Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nie wieder Algenpest - Weltweit einmaliges Verfahren zum Gewässerschutz entwickelt

25.01.2006


Nur Insider wussten bisher, dass der alljährlich massive Algenbefall in Zehntausenden kommunalen Becken, Teichen und Springbrunnen oft von den Betreibern selbst verursacht wird. Die meist unvermeidliche Befüllung mit Trinkwasser schafft optimale Lebensbedingungen für die Algen. Wissenschaftler aus Hof fanden jetzt eine Lösung, die den schnellst wachsenden Organismen im Wasser die Existenzgrundlage entzieht.



Allmählich wurde der ständige Wasserwechsel zum wirtschaftlichen Störfaktor. Immer wieder tauschten Techniker der international agierenden Wall AG in den Sommermonaten 2004 das Wasser über 70 von ihnen betreuter Berliner Springbrunnen aus. Was als partnerschaftliche Geste gegenüber der Stadt gedacht war, entwickelte sich zum never ending problem. „Kaum gewechselt, färbten Faden- und Schwebealgen das teure Nass erneut grün und drohten die Düsen der Wasserspiele zu verstopfen“, fasst Gruppenleiter Karsten Zander seine frustrierenden Erfahrungen zusammen.

... mehr zu:
»Alge »Algenbefall »Gewässer »Salz


Was er und seine Kollegen nicht ahnten: Sie schufen mit dem Wasseraustausch ungewollt immer neu Grundlagen für den Befall. Denn Trinkwasser enthält stets auch Phosphat – neben Licht und Wärme die dritte wesentliche Existenzbedingung für die älteste Pflanzenart der Erde. Die Konzentration dieses Salzes liegt zwar bundesweit deutlich unter dem behördlichen Grenzwert von 6,7 mg/Liter, den grünen Zellstämmen reicht aber schon ein Zweihundertstel davon völlig aus. Ein so geringer Wert wird nirgends analytisch erfasst, die Berliner Wasserbetriebe begnügen sich beispielsweise mit der Aussage < 0,09. Diese „sehr geringe“ Phosphatbelastung ist für Menschen absolut unbedenklich - für Algen jedoch optimal. Manche Wasserversorger, z.B. in Düsseldorf, verstärken den Effekt noch durch Phosphat-Zugabe, um ihr Leitungsnetz vor Korrosion zu schützen.

„Die chemische Keule wollten wir nicht zücken, Alternativen waren jedoch nicht in Sicht“, erläutert Technikexperte Zander das Dilemma. Allerdings hätte selbst massive Algenvernichter-Anwendung keine Lösung gebracht. Denn die abgestorbenen Substanzen wären nur abgesunken, verrottet, hätten das von ihnen gebundene Phosphat freigesetzt und unweigerlich den Kreislauf von neuem in Gang gesetzt.

Wissenschaftler der auf Wasserprobleme spezialisierten fränkischen Lavaris Lake GmbH fanden nach mehrjähriger Forschung eine Lösung, unerwünschtes Algenwachstum in Teichen, stehenden Gewässern und Wasserkreisläufen für längere Zeit zu unterbinden. Ihr dreistufiges, patentiertes Prinzip: zunächst wird, wo immer möglich, auf traditionelle Weise mechanisch vorgereinigt. Dann kommen naturverträgliche Algizide zur Anwendung. Sie zerstören, auch punktuell, Fadenalgen binnen Stunden oder lassen sämtliche Arten durch Phosphatentzug buchstäblich „verhungern“. Das Salz wird dann mit Hilfe eines langsam wirkenden Mineralienmixes über Wochen zu Apatit gebunden und sinkt als Granulat auf den Gewässergrund. Trotz Nachfüllens von Verdunstungsmengen und Eintrag von Laub und Blütenstaub reicht eine frühzeitige einmalige Behandlung fast immer aus, die Algen während der gesamten Saison fernzuhalten.

Von dieser innovativen Methode hatte die Verantwortlichen der Thüringer Landesgartenschau 2004 in Nordhausen erfahren. Zu ihren Highlights gehörte ein eigens angelegtes, 60 qm großes Seerosenbecken mit durchschnittlich nur 0,5 Metern Tiefe. Um der drohenden sommerlichen Algenplage vorzubeugen, wandte sich das Management an die Hotline der Lavaris Lake GmbH in Hof. Deren Experten rieten nach Laboranalyse einer Wasserprobe, die Karbonhärte des Gewässers zu erhöhen, ersten Algenbefall mittels AlgoClear zu beseitigen und das Becken mit SeDox zu "impfen". „Die strikte Umweltverträglichkeit dieser Produkte war ein wesentlicher Grund unserer Entscheidung für die Lavaris-Offerte. Wir haben sie nicht bereut“ erklärt Dipl. Ing. Detleff Wierzbitzki, Landschaftsarchitekt und Geschäftsführer der Landesgartenschau. Nachdem die Mittel gemäß genauer, wie verständlicher Gebrauchsanweisung eingebracht waren, sei der Zustand des Wassers durchgängig einwandfrei gewesen.

Auch bei der Landesgartenschau Sachsen-Anhalt in Zeitz war ein Algenproblem zu lösen. Antje Klenke vom LAGA-Management erläutert: „Im weitläufigen Park von Schloss Moritzburg hatten wir den Johannisteich – 1.200 Quadratmeter Fläche, bis 3,50 Meter tief – samt Fontäne und Wasserfall neu angelegt und bepflanzt. Mit seinen Blüten, vielfältigen Lebensformen am und im Wasser wurde er zu einem echten Anziehungspunkt für unsere weit über 400.000 Besucher. Leider trat jedoch sehr schnell starker Algenbefall auf. Auf Empfehlung unseres Gartenbauers wandten wir uns mit Bitte um Pflanzen und Lebewesen schonende Hilfe an Lavaris.“ Die Wirkung der empfohlenen Mittel AlgoClear und SeDox überzeugte, allerdings hielt der Effekt aus zunächst unerklärlichen Gründen nur einige Tage an. Bei einem gemeinsamen Termin vor Ort wurde die Ursache gefunden: der ständige, beträchtliche Zufluss phosphathaltigen Brunnenwassers schuf ungewollt stets auf´s Neue günstige Wachstumsbedingungen für die Algen. Das Problem war weitgehend konstruktionsbedingt. Als Folge mussten deutlich öfter Wirkstoffe eingebracht werden, als ursprünglich kalkuliert. „Wenn wieder mal ein Gewässer neu anzulegen ist, werden wir den Architekten bitten, das unbedingt schon bei der Planung zu berücksichtigen“, erklärt die diplomierte Gartenbauingenieurin.

In der kommenden Saison wollen nun auch die Techniker der WALL AG Berlins Springbrunnen umweltfreundlich vor störendem Bewuchs schützen – und sparen.

Kontakt: Lavaris Lake GmbH, GF Carsten Pachnicke, Postfach 1546, D-95014 Hof
Tel: 07000/LAVARIS (07000/5282747), E-Mail: info@lavaris-lake.com

Doro Mante | InnoMedia
Weitere Informationen:
http://www.lavaris-lake.com
http://www.innomedia.de

Weitere Berichte zu: Alge Algenbefall Gewässer Salz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Staubarmes Recycling wertvoller Rohstoffe aus Elektronikschrott
16.11.2016 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

nachricht Mikrostrukturen mit dem Laser ätzen
25.10.2016 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie