist eine virtuelle Produktionsplatfform, die Menschen, Maschinen und Roboter in einer Fabrik miteinander vernetzt", sagt Maxim Foursa, Projektleiter in der Abteilung Virtual Environments am Fraunhofer IAIS. "Als intelligentes System ist SCCP in der Lage, nach einer Lernphase die Produktionsprozesse eigenständig zu bewerten und sie zu verbessern."

Und so funktioniert SCCP: Entwickler, Ingenieure, Designer und Hersteller speisen die Plattform zunächst mit sämtlichen Informationen über die Maschinen, Roboter und Mitarbeiter, die am Produktionsablauf beteiligt sind. Die Maschinen sind außerdem mit intelligenten Bauteilen bestückt, etwa mit kleinen Kameras, die Prozesse überwachen, oder mit Sensoren, die Temperaturschwankungen messen und deren Einfluss auf die Produktion übermitteln. Sämtliche Daten laufen im SCCP zusammen und werden dort analysiert. Auf die Ergebnisse reagiert SCCP prompt: Automatisch sendet das System Befehle aus, zum Beispiel, um die Bewegungsgeschwindigkeit eines Roboters zu erhöhen, damit die Produktion nicht ins Stocken gerät. Oder es zeigt eine defekte Maschine an, die Ausschuss verursacht. Darüber hinaus ist der Anlagenüberwacher zu jeder Zeit über den aktuellen Status aller Elemente der gesamten Produktionsanlage informiert. Entschließt sich der Produktionsleiter, etwas an dem Produkt zu ändern, so gibt er diese Information einfach in das System ein. SCCP passt die entsprechenden Abläufe automatisch an und meldet notwendige Veränderungen an den Fließbändern. Jeglicher Programmieraufwand entfällt - ganz gleich, ob die Form rund statt eckig, die Farbe kräftiger oder das Material härter werden soll. Immer sorgt SCCP dafür, dass die gesamte Produktion eines Industriebetriebes kostengünstig und effizient bleibt.

Dr. Janine Drexler | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/fhg/press/pi/2007/04/Mediendienst42007Thema3.jsp

Weitere Berichte zu: IAIS Intelligent Plattform Roboter SCCP

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Projekt CeGlaFlex: Hauchdünne, bruchsichere und biegsame Keramik und Gläser
24.04.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Löschbare Tinte für den 3-D-Druck
24.04.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie