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Neues Verfahren senkt Energiebedarf in Papierproduktion

05.07.2006
Ein neues Verfahren von Siemens senkt den Energiebedarf bei der Papierherstellung und spart zugleich Entsorgungskosten. Der Trick: Das System verbrennt fast alle Abfälle, die während der Papierproduktion anfallen. Mit der Abwärme kann eine Dampfturbine angetrieben werden. Diese erzeugt Strom, der dem Papierwerk sofort zur Verfügung steht. Die Anlage kann die Verbrennungswärme zudem für den Herstellungsprozess des Papiers verwenden.

Sipaper Reject Power von den Anlagenexperten von Siemens in Erlangen ist seit längerem in einer Pilotanlage in Betrieb. Der weltweit größte Hersteller von Recyclingkarton, das österreichische Unternehmen Mayr-Melnhof, verbrennt in seiner Fabrik in Hirschwang bei Wien pro Tag bis zu 50 Tonnen Abfall. Verwertet werden Faser- und Bioschlämme sowie so genannte Spuckstoffe, das sind alle Reststoffe, die nicht aus Papierfasern bestehen, also etwa Folien, Kunststoffe, Textilien, Beschichtungen oder Verbundstoffe.


Eine Laboranlage analysiert das Material und stellt je nach Energiegehalt einen optimalen Brennstoffmix zusammen. Der Wassergehalt kann dabei bis zu 50 Prozent betragen. Bei höherem Wasseranteil muss ein integrierter Gasbrenner zugeschaltet werden, oder es werden trockene Abfallbrennstoffe zugeschlagen. Bei Mayr-Melnhof gelingt sogar die Verbrennung von Schlämmen mit einem Feuchtegehalt von 80 Prozent, indem Holzabfälle beigemischt werden. Metallische Teilchen wie etwa Heftklammern sortiert ein Magnet aus. Die Reststoffe werden zerkleinert und über ein ausgeklügeltes Transportsystem in eine Brennkammer eingebracht. Der Brennstoff verteilt sich gleichmäßig über den Rost und wird schon in der Flugphase vorgetrocknet. Weil bei der Energieerzeugung fossile Brennstoffe eingespart werden, reduziert Sipaper Reject Power auch den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid. Eine Rauchgasreinigung stellt sicher, dass bei der Verbrennung entstehende Schadstoffe nicht über vorgeschriebene Grenzwerte steigen. (IN 2006.07.1)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com
http://www.siemens.de/innovation

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