Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Radioisotope für den Markt

13.05.2004


Das Kompaktzyklotron des Forschungszentrums Karlsruhe wird in Zukunft von der ZAG Zyklotron AG, die frühere Mitarbeiter des Forschungszentrums gegründet haben, betrieben.


Der Verschleiß von Maschinenteilen kann durch den Abrieb radioaktiv markierter Oberflächen sehr präzise untersucht werden. Das Bild zeigt ein am Zyklotron des Forschungszentrums Karlsruhe bestrahltes Bauteil bei der Qualitätskontrolle.


ZAG Zyklotron AG - eine Ausgründung aus dem Forschungszentrum Karlsruhe

... mehr zu:
»FDG »Jod-123 »Radioisotop »ZAG »Zyklotron

Vier Mitarbeiter des Forschungszentrums Karlsruhe haben eine Firma gegründet: Die ZAG Zyklotron AG hat als Geschäftsziel die Entwicklung, Produktion und Vermarktung von radioaktiv markierten Produkten für medizinische und technische Diagnosen. Grundlage der Ausgründung sind Entwicklungen des ehemaligen Zyklotron-Labors des Forschungszentrums Karlsruhe.

Zahlreiche Untersuchungen in Medizin und Technik lassen sich nur mit Hilfe radioaktiv markierter Produkte durchführen. So werden Stoffwechselvorgänge im Menschen und das Verschleißverhalten von Maschinen "in vivo" verfolgbar. In beiden Fällen macht man sich zu Nutze, dass schon geringste Spuren von Radioaktivität mit extremer Empfindlichkeit gemessen werden können.


Im Bereich Nuklearmedizin sind die wichtigsten Produkte der neuen Firma Jod-123 und mit radioaktivem Fluor-18 markierte Glukose (FDG). Mit Jod-123 werden Funktionsstörungen an Schilddrüse, Niere, Leber und dem Herzen durchgeführt. FDG wird hauptsächlich zur Diagnose von Stoffwechselstörungen eingesetzt. Mit Hilfe der Positronen-Emissions-Tomographie können damit auch kleinste Metastasen erkannt werden. Aufgrund ihrer Kurzlebigkeit und der Art der Strahlung wird mit diesen Radioisotopen die Strahlenbelastung bei der Diagnostik minimiert.

Die zweite Entwicklung, die von der ZAG Zyklotron AG vermarktet wird, ist die Radionuklid-Technik im Maschinenbau: Mittels des Zyklotrons wird an der Oberfläche eines kritischen Maschinenteils eine geeignete radioaktive Markierung erzeugt. Nach Einbau in die Testmaschinen (meist Motoren) kann der Verschleiß des Bauteils mit höchster Präzision und kontinuierlich während des Betriebs verfolgt werden. Die Messung der Veränderung der Strahlungsintensität erfolgt mit hoher Genauigkeit; die notwendigen Aktivitätsmengen können deshalb sehr klein gehalten werden.

Darüber hinaus wird die ZAG Zyklotron AG Beratungsleistungen zur Radionuklidtechnologie und technologische Unterstützung beim Aufbau entsprechender Anlagen anbieten.

In den vergangenen 15 Jahren wurden im Forschungszentrum Karlsruhe Entwicklungen vorangetrieben, um Zyklotrone auch außerhalb der Grundlagenforschung einzusetzen. Nach Abschluss der Forschungsarbeiten hat das Forschungszentrum beschlossen, entsprechend seinem Unternehmenszweck die reine Dienstleistungstätigkeit nicht fortzusetzen und die Hauptabteilung Zyklotron zum 31. März 2004 zu schließen. Frühere Mitarbeiter des Forschungszentrums werden nun die Entwicklungen eigenständig vermarkten. Das Forschungszentrum erhält im Gegenzug Einnahmen aus dem Verkauf von Geräten, der Vermietung und Verpachtung von Anlagen und Räumen sowie aus Lizenzgebühren.

Das Forschungszentrum Karlsruhe ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, die mit ihren 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,1 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands ist. Die insgesamt 24 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Helmholtz-Gemeinschaft forschen in den Bereichen Struktur der Materie, Erde und Umwelt, Verkehr und Weltraum, Gesundheit, Energie sowie Schlüsseltechnologien.

Inge Arnold | idw
Weitere Informationen:
http://www.fzk.de

Weitere Berichte zu: FDG Jod-123 Radioisotop ZAG Zyklotron

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Schnell, präzise, aber nicht kalt
17.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Neues Laserstrahl-Schweißverfahren des Fraunhofer IWS erlangt die Zertifizierung der DNV GL
16.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften