Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Was ist mit den Flüssen? Doktorand untersucht die Belastung der Binnengewässer durch Mikroplastik

03.09.2014

Über die starke Verschmutzung der Ozeane durch Kunststoffe und deren Folgen wird hinreichend informiert und berichtet. Wie es sich hingegen mit Binnengewässern verhält, ist noch nahezu unerforscht.

Ein Doktorand der Hochschule Fresenius in Idstein, Sascha Klein, widmet sich diesem Thema und untersucht die Belastung von Flüssen durch Kunststoffe und die Anlagerung von Schadstoffen an diese synthetischen Polymere. Ausgezeichnet von der Wasserchemischen Gesellschaft zum Thema Mikroplastik, stellt Klein bei der diesjährigen Tagung „Wasser 2014“ die Aktualität seines Forschungsvorhabens einmal mehr unter Beweis.

„Gehen Sie doch mal am Rhein spazieren und achten Sie dort auf das Ufer. Schnell werden Sie feststellen, dass Sie hier neben Sand und Steinen große Mengen an Plastikabfall finden“, schildert Sascha Klein, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Fachbereich Chemie & Biologie der Hochschule Fresenius in Idstein, den Anlass seiner Forschungsarbeit.

Über das bloße Feststellen hinaus, fragte er sich dann, welche Auswirkungen die Verschmutzung durch synthetische Polymere, also Plastik, wohl auf die Binnengewässer hat. Welche Rolle spielen dabei sich ebenfalls im Wasser befindende Schadstoffe? Reichern sich diese möglicherweise an den Polymeren an und lösen sich in Organismen wieder ab? Diesen und vielen anderen Fragen geht der Jungwissenschaftler Klein in seiner Doktorarbeit „Analytische Untersuchungen zur Sorption organischer Mikroverunreinigungen an synthetischen Polymeren“ nach.

Als Ursache für die Vernachlässigung der wissenschaftlichen Untersuchung von Binnengewässern vermutet Klein zum einen die Wahrnehmung: In fließenden Gewässern werden Verunreinigungen durch die Strömung in die Ozeane weitergetragen und fallen so deutlich weniger auf als an Küstengebieten.

Zum anderen gelten viele Kunststoffe als absolut unbedenklich, da sie keine toxischen Eigenschaften haben. Obwohl die Kunststoffproduktion bereits in den 1950er Jahren begann und sich seitdem im stetigen Wachstum befindet, sei die Untersuchung der Umweltbelastung durch Kunststoffe erst in den letzten Jahren populär geworden. „Es handelt sich um einen noch jungen Wissenschaftszweig“, schlussfolgert Klein.

Wasserstipendium
Da es bisher kaum Untersuchungen zur Kunststoffbelastung der Binnengewässer gibt, ist es schwierig erste Prognosen zu treffen. „Erste Ergebnisse zeigen, dass es leider um Flüsse und Seen nicht besser bestellt ist als um Küstengebiete“, so Klein. Besonderes Augenmerk wird hierbei auf mikroskopisch kleine Kunststoffpartikel, sogenannter Mikroplastik, gelegt.

„Zahlenmäßig sind die kleinen Partikel um ein vielfaches häufiger als größere Kunststoffteile“, erklärt Klein weiter. In welchem Maße sich zusätzlich noch Schadstoffe an diesen Polymeren anreichern und ob sich das Gefahrenpotential der Kunststoffe so verändert, wird gerade in weiteren Experimenten überprüft. Deutlich wird auf jeden Fall, dass die Verunreinigung der Binnengewässer mit Mikroplastik untersucht werden muss. Die Wasserchemische Gesellschaft, eine Fachgruppe der Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V. (GDCh), unterstützt das Vorhaben daher mit dem sogenannten Wasserstipendium.

Weitere Informationen:

http://www.hs-fresenius.de

Mareike Schrenk | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Dünenökosysteme modellieren
23.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie