Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kunststoffe nach Maß entwickeln

13.06.2005


Das Pilotanlagenzentrum für Polymersynthese und -verarbeitung nimmt Ende Juni im mitteldeutschen Chemiedreieck seinen Betrieb auf. Mit moderner Anlagentechnik lassen sich dort Produkte und Verfahren bis hin zur Marktreife entwickeln.


3-D-Modell des Synthesetechnikums in Schkopau. © Fraunhofer IAP



"Plaste und Elaste aus Schkopau" - Über zehn Meter hoch prangten Leuchtreklamen zu DDR-Zeiten neben den Autobahnen. Sie warben für den VEB Chemische Werke Buna im Herzen des mitteldeutschen Chemiedreiecks. Seit der Wiedervereinigung hat der Standort bewegte Zeiten hinter sich - inzwischen geht es wieder steil bergauf: Die Kunststoffindustrie erobert ihre hervorragende Stellung im mitteldeutschen Raum zurück. In diesem Umfeld haben die Fraunhofer-Institute für Angewandte Polymerforschung IAP und für Werkstoffmechanik IWM ein Pilotanlagenzentrum (PAZ) zur Synthese und Verarbeitung von Polymeren aufgebaut. Am 22. Juni ist die offizielle Eröffnung.

... mehr zu:
»Kunststoff »PAZ »ValuePark


"Unser Ansatz ist einzigartig in Europa", freut sich Mathias Hahn, Leiter des PAZ. "In dem Zentrum können wir Forschung und Entwicklung entlang der gesamten Wertschöpfungskette betreiben - angefangen vom Monomer bis hin zum fertigen Kunststoffbauteil." Integriert ist das PAZ in den ValuePark Schkopau der Dow Olefinverbund GmbH. In dem für 8,3 Millionen Euro errichteten Erweiterungsbau des Merseburger Innovations- und Technologiezentrums "mitz II" hat die Fraunhofer-Gesellschaft dafür 1700 m2 angemietet. Neben Labor- und Büroräumen nehmen die technischen Anlagen knapp zwei Drittel dieser Fläche ein: ein Synthesetechnikum, das über ein zentrales Prozessleitsystem gesteuert wird, und ein Verarbeitungstechnikum.

Um mit den Investitionen von über 19 Millionen Euro eine möglichst vielseitige Anlage aufzubauen, haben die Wissenschaftler ein modulares Konzept entwickelt: Viele Anlagenteile lassen sich miteinander kombinieren und dadurch mehrfach nutzen. "Unser Ziel war es, einzelne Module der sieben Syntheselinien sinnvoll zu koppeln, damit wir sie in unterschiedlichen Prozessschritten einsetzen können", schildert Hahn. Dazu gesellen sich verschiedene Techniken zur Aufarbeitung der Kunststoffe. Für deren Verarbeitung bietet das PAZ klassische Verfahren wie Extrusion und Spritzguss. Die fertigen Produkte prüfen und bewerten Forscher vom Institutsteil des IWM im nahe gelegenen Halle auf ihre Material- und Bauteileigenschaften.

Dass das umfassende Konzept für neue "Plaste und Elaste" tatsächlich eine Lücke füllt, zeigen die bereits geschlossenen Kooperationen mit den benachbarten Chemieunternehmen. So sind Verträge mit dem Kunststoffhersteller Domo in Leuna und der in Schkopau ansässigen Dow Chemical Company unterzeichnet. Mit kleineren Unternehmen direkt aus dem ValuePark laufen zurzeit Verhandlungen.

Leiter PAZ:
Dr. Mathias Hahn
Telefon: 03 31 / 5 68-13 20
und: 0 34 61 / 25 98-1 10
Fax: 0 34 61 / 25 98-1 05
mathias.hahn@iap.fraunhofer.de

Ansprechpartner für Synthesen:
Dr. Ulrich Wendler
Telefon: 0 34 61 / 25 98-2 10
ulrich.wendler@iap.fraunhofer.de

für Kunststoffverarbeitung:
Dr. Peter Lühe
Telefon: 0 34 61 / 25 98-3 10
peter.luehe@iwmh.fraunhofer.de

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw
Weitere Informationen:
http://www.polymer-pilotanlagen.de
http://www.iap.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Kunststoff PAZ ValuePark

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Löschwasser mobil und kosteneffizient reinigen
18.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Staubarmes Recycling wertvoller Rohstoffe aus Elektronikschrott
16.11.2016 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik