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Produktionstechniken im Trend

22.12.2003


Das Fraunhofer-ISI hat Produktionsverfahren und ihr Verbreitungspotenzial untersucht



Rapid Prototyping, Reinraumtechnik, Bildverarbeitung - welche Fertigungsverfahren braucht ein Betrieb heute und in der Zukunft und welche werden weiter ein Nischendasein führen? Das Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und



Innovationsforschung in Karlsruhe ging dieser Frage am Beispiel der Maschinenbau- und Elektroindustrie nach. Ergebnis: Verfahren wie Rapid Prototyping oder Bildverarbeitung sind zwar noch wenig verbreitet, haben aber ein großes Potenzial. Das schnelle Wachstum deutet darauf hin, dass in nur wenigen Jahren kaum ein Betrieb mehr ohne diese Verfahren auskommt.

Das Fraunhofer-ISI hat insgesamt vier Klassen von Fertigungstechnologien identifiziert, die sich in ihrem Potenzial und in der Verbreitungsdynamik unterscheiden:
  • Standardtechniken: CNC-Bearbeitung oder Hartbearbeitung setzen mittlerweile fast alle Betriebe ein. Eine weitere Verbreitung findet deshalb überwiegend innerbetrieblich statt.

  • Kritische Vorreitertechnologien: Fertigungsverfahren für elektronische Baugruppen oder für Keramikbauteile haben zwar bei zahlreichen Unternehmen ein hohes Anwendungspotenzial, doch noch ist nicht klar, wie sich der Bedarf entwickeln wird. Die Firmen warten ab, ob sie diese Verfahren selbst einführen oder auf Zukaufteile setzen.

  • Spezialtechniken: Die Reinraumtechnik oder die Fertigung mikromechanischer Bauteile haben derzeit zwar eine hohe Verbreitungsgeschwindigkeit, die Breite der Unternehmen werden sie jedoch vermutlich nicht erreichen, sondern Nischentechnologien bleiben.

  • Künftige Standardtechniken: Bestes Beispiel ist die automatische Bildverarbeitung. Sie verbreitet sich mit hoher Geschwindigkeit in den Betrieben und fast alle Unternehmen sehen Einsatzpotenziale. Auch wenn die Technologien in dieser Gruppe künftig in vielen Firmen zu finden sein werden, kann die Entwicklung unterschiedlich schnell und auch in Wellen verlaufen.

Die Ergebnisse der ISI-Studie sind in zweierlei Hinsicht für die Unternehmen interessant: Zum einen geben sie Auskunft, welche Fertigungstechnologien die Konkurrenz in der eigenen Branche einsetzt. Zum anderen erlauben sie Rückschlüsse, wo sich die Märkte für die eigenen Produkte hin entwickeln.

Das Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI untersucht Marktchancen technischer Entwicklungen und deren Auswirkungen auf Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Die interdisziplinären Forschungsgruppen konzentrieren sich auf die Bereiche Energie, Umwelt, Produktion, Kommunikation und Biotechnologie sowie auf Regionalforschung und Innovationspolitik.

Bernd Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.isi.fhg.de/pr/2003de/pri21/pri21.htm

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