Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Siemens entwickelt getriebelosen Antrieb für Schürfkübelbagger

21.04.2004



Erster Einsatz im chinesischen Tagebau – Mehr Leistung und geringere Instandhaltungskosten


Der Siemens-Bereich Industrial Solutions and Services (I&S) hat gemeinsam mit Bucyrus International, Inc., South Milwaukee, USA, ein getriebeloses Antriebs-system für Schürfkübelbagger entwickelt. Der Einsatz dieser Technologie erhöht die Produktivität und reduziert die Betriebskosten gegenüber herkömmlichen Technologien. Ein erster Bagger mit der neuen Technologie wird in der chinesischen Zhungeer Mine in der Inneren Mongolei eingesetzt werden.

Bisher wurden Schürfkübelbagger (Draglines) weltweit nur mit Getriebemotoren ausgestattet. Das von Siemens und Bucyrus gemeinsam entwickelte getriebelose Antriebssystem soll nun die herkömmlichen Motoren ablösen. Das System kann auch auf Baggern, die sich bereits im Einsatz befinden, nachgerüstet werden. Siemens bietet getriebelose Antriebssysteme bereits für verschiedene Einsatzgebiete im Tagebau an, wie beispielsweise für Erzaufbereitungsanlagen. Bucyrus International ist einer der führenden Hersteller von Schürfkübelbagger für die Tagebau-Industrie.


Die getriebelosen Antriebe von Siemens mit einer Leistung von 9,7 Megawatt können beispielsweise für den Hoist- und Dragantrieb des Schürfkübelbaggers eingesetzt werden. Durch den Wegfall des Getriebes ist der Wartungs- und Materialaufwand gegenüber herkömmlichen Antrieben erheblich geringer. Die längeren Serviceintervalle optimieren die Instandhaltung und erhöhen so die Verfügbarkeit des Baggers. Getriebe-lose Drehstromantriebe haben zudem einen um 20 Prozent höheren Wirkungsgrad und arbeiten energiesparender als herkömmliche Antriebe mit Getriebe. Dies reduziert die Betriebskosten.

Der erste Bucyrus-Bagger vom Typ 8750 wird jetzt von Siemens mit dem neuen Antriebssystem ausgestattet und soll in der chinesischen Zhungeer Kohlemine, 120 km südlich von Hohhot, der Hauptstadt der Provinz Nei Monggol (Innere Mongolei), zum Einsatz kommen. Betreiber der Mine ist die staatseigene Shenhua Group Corp. mit Sitz in Peking. Siemens übernimmt neben der Lieferung und der Inbetriebnahme aller Systeme und Produkte auch den Instandhaltungsservice für den Bagger, der von der Siemens-Niederlassung in China geleistet wird.

Der Siemens-Bereich Industrial Solutions and Services (I&S) bietet innovative Lösungen und Dienstleistungen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen der Prozess- und Fertigungsindustrie sowie der Infrastruktur. Das Angebot umfasst den gesamten Lebenszyklus von Industrie- und Infrastrukturanlagen, von der Planung und der Errichtung über den Betrieb und die Integration von MES-Lösungen bis zur Instandhaltung und Modernisierung. Bei einem Umsatz von 4,012 Milliarden Euro beschäftigte I&S im Geschäftsjahr 2003 (30. September) weltweit 25.000 Mitarbeiter.

Heiko Jahr | Siemens I&S
Weitere Informationen:
http://www.is.siemens.de/mining

Weitere Berichte zu: Antrieb Antriebssystem Bagger Schürfkübelbagger

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Neues Verfahren bringt komplex geformte Verbundwerkstoffe in die Serie
23.01.2017 | Evonik Industries AG

nachricht Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile
19.01.2017 | Fraunhofer IFAM

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Scientists spin artificial silk from whey protein

X-ray study throws light on key process for production

A Swedish-German team of researchers has cleared up a key process for the artificial production of silk. With the help of the intense X-rays from DESY's...

Im Focus: Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat bei DESY einen zentralen Prozess für die künstliche Produktion von Seide entschlüsselt. Mit Hilfe von intensivem Röntgenlicht konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich kleine Proteinstückchen – sogenannte Fibrillen – zu einem Faden verhaken. Dabei zeigte sich, dass die längsten Proteinfibrillen überraschenderweise als Ausgangsmaterial schlechter geeignet sind als Proteinfibrillen minderer Qualität. Das Team um Dr. Christofer Lendel und Dr. Fredrik Lundell von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm stellt seine Ergebnisse in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Seide ist ein begehrtes Material mit vielen erstaunlichen Eigenschaften: Sie ist ultraleicht, belastbarer als manches Metall und kann extrem elastisch sein....

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neuer Algorithmus in der Künstlichen Intelligenz

24.01.2017 | Veranstaltungen

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Interview mit Harald Holzer, Geschäftsführer der vitaliberty GmbH

24.01.2017 | Unternehmensmeldung

MAIUS-1 – erste Experimente mit ultrakalten Atomen im All

24.01.2017 | Physik Astronomie

European XFEL: Forscher können erste Vorschläge für Experimente einreichen

24.01.2017 | Physik Astronomie