Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Alles unter Kontrolle bei der Stahlproduktion

16.08.2004



Stahl wird in einem komplizierten Prozess hergestellt, der vor allem am Ende einer aufwändigen Qualitätskontrolle bedarf. Ein neues Prüfsystem von Siemens errechnet bereits während der Produktion die Eigenschaften des Endprodukts. So können wichtige Merkmale des Stahls präzise vorausgesagt und unmittelbar beeinflusst werden. Der so genannte Gefügemonitor kommt nun erstmals in China zum Einsatz.


Um die mechanischen Eigenschaften von warm gewalztem Bandstahl wie Zugfestigkeit oder Streckgrenze zu testen, mussten die Arbeiter bisher Proben entnehmen und die Bänder einer aufwändigen Freigabeprozedur unterziehen. Das kostete Zeit und Geld, außerdem wurden Materialabweichungen erst spät erkannt. Das Prüfsystem erfasst die Zusammensetzung des Stahls und errechnet mit einem physikalischen Modell sowie einem Neuronalen Netz das Gefüge und die zu erwartenden Eigenschaften des Endprodukts.

Mit den im Prozess gemessenen Werten für Temperatur, Bandgeschwindigkeit, Prozesszeit und chemischer Zusammensetzung lassen sich so die Zusammensetzung und die mechanischen Parameter des gewalzten Stahls detailliert voraussagen. Der Gefügemonitor greift auch in den Kühlprozess ein, um die Eigenschaften des Stahlbandes zu beeinflussen. Offline trägt diese Funktion zur Einsparung teurer Legierungselemente bei.


Die Zuverlässigkeit dieses Verfahrens bestätigte Wuhan Iron & Steel Corporation (Wisco) in China durch den Vergleich mit Laboruntersuchungen. Ergebnis war eine sehr gute Übereinstimmung zwischen gemessenen und berechneten Werten – beispielsweise bei der Zugfestigkeit, wodurch die aufwändigen mechanischen Zugproben signifikant reduziert werden konnten. Durch die schnellere Freigabe der Bänder können auch die vorhandenen Lagerkapazitäten besser genutzt werden.

Die Wisco-Anlage ist eines der modernsten Warmwalzwerke und produziert Bänder mit Dicken zwischen 1,2 und 25,4 Millimetern sowie einer Breite von bis zu 2130 Millimetern. Allein diese Anlage erhöht die Produktionskapazität für Stahl in China von acht auf zwölf Millionen Jahrestonnen. Das Siemens-Verfahren hat sich zuvor bereits bei zwei Werken der ThyssenKrupp Stahl AG bewährt.

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens Technikkommunikation
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com

Weitere Berichte zu: Endprodukt Zugfestigkeit Zusammensetzung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Innovation macht 3D-Drucker für kleinere und mittlere Unternehmen rentabel
24.03.2017 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

nachricht Neues energieeffizientes Verfahren zur Herstellung von Kohlenstofffasern
13.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

29.03.2017 | Physik Astronomie

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE