Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Spieglein, Spieglein an der Wand

24.01.2001


Die Software erkennt das nicht zentrierte

Gesicht und rückt es gerade. Auch andere Fehler von Portraitfotos

für Ausweise werden automatisch korrigiert.© Fraunhofer

IITB


Schneewittchens Stiefmutter konnte offenbar ihr Abbild nicht leiden und auch auf heutigen Ausweisen sieht das Lichtbild mitunter düster aus. Das Modul in einer Bildverarbeitungssoftware korrigiert automatisch verschiedene Aufnahmefehler von Portraitfotos.

Schneewittchen hatte eine Haut so weiß wie Schnee, Lippen so rot wie Blut und Haare so schwarz wie Ebenholz. Ihr Foto hingegen auf dem Mitarbeiterausweis von den sieben Zwerge oder auf den Bewerbungsunterlagen für den Prinzen könnte flau, farbstichig und unscharf ausfallen - sehr zur Freude ihrer neidischen Stiefmutter.

Solche Fehler von Portraitfotos für Ausweise wurden bislang - wenn überhaupt - manuell korrigiert. Oft sind die Abbildungen auch zu klein, zu groß oder nicht zentriert. Mit dem Zusatzmodul einer Bildverarbeitungssoftware rückt das digitale Gesicht nun automatisch und per Mausklick ins rechte Licht. Informatiker der Forschungsgruppe »Maschinensehen« am Fraunhofer-Institut für Informations- und Datenverarbeitung IITB in Karlsruhe haben es programmiert. »Die Inhaber der Ausweise nehmen den Farbton ihrer Haut besonders sensibel wahr«, erläutert der Forschungsgruppenleiter Markus Müller. »Das Programm wählt selektiv die Gesichtspartie aus und stellt Farbwert und Farbsättigung sowie Kontrast und Helligkeit selbsttätig ein. Je nach Hauttyp kann ein vordefinierter Ton gewählt werden. Hellhäutige Menschen sehen sich gern wie frisch gebräunt nach dem Urlaub, während auf dem afrikanischen Markt der eher blassere Michael-Jackson-Typ bevorzugt wird.«

Der Computer erkennt, wo sich im Foto das Gesicht befindet und wie groß es dargestellt ist. Mit dem geometrischen Schwerpunkt und den Umrissen des Gesichtsfeldes berechnet er, wie weit es verschoben, vergrößert oder verkleinert werden muss. Ohne weiteres Zutun rückt er den Kopf zurecht und stellt ihn auf die optimale Größe ein. »Diese rechnerische Segmentierung eignet sich nicht nur dazu, das Foto ästhetisch aufzuwerten«, betont Müller. »Das Programm identifiziert ebenso den Hintergrund, der dann automatisch gestaltet werden kann - mit einer beliebigen Farbe, einer Textur oder dem Firmen-Logo.«

Die Informatiker vom IITB programmierten das Modul im Auftrag des Unternehmens Video Print Systeme vps in Ettlingen. Integriert ist es in allen vps-Systemen, die dazu dienen, Bildausweise zu produzieren, zu versenden und zu verwalten. Ein modernes Ausweissystem hätte wohl sicher verhindert, dass die verkleidete Stiefmutter bis zu Schneewittchen im Zwergenhaus vordringt.

Ansprechpartner:
Dipl.-Inform. Markus Müller

... mehr zu:
»Ausweis »IITB »Spieglein

Telefon: 07 21/60 91-3 05
Fax: 07 21/60 91-2 33 
mue@iitb.fhg.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:


Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw

Weitere Berichte zu: Ausweis IITB Spieglein

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Elektronenstrahlbehandlung von 3D-Objekten
22.09.2016 | Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP

nachricht Elektrochemische Messung: Korrosivität von Kunststoffschmelzen schnell bestimmen
22.09.2016 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: First-Ever 3D Printed Excavator Project Advances Large-Scale Additive Manufacturing R&D

Heavy construction machinery is the focus of Oak Ridge National Laboratory’s latest advance in additive manufacturing research. With industry partners and university students, ORNL researchers are designing and producing the world’s first 3D printed excavator, a prototype that will leverage large-scale AM technologies and explore the feasibility of printing with metal alloys.

Increasing the size and speed of metal-based 3D printing techniques, using low-cost alloys like steel and aluminum, could create new industrial applications...

Im Focus: Zielsichere Roboter im Mikromaßstab

Dank einer halbseitigen Beschichtung mit Kohlenstoff lassen sich Mikroschwimmer durch Licht antreiben und steuern

Manche Bakterien zieht es zum Licht, andere in die Dunkelheit. Den einen ermöglicht dieses phototaktische Verhalten, die Sonnenenergie möglichst effizient für...

Im Focus: Experimentalphysik - Protonenstrahlung nach explosiver Vorarbeit

LMU-Physiker haben mit Nanopartikeln und Laserlicht Protonenstrahlung produziert. Sie könnte künftig neue Wege in der Strahlungsmedizin eröffnen und bei der Tumorbekämpfung helfen.

Stark gebündeltes Licht entwickelt eine enorme Kraft. Ein Team um Professor Jörg Schreiber vom Lehrstuhl für Experimentalphysik - Medizinische Physik der LMU...

Im Focus: Der perfekte Sonnensturm

Ein geomagnetischer Sturm hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Jahrzehnte rätselte die Forschung, wie hoch energetische Partikel, die auf die Magnetosphäre der Erde treffen, wieder verschwinden. Jetzt hat Yuri Shprits vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ und der Universität Potsdam mit einem internationalen Team eine Erklärung gefunden: Entscheidend für den Verlust an Teilchen ist, wie schnell die Partikel sind. Shprits: „Das hilft uns auch, Prozesse auf der Sonne, auf anderen Planeten und sogar in fernen Galaxien zu verstehen.“ Er fügt hinzu: „Die Studie wird uns überdies helfen, das ‚Weltraumwetter‘ besser vorherzusagen und damit wertvolle Satelliten zu schützen.“

Ein geomagnetischer Sturm am 17. Januar 2013 hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Der Sonnensturm ermöglichte einzigartige Beobachtungen, die...

Im Focus: New welding process joins dissimilar sheets better

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of light metals.
Scientists at the University of Stuttgart have now developed two new process variants that will considerably expand the areas of application for friction stir welding.
Technologie-Lizenz-Büro (TLB) GmbH supports the University of Stuttgart in patenting and marketing its innovations.

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart Glasses Experience Day

30.09.2016 | Veranstaltungen

Einzug von Industrie 4.0 und Digitalisierung im Südwesten - Innovationstag der SmartFactoryKL

30.09.2016 | Veranstaltungen

"Physics of Cancer" - Forscher diskutieren über biomechanische Eigenschaften von Krebszellen

30.09.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Smart Glasses Experience Day

30.09.2016 | Veranstaltungsnachrichten

Materialkompetenz für den Leichtbau: Fraunhofer IMWS präsentiert neue Lösungen auf der K-Messe

30.09.2016 | Messenachrichten

Vom Rollstuhl auf das Liegerad – Mit Funktioneller Elektrostimulation zum Cybathlon

30.09.2016 | Energie und Elektrotechnik