Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schall verpulvert Feststoffe

01.04.2003


Die alte alchemistische Kunst des solvere et coagulare - also Substanzen lösen und zusammenfügen - mündete in ein ganzes Spektrum moderner Verfahren. Getreide mahlen und Brot backen sind wohl die bekanntesten. Nicht nur in der Lebensmitteltechnologie, Pharmazie oder Baustoffindustrie hängen die Eigenschaften eines Produkts deutlich davon ab, wie die gemahlenen Ausgangsstoffe vorliegen. Denn je feinkörniger ein Pulver ist, desto höher ist seine Bereitschaft, sich zu einem festen Körper mit neuer Form zusammenzuballen. Ein weiterer Faktor: Das Zerkleinerungsverfahren beeinflusst die Oberfläche der Partikel - aktiviert sie also mehr oder weniger. Eine Maschine, die mit gepulsten Schallstößen Feststoffe aller Art in sehr aktive Pulver zerkleinert, wird auf der Hannover Messe ausgestellt: Am Stand D19 der Fraunhofer-Patentstelle PST in Halle 18.



Wie dieses Gerät des Unternehmens Krause-Hilger Maschinenbau GmbH arbeitet, erläutert Walter Menzel, einer seiner Erfinder: »In unserem nanofractor rotieren gegenläufige Scheiben nahezu mit Schallgeschwindigkeit. Darauf sind mehrere stromlinienförmige Stahlkörper montiert, die dank ihres Profils ein genau bekanntes Druckgefälle in der umströmenden Luft erzeugen. Gerät ein Feststoffpellet in deren Nähe, so wird es förmlich zerfetzt.« Die Besonderheit des zum Patent angemeldeten Verfahrens liegt darin, dass der Druckimpuls auf die Resonanzfrequenz des zu zerkleinernden Stoffes abgestimmt wird. Die Schwingungen zerstäuben den Stoff von innen und vergrößern seine Oberfläche. Während Mahlprozesse die Partikel eher quetschen und verdichten, erzeugt der nanofractor bei deutlich geringerem Energieverbrauch bis zu 500 Kilogramm Pulver pro Stunde - je nach Einstellung mit einer Korngröße kleiner als ein Mikrometer.

... mehr zu:
»Feststoff »Partikel »Pulver


Derart zerkleinerte Schlacken aus Metallverhüttung oder Verbrennungsprozessen, vulkanische Gesteine, Filteraschen aus Heizkraftwerken und andere Industrieabfälle können so als Bestandteil von Zementen und anderen Baustoffen verwendet werden. Dank der hohen Aktivität erstarren sie mit Wasser rasch zu dichten Massen, wie sie etwa zur Versiegelung von Deichen und Deponien verwendet werden. Für diesen Bereich hat das Unternehmen Artolith AG bereits eine Lizenz an dem Verfahren erworben. »Nun suchen wir nach weiteren Interessenten«, hofft Dr. Dietrich Roscher von der Fraunhofer-Patentstelle. »Dabei denken wir vor allem an die chemische und pharmazeutische Industrie, an Produzenten von Sinterwerkstoffen und Unternehmen, die Elektronikschrott aufarbeiten.«

Ansprechpartner:
Walter Menzel
Telefon 0 24 21 / 50 04 49
01 71 / 7 72 84 86
Fax 0 24 21 / 50 05 06

Peter Krause
Telefon 0 80 67 / 90 98 30
Fax 0 80 67 / 90 98 32

Dr. Dietrich Roscher
Telefon 0 89 / 12 05-1 62
Fax 0 89 / 12 05-5 83

Fraunhofer-Patentstelle für die Deutsche Forschung PST
Leonrodstraße 68
80636 München

Dr. Johannes Ehrlenspiel | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.pst.fraunhofer.de/

Weitere Berichte zu: Feststoff Partikel Pulver

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht UV-Kugel macht Lackieren einfach und schnell
16.03.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Vorzüge von 3D-Druck und Spritzguss kombiniert
16.03.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Schreibgeschwindigkeit: Terahertz

25.04.2018 | Informationstechnologie

Demographie beeinflusst Brutfürsorge bei Regenpfeifern

25.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Zukunft des Fliegens auf dem Prüfstand

25.04.2018 | Maschinenbau

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics