Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

FAL entwickelt neues Verfahren zur Abwasser- und Abfallverwertung in Palmölmühlen

09.02.2004


Palmöl ist neben Sojaöl weltweit das wichtigste Pflanzenöl. Bei der Ölgewinnung fallen große Mengen an stark verschmutztem Abwasser sowie pflanzliche Abfälle an. Aus dem in Teichen gesammelten Abwasser entsteht durch Fäulnisprozesse energiereiches Methan, das ungenutzt in die Atmosphäre entweicht und dort als stark wirkendes Treibhausgas zur Klimaänderung beiträgt. In den Hauptproduktionsländern Malaysia und Indonesien sind das jährlich mehr als 750 Mio. m³, was einem Energiegehalt von 750 Mio. Litern Diesel entspricht. Die festen organischen Abfälle mit hohen Nährstoffgehalten, jährlich mehr als 45 Mio. Tonnen, werden ebenfalls zum größten Teil nicht verwertet.



Die im Abwasser und Abfall enthaltenen Ressourcen zu nutzen und die von diesen ausgehenden Umweltbelastungen zu vermeiden, war das Ziel eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsvorhabens. Wissenschaftlern des Instituts für Technologie und Biosystemtechnik der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) in Braunschweig ist es gelungen, gemeinsam mit dem Indonesian Oil Palm Research Institute (IOPRI) in Medan (Sumatra) dem Ingenieurbüro UTEC in Bremen und dem TÜV Rheinland (Köln), ein neuartiges Verfahren zur Energie- und Düngerproduktion zu entwickeln. In diesem Verfahren wird zunächst in einer Hochleistungs-Biogasanlage aus dem Abwasser Methan gewonnen. Dieses Gas kann nun zur Energieerzeugung für die Ölmühlen selbst verwendet werden und teuren Dieseltreibstoff ersetzen. Daneben kann das Gas aber auch zur Stromerzeugung oder, in Flaschen abgefüllt, der Bevölkerung in der Nähe der Ölmühlen zum Kochen zur Verfügung gestellt werden.

... mehr zu:
»Abfall »Abwasser »Kompost »Methan »Ölmühle


Das gesamte, so vorbehandelte Abwasser wird anschließend gemeinsam mit den festen Abfallstoffen kompostiert. Durch die biologisch erzeugte Wärme bei der Kompostierung und eine spezielle Prozessführung verdunstet das gesamte Abwasser aus den offenen Mieten. Selbst bei jährlichen Niederschlägen von über 2.000 Liter auf den m² konnten mehr als 4 m³ Abwasser in eine Tonne Abfall eingebracht werden. So werden alle Pflanzennährstoffe aus dem Abwasser und auch die aus dem Abfall in einem hochwertigen Kompost konzentriert. Die technische Ausrüstung für dieses Verfahren ist relativ einfach und preisgünstig: Eine Schneidmühle zum Zerkleinern der Abfallstoffe und ein Umsetzgerät zum Durchmischen der Kompostmieten. Der so erzeugte Kompost wird erfolgreich in der Obst und Gemüseproduktion eingesetzt. Im Vergleich zum herkömmlichen Abwasser- und Abfallmanagement ist das neue Verfahren nicht nur kostengünstiger, sondern sogar profitabel - ein Beispiel für ökonomisch erfolgreichen Umweltschutz.

Kontaktadresse:

Dr. Frank Schuchardt
Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL)
Institut für Technologie und Biosystemtechnik
Bundesallee 50, 38116 Braunschweig
E-Mail: frank.schuchardt@fal.de

Margit Fink | idw
Weitere Informationen:
http://www.fal.de

Weitere Berichte zu: Abfall Abwasser Kompost Methan Ölmühle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Projekt CeGlaFlex: Hauchdünne, bruchsichere und biegsame Keramik und Gläser
24.04.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Löschbare Tinte für den 3-D-Druck
24.04.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette

25.04.2017 | Verkehr Logistik

Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland

25.04.2017 | Wirtschaft Finanzen